1. Bonn

Unfall in Forschungslabor: Gasalarm in den Uniklinken

Unfall in Forschungslabor : Gasalarm in den Uniklinken

Nach einem ausgelösten ABC-Alarm ist die Bonner Feuerwehr am Donnerstagnachmittag zu einem Großeinsatz zur Bonner Uni-Klinik auf dem Venusberg ausgerückt. In einem Forschungslabor war ein Glaskolben zersprungen, teilte die Klinik mit. Mitarbeiter wurden leicht verletzt.

Zu einem Unfall mit Gefahrstoffen ist es gestern Nachmittag in den Bonner Unikliniken auf dem Venusberg gekommen. Dabei wurden laut Tanja Holthaus, einer Sprecherin der Klinik, zwei Mitarbeiter leicht verletzt. Ein leitender Polizeibeamter der Leitstelle teilte auf Anfrage mit, sieben weitere Personen hätten über Atemwegsreizungen geklagt. Diese Personen seien ambulant versorgt worden. Laut Holthaus haben sowohl die Bonner Feuerwehr als auch die neue Werksfeuerwehr der Unikliniken schnell reagiert. Die Klinik-Sprecherin betonte, es habe „zu keiner Zeit Gefahr für Patienten und Besucher des Klinikums bestanden“.

Gegen 15.45 Uhr lief der ABC-Alarm bei der Feuerwehr auf. Es wurde ein „Gefahrstoffaustritt bei der Uniklinik“ gemeldet. Lars Gödel aus dem Leitungsteam sagte: „Das ist bei uns nicht unbedingt die beliebteste Alarmierung.“ So kam es auch, das rund 100 Wehrleute auf dem Venusberg zusammengezogen wurden. Laut Gödel „lief alles sehr gut ab“, was aus seiner Sicht auch am zeitnahen Eingreifen der neuen Werksfeuerwehr der Unikliniken lag: „Die hatten das Gelände sehr gut und schnell erkundet.“

Was konkret passiert war, erklärte Holthaus so: In einem Forschungslabor des Universitätsklinikums sei ein Glaskolben zersprungen. Daraufhin hätten zwei Mitarbeiter mit Schnittverletzungen und einer leichter Reizung der Schleimhäute durch ausgetretene Stoffe medizinisch versorgt werden müssen. Der Raum, so Tanja Holthaus weiter, sei umgehend geschlossen worden. Wie Feuerwehrexperte Gödel und der Leitstellenbeamte der Polizei übereinstimmend berichteten, ist das Ganze beim Mischen von Stoffen passiert. Wie üblich bei solchen Betriebsunfällen ermittle daher nun auch die Polizei wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Zum Inhalt des Glaskolbens sagte Klinik-Sprecherin Holthaus nur so viel: Es gehe um ein Gas, dass die Schleimhäute reizen könne und daher nicht ganz ungefährlich sei.

Laut Feuerwehrexperte Gödel war die Lage schnell bereinigt, weil es sich bei der Unfallstelle um einen geschlossenen Raum handelte. Nachdem die Wehrleute die Verletzten gesichtet und die Situation vor Ort mit einem Fachberater besprochen hätten, sei kein Einsatz der Feuerwehr mehr nötig gewesen, zumal die Klinik die Reinigung der Schadensstelle selbst habe durchführen können. (ga)