Haft für Internet-Betrüger

in mehrfach vorbestrafter Betrüger wurde am Dienstag von der Wirtschaftsstrafkammer am Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt.

Haft für Internet-Betrüger
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Bonn. Ein mehrfach vorbestrafter Betrüger wurde am Dienstag von der Wirtschaftsstrafkammer am Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt. Zwischen 2005 und 2008 hatte der geständige 39-Jährige laut Urteil durch gewerbsmäßige Betrügereien einen Gesamtschaden von knapp 100 000 Euro verursacht.

Geschädigt wurden vor allem die Kunden der drei Internetfirmen des Mannes: Die Opfer bestellten Elektronikartikel und bezahlten per Vorkasse - geliefert wurde nicht. Opfer des Betrügers wurden zudem Vermieter von Büros auf der Adenauerallee und in Königswinter. Monatelang wurden Räume von den Firmen genutzt, die Miete jedoch nicht gezahlt.

Verurteilt wurde der 39-Jährige zudem wegen Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt, Bankrott, falscher uneidlicher Aussage, Urkundenfälschung und Gründungsschwindel - er machte falsche Angaben im Gründungsbericht von Aktiengesellschaften.

In den Augen des Gerichts waren die Geschäfte des Mannes "von Anfang an zum Scheitern verurteilt". Es habe "kein Kapital, keine ausreichende Branchenkenntnis, keine eigenen Produkte und keine Kredite" gegeben.

Allerdings habe in den vergangenen Jahren beim Angeklagten der Eindruck entstehen müssen, "dass alles in der Welt möglich ist". So hatte der Betrüger im Prozess geschildert, wie er Ärzte immer wieder dazu gebracht hatte, ihn aufgrund seiner Angaben zu vorgetäuschten Krankheiten haftunfähig zu schreiben. Auch ein früherer Anwalt - der für ihn nach einem Unfall falsch aussagte - und die Justiz hätten sich nicht korrekt verhalten.

Immer wieder hatte der Mann auch ihm nahestehende Personen in seine krummen Geschäfte einbezogen. So hatte er seine Frau als formalen Firmenvorstand im Handelsregister eintragen lassen.

Das Verfahren wegen Beihilfe gegen die Frau wurde inzwischen eingestellt. Aufgrund der langen Verfahrensdauer werden vier Monate der Strafe als bereits vollstreckt angesehen. Eine einschlägige neunmonatige Vorstrafe wurde in das Urteil einbezogen.

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