Grünzug Nord

Bonn. (hol) Der Bonner Norden ist von Industrie und Gewerbe, Wohngebieten, Verkehrswegen und landwirtschaftlichen Flächen geprägt. Zur Verbesserung der wohnortnahen Erholungsmöglichkeiten in Tannenbusch und Buschdorf wurde zwischen 1994 und 1996 der Grünzug Nord angelegt.

Er liegt unmittelbar an der Stadtgrenze nördlich von Tannenbusch an der Autobahn. Für die 21 Hektar große Anlage wurden landwirtschaftliche Flächen und die Aufschüttungen der Lärmschutzwälle entlang der A 555 zu einer parkartigen Landschaft gestaltet.

Damit ist der Grünzug Nord Bonns jüngste Grünanlage, und der umgebende Wald ist der jüngste Teil des Stadtwaldes. Die Flächen liegen im Landschaftsschutzgebiet. Sie liegen etwa 57 Meter über dem Meeresspiegel und zählen zur fruchtbaren Mittelterrasse des Rheintales.

Ohne den Einfluss des Menschen würden sich hier ausgedehnte Buchen-und Eichenwälder befinden, die bis zur Römerzeit weite Teile der Köln-Bonner Rheinebene bedeckten. Der fruchtbare Boden und das günstige Klima sind gut für die Landwirtschaft, und daher werden schon seit Jahrtausenden hier alle Sorten von Gemüse, Obst und Getreide angebaut.

Leider ist die Gegend zwischen Köln und Bonn in der jüngsten Vergangenheit auch für die Industrie und die Stadtentwicklung sehr wichtig geworden, so dass nach dem Wald nun auch die Landwirtschaft mehr und mehr verschwindet und Platz macht für Wohn- und Gewerbegebiete.

Umso wichtiger ist der Grünzug Nord, der nach dem Willen der Planer in den nächsten Jahren mit anderen Grünflächen zum so genannten "Grünen C" verbunden werden soll, einer Landschaft mit Wäldern, Wiesen und Feldern von der Sieg bis zur Ville im Norden Bonns. Die Waldflächen schirmen das Erholungsgebiet mit weiten Wiesen, Rasenflächen und Wanderwegen von der Autobahn und den Wohngebieten ab und dienen nicht nur als Sicht- und Lärmschutz, sondern verbessern auch die Luftqualität.

Die Bäume sind erst zehn Jahre alt, und mit zunehmendem Alter entsteht ein wertvoller Laubwald, der Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten bildet. Der Ahorn und die Buchen bilden dabei den Kern des Waldes, während Ulmen, Ebereschen und Traubenkirschen einen stufigen, vielfältigen Waldrand bilden. Gerade die jungen Waldbestände sind recht empfindlich, und es ist wichtig, sie zu schützen und nicht zu betreten.