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"Am Wasserfeld“: Park in Dransdorf verkommt zur Mülldeponie

Grünareal „Am Wasserfeld“ : Park in Dransdorf verkommt zur Mülldeponie

Anwohner haben die unhaltbaren Zustände im Grünareal „Am Wasserfeld“ am Ortsrand von Dransdorf kritisiert. Der Park verkommt zur Mülldeponie und Mitte April musste die Feuerwehr zweimal brennenden Unrat löschen.

Ein kaputter Einkaufswagen, diverse Garten- und Klappstühle aus Plastik, Pappen, Stangen, und eine Menge Müll in blauen Säcken: Das Bild, das sich am Montagmorgen im Park „Am Wasserfeld“ in Dransdorf den Spaziergängern bietet, ist alles andere als schön. Ein Problem, dass es schon länger gibt, wie ein Anwohner dem GA berichtet, der seinen Namen aber nicht in der Zeitung lesen möchte. In der Nachbarschaft seien die Müllberge immer wieder ein heiß diskutiertes Thema.

Der Park habe sich in der letzten Zeit regelrecht zu einer illegalen Mülldeponie entwickelt, berichtet der Mann. Ob kurz nach dem Wochenende oder auch mitten in der Woche – immer wieder wird dort an den verschiedensten Stellen Müll abgestellt. „Es ist dort dreckig, es ist unangenehm“, sagt er. Er stellt die Müllansammlungen vor allem im Bereich der dortigen Schrebergärten fest.

Stadt soll sich um Problematik kümmern

Es müsse sich dringend etwas an der Situation vor Ort ändern, fordert er und nimmt dabei die Stadt in die Pflicht. Obwohl er für diese auch lobende Worte findet. „Sobald dort Müll liegt, kümmert sich die Stadt wirklich sehr gut und entfernt diesen. Allerdings dauert es nicht lange und es liegt neuer Müll dort“, so der Anwohner. Er fordert deshalb beispielsweise Schilder, die auf das Problem aufmerksam machen und die Müllablage verbieten.

Der SPD-Stadtverordnete Stephan Eickschen ist ebenfalls an dem Thema dran. „An der Situation muss sich etwas ändern, so kann es nicht weitergehen. Ich habe bislang allerdings noch keine Antworten auf meine Fragen seitens der Stadtverwaltung oder auch der Polizei bekommen. Ich werde das Thema nun in die Politik einbringen“, so Eickschen.

Feuerwehr musste im April zweimal in Park ausrücken

Das dringend gehandelt werden muss, macht der Anwohner gegenüber dem GA auch an zwei Ereignissen Mitte April fest. „Mittlerweile haben sich die Müllhalden zur Müllverbrennungsanlage entwickelt – die Feuerwehr musste eingreifen“, sagt er weiter. Damit nimmt er Bezug auf zwei Einsätze der Feuerwehr. „Die Berufsfeuerwehr der Stadt Bonn wurde am 13. April und am 14. April jeweils zu brennendem Unrat, Müll und Sperrmüll gerufen. In beiden Fällen wurde das Meldebild bestätigt und die brennenden Müllhaufen gelöscht“, erklärt Markus Schmitz vom städtischen Presseamt auf GA-Nachfrage.

Dass vor Ort illegal Müll deponiert wird, sei dem Ordnungsamt bekannt, erklärt Schmitz weiter, allerdings sei es kein stetiges Problem: „Dort wird ab und zu Müll unerlaubt abgelagert“. Das Ordnungsamt würde den Park regelmäßig kontrollieren, der Bereich sei im Routinekontrollplan aufgenommen.

Parkende Autos und illegale Rennen

Der Müll sei im Park allerdings nur eines von vielen Problemen, so der Anwohner. Immer wieder würden auch zahlreiche Fahrzeuge entlang der Wege im Park parken, obwohl dies gar nicht erlaubt sei. „Die Einfahrt in den Park ist nicht gestattet, dafür gibt es auch Schilder, aber es halten sich nicht alle daran“, berichtet er. Die sehr gerade und gut asphaltierte Fahrbahn, die durch den Park von der Grootestraße, an der Andreas-Schönmüller-Sportanlage bis zum Vorgebirgsbahnweg führt, würde außerdem des Öfteren zum Austesten von PS-starken Fahrzeugen genutzt, wie der Anwohner berichtet. „Man hört regelmäßig, wie von dort die Motoren aufheulen“, so der Mann.

Darauf angesprochen verweist die Stadtverwaltung auf die Bonner Polizei. „Illegale Autorennen gehören zum fließenden Straßenverkehr, den nur die Polizei kontrollieren und anhalten darf“, erklärt Schmitz vom Presseamt der Stadt. Auf Anfrage des GA recherchierte Polizeisprecher Simon Rott das Einsatzgeschehen im Park. „Eine Einsatzrecherche für den Zeitraum von Februar bis heute ergab lediglich einen Treffer in diesem ‚Themenfeld’“, so Rott. Bei diesem handelt es sich um einen Verstoß, der am 15. April gegen 17.30 Uhr festgestellt wurde. Der Polizei wurde dabei ein Fahrzeug in der Mörikestraße gemeldet, dass mit überhöhter Geschwindigkeit vom Sportplatz losgefahren sein soll. Die Straße gehört allerdings auch nicht mehr zum Park. „Vor Ort hatten wir dann allerdings keine Feststellungen mehr. Hinweise auf ein mögliches ‚Autorennen’ ergaben sich nicht“, so Rott.