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Ermittlungen gegen Eisenbahnbundesamt nach Unfällen an Zugtüren

Ermittlungen gegen Eisenbahnbundesamt nach Unfällen an Zugtüren

Staatsanwaltschaft Köln wirft Beschuldigten fahrlässige Körperverletzung vor

Bonn. (dpa/jad) Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt nach Unfällen von Fahrgästen an Zugtüren gegen 13 Beamte des Eisenbahnbundesamtes (EBA) in Bonn. Es seien rund 60 Fälle untersucht worden, bei denen Reisende in der Vergangenheit wegen möglicherweise nicht korrekt funktionierender vollautomatischer Türen verletzt wurden. Das sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Köln und bestätigte damit einen Bericht des "Westfalen-Blatts".

Die Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung und fahrlässiger Gefährdung des Bahnverkehrs richteten sich gegen 13 Verantwortliche des Bonner Amtes, die mit der Technik der automatisch schließenden Türen befasst waren.

Zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wollte das EBA keine Stellung beziehen. "Dazu äußern wir uns nicht", sagte ein Sprecher.

Der Zeitung zufolge waren die nicht funktionsfähigen Türschließungssysteme im Jahr 2000 mit Genehmigung des EBA in Elektrotriebzügen der Baureihe 423 in Betrieb genommen worden. 2001 habe es die ersten Unfälle gegeben, da die Lichtschranken ein- und aussteigende Fahrgäste nicht zuverlässig erkannten. Ältere Menschen oder Kinder seien zu Boden geschleudert, Kinderhände oder dünne Arme eingequetscht worden. In 27 untersuchten Fällen sei die Türschließung eindeutig als Ursache für Unfälle ausgemacht worden.

Die Kölner Staatsanwaltschaft bestätigte die Zahl allerdings nicht. "Wie viele Fälle auf Fehler des Türschließungssystems zurückzuführen sind, dazu können wir noch keine Angaben machen", erklärte ein Sprecher. Das Bonner Amt habe das Problem abgestellt und die Türschließautomatik in den Bahnen abschalten lassen.

Das Türschließungssystem sei seit Jahren Thema, sagte der EBA- Sprecher. Im August 2007 habe das Amt bei der Bahn die Abschaltung des Systems erwirkt. Aus den dann folgenden Veröffentlichungen in der Presse habe die Behörde von weiteren Unfällen erfahren, die möglicherweise im Zusammenhang mit dem Schließsystem stünden.