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Gefährliche Straßen in Bonn: Initiative weist auf viele Gefahrenstellen hin

Hinweise zu gefährlichen Straßen : Bonner Initiative meldet viele Gefahrenstellen in der Bundesstadt

Der Kreisverkehr zwischen Markusstraße, Burbacher Straße und der Eduard-Otto-Straße in Kessenich ist eine von vielen Stellen, an denen es zu gefährlichen Situationen kommt. Gefahrenstellen.de sammelt diese und versucht Lösungen zu finden, wie man sie entschärfen kann.

Der Kreisverkehr zwischen Markusstraße, Burbacher Straße und der Eduard-Otto-Straße ist eine Gefahrenstelle – zumindest wenn man den Meldungen von Verkehrsteilnehmern auf der Internetseite www.gefahrenstellen.de Glauben schenkt. Laut einigen Meldern, halten sich vor Ort nur wenige Verkehrsteilnehmer an die zulässige Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Kilometer pro Stunde. „Die Markusstraße wird im Berufsverkehr täglich zur Rennstrecke“, heißt es auf der Plattform.

Mit der virtuellen Straßenkarte will die „Initiative für sichere Straßen GmbH“ auf mögliche Gefahrenstellen im Straßenverkehr aufmerksam machen. Über eine App und die Internetseite kann jeder Verkehrsteilnehmer Gefahrenstellen, die aufgefallen sind, melden. Diese werden anschließend mit amtlichen Unfalldaten, Wettereinflüssen und weiteren Indikatoren zusammengebracht, um gefährliche Bereiche frühzeitig zu identifizieren.

Aus der Bundesstadt werden viele Gefahrenstellen gemeldet

Eine „gepflasterte Mittelinsel“ könnte das Problem in Kessenich entschärfen, meint Jörn Wolter. Der Bad Godesberger ist Mitbegründer der Initiative. Zusammen mit Verkehrsingenieur Jörg Ehlers hat der 48-Jährige den Kreisverkehr unter die Lupe genommen. Die Schilderungen der Nutzer ließen sich vor Ort bestätigen. „Es ist ein gefährlicher Kreisverkehr für alle Beteiligten, besonders für Radfahrer und Fußgänger“, meint Wolter. Ehlers, der für das Institut für Straßenwesen der RWTH Aachen die Nutzerdaten von „gefahrenstellen.de“ auswertet, spricht von generell „vielen Gefahrenmeldungen“ im Bonner Stadtgebiet.

Initiative macht sich Schwarmwissen zu Nutze

Die Initiative macht sich das Schwarmwissen der Verkehrsteilnehmer zu Nutze. „Werden bestimmte Stellen häufiger gemeldet, dann kann man sich das vor Ort schon genauer anschauen“, erklärt Wolter. Seit bereits vier Jahren gibt es das Projekt. Etliche tausend Meldungen sollen die User seitdem auf der Internetplattform hinterlegt haben. Auf der virtuellen Karte aufrufen lassen sich auch die Unfalldaten der letzten vier Jahre. „Man sieht, dass Unfallstellen und gemeldete Gefahrenstellen eng beieinander liegen – das ist kein Zufall“, betont Wolter. Das Ziel sei anhand verschiedener Daten die Straßen in verschiedene Kategorien einzuteilen. Eine Stelle, wo besonders viele Meldungen vorlegen, ist zum Beispiel rot markiert. „Eltern können damit auch eine sichere Route für den Schulweg heraussuchen“, sagt Wolter. Der nächste Schritt sei nun, die gesammelten Daten mit den Kommunen zu teilen. Auf ein Angebot der Initiative soll die Bonner Stadtverwaltung aber nicht reagiert haben, bedauert Wolter. „Wir würden uns hier konkrete Gespräche mit der Stadt wünschen.“ In Aachen arbeitet die Initiative hingegen mit der Stadtverwaltung zusammen.

Prominente unterstützen Initiative

Der Bad Honnefer und TV Total-Moderator Sebastian Pufpaff unterstützt gemeinsam mit anderen Prominenten die Initiative. „Mittlerweile erlebe ich Zebrastreifen in Deutschland als die größtmögliche Heuchelei im Straßenverkehr. Aus der Überquerungshilfe für alle ist eine Todeszone geworden. Mit dem ersten Schritt auf die gepinselte Zuversicht, die Straße sicher überqueren zu können, findet man sich im Überlebensmodus wieder“, schildert der Kabarettist.

Weitere Informationen: www.gefahrenstellen.de