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Duisdorfer Bahnhof: 15 Jahre bis zum Umbau einer alten Laderampe

Duisdorfer Bahnhof : 15 Jahre bis zum Umbau einer alten Laderampe

Für 50 neue Parkplätze am Duisdorfer Bahnhof muss ein neues Planfeststellungsverfahren eröffnet werden.

Eine verlassene Brache zu ein paar Parkplätzen umzugestalten, ist gar nicht so einfach. Aber die Bretter, die in diesem Fall zu bohren sind, scheinen ganz besonders dick. Es geht um die Fläche neben dem Bahnhof Duisdorf, auf der Nordseite in Richtung Nelkenweg.

Als man im Jahr 2006 auf die Idee kommt, die Park-and-Ride-Anlage am Busbahnhof um diese Fläche der alten Laderampe zu erweitern, muss man sich zum ersten Mal mit der Bahn als Eigentümerin des Grundstücks auseinandersetzen. Vier Jahre dauerte es, bis die Bahn sich äußert und den Plan ablehnt, weil sie das Areal als Reservefläche vorsorglich für den Fall behalten will, dass der Bahnübergang Bahnhofstraße geschlossen werden sollte. Heute weiß man: Wird er aber nicht.

2013 dann der nächste Versuch: CDU-Ratsherr Bert Moll will sich nicht länger hinhalten lassen und keine Einwände mehr akzeptieren. Spätestens mit dem Ausbau der S 23 und den neuen Haltepunkten sei die Schaffung der 40 zusätzlichen Parkplätze sowie 50 Stellplätze für Fahrräder am Bahnhof unbedingt nötig. Die CDU beantragt eine Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses für die Fläche neben dem Bahnübergang Bahnhofstraße. Naturnahe Ausgleichsflächen für den Bau des Parkplatzes sollen möglichst in der näheren Umgebung ausgewiesen werden. Wieder wird mit der Bahn verhandelt, die Stadt will die Fläche aus Mitteln der Stellplatzablösung kaufen und die Parkplätze bauen.

2016 scheint Licht am Horizont, man hat sich geeinigt. Allerdings ist ein neues Planfeststellungsverfahren beim Eisenbahnbundesamt erforderlich, heißt es, und das dauert. Ein Ingenieurbüro soll alle Unterlagen zusammenstellen, dabei sind auch Flächen für den Bau einer Wendeanlage und der Elektrifizierung zu berücksichtigen. Die Kostenseite ist dagegen geklärt, weil die Stadt eine Übernahmeerklärung ausfüllt und erst mal 35.000 Euro für die Planung bereit stellt. Die Bahn will aber nicht verkaufen, sondern besteht auf einem kostenpflichtigen Gestattungsvertrag.

Ach ja: Die Ökopunkte müssen noch verteilt werden. Die Stadt wird dazu der Bahn ein Ersatzgrundstück aus dem Ökokonto der Stadt Bonn anbieten, damit alles aus Umweltsicht seine Richtigkeit hat. Im Jahr 2020 soll es dann endlich etwas werden mit dem Bau: 200.000 Euro will die Stadt dafür investieren, hinzu kommt die Pacht, womöglich gibt es eine Landesförderung. Fazit unterm Strich: Fast 15 Jahre dauert es, um eine alte Laderampe in eine neue Park-and-Ride-Anlage umzuwandeln. Trotzdem ist Moll nicht unzufrieden: „Wir habe nach zehn Jahren endlich einen Weg gefunden und einen zeitlichen Rahmen abgesteckt.“