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Neues Schulgebäude: 26 Bäume müssen für Erweiterung der Rochusschule weichen

Neues Schulgebäude : 26 Bäume müssen für Erweiterung der Rochusschule weichen

Die Stadt lässt für die Erweiterung der Rochusschule 26 Bäume fällen. 21 davon sind eigentlich geschützt. Auf dem Schulgelände und im Bezirk soll Ersatz gepflanzt werden.

Die Bäume an der Rochusschule müssen weg. Das ist beschlossene Sache. Insgesamt sind es 26 Pflanzen, die die Stadt entfernen lässt, damit die Schule erweitert werden kann. 21 davon fallen unter die Baumschutzsatzung, die festlegt, dass in der Stadt bestimmte Bäume nicht ohne weiteres gefällt werden dürfen (siehe Kasten). Laut Presseamt hat die Bezirksvertretung aber entschieden, dass sie entfernt werden können. Als Ersatz für die Bäume will die Stadt auf dem Grundstück der Schule 13 neue pflanzen. „Es werden Bäume sein, die mit der durch den Klimawandel einhergehenden Trockenheit zurechtkommen und aus heutiger Sicht kein erhöhtes Risiko für einen Befall durch Schädlinge oder Krankheiten aufweisen“, schreibt Kristina Buchmiller vom Presseamt in einer E-Mail. Bisher stehen auf dem Gelände der Schule: Spitzpappeln, Berg-Ahorn, Moor-Birke und Spitzahorn. Zusätzlich sollen verteilt über den Stadtbezirk weitere 13 neue Bäume gepflanzt werden.

Für das neue Gebäude muss auch ein Hausmeisterhäuschen abgerissen werden. Wegen des Abrisses und des Neubaus müssen acht Bäume gefällt werden. Östlich des neuen Gebäudes verläuft zwischen dem Parkplatz an der Rochusstraße im Norden und dem Königsberger Weg im Süden eine Starkstromtrasse unterhalb des öffentlichen Weges, in Teilen des Parkplatzes an der Rochusstraße und des Gehweges entlang des Parkplatzes.

Diese Starkstromtrasse soll vor Beginn der Arbeiten östlich in Richtung des angrenzenden Friedhofes versetzt werden, da sie nicht überbaut werden darf. Auf dem Parkplatz muss die Starkstromtrasse aufgetrennt, verlängert und erneut an die weiterführende Starkstromtrasse angeschlossen werden. Deswegen müssen zwei weitere Bäume entfernt werden.

Weil hinter dem alten Gebäude der Parkplatz umgestaltet und der Zugang zur Schule barrierefrei wird, müssen sechs weitere Bäume gefällt werden. Auch der angrenzende Spielplatz soll barrierefrei werden. Die dortigen Container, die seit 1987 als Klassenräume dienen, kommen weg, wenn der Neubau steht. In diesem Bereich befinden sich acht Bäume, die Platz machen müssen. Ihre Wurzeln beschädigen schon jetzt das Schulgebäude und einen Gehweg. Bei ihrer Größe und ihrem Alter besteht zudem die Gefahr, dass Äste abbrechen. Nicht mehr in der besten Verfassung sind auch zwei Bäume am Parkplatz an der Rochusstraße. Sie stehen zudem anderen gut entwickelte Bäumen im Weg – deswegen werden auch sie gefällt.

Die Kosten für die Fällungen sowie Pflanzung der neuen Bäume und der anfänglichen Pflege sind bereits in den Kosten für den Erweiterungsbau enthalten. Neubau und Umbau des alten Schulgebäudes sollen rund sechs Millionen Euro kosten. Insgesamt sollen für das Projekt 7,7 Millionen Euro nötig sein. Neben gravierenden Mängeln war auch die Raumsituation ausschlaggebend für die Erweiterung. Die ohnehin schon beengten Verhältnisse verschärften sich noch durch steigende Schülerzahlen aus den umliegenden Neubaugebieten.

Der neue Trakt umfasst neben einer Mensa auch neue Klassenräume. Er wird an das bestehende Gebäude angeschlossen. Durch einen neuen Aufzug sind dann auch Erdgeschoss und Obergeschoss des alten Gebäudes etwa für Rollstuhlfahrer zugänglich. Weil das Schulgebäude seit 2006 als Denkmal eingetragen ist, war auch die Untere Denkmalbehörde in die Planungen eingebunden. Bevor die Schüler dann ihr neues Schulgebäude beziehen können, müssen sie mit einer Übergangslösung klarkommen: Sie werden so lange in Containern unterrichtet.