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Gestutzte Pflanzen in Röttgen: Anwohner wundern sich über Heckenschnitt

Gestutzte Pflanzen in Röttgen : Anwohner wundern sich über Heckenschnitt

Am Friedhof in Röttgen ärgern sich Anwohner über zwei Dinge: Dass städtische Mitarbeiter die Hecken in der Schonzeit stutzen und dass der Platz mit den früheren Grüncontainern ungepflegt aussieht.

Eigentlich müsste das monotone Aufheulen von Heckenscheren längst verstummt sein. Rund um den Friedhof in Röttgen ist es in den vergangenen Tagen dennoch zu hören gewesen. Das wundert einen Röttgener, der seinen Namen nicht öffentlich nennen möchte. „Gelten die Vorschriften eigentlich für alle oder nur für uns Bürger?“, fragt er sich nun. Obwohl es laut Bundesnaturschutzgesetz verboten ist, nach dem 1. März Hecken zu stutzen, seien genau diese Arbeiten nach dem amtlich festgelegten Stichtag am Friedhof im Ort erledigt worden, habe der Mann beobachtet. „Jeder Bürger würde dafür eine Ordnungsstrafe bekommen. Aber das Grünflächenamt muss keine Sanktionen fürchten“, sagt er.

Nach Auskunft der Stadt haben sich die Mitarbeiter sehr wohl an die Vorschriften gehalten, betont Markus Schmitz vom Presseamt. Denn: Form- und Pflegeschnitte sind erlaubt, um so das Ausbreiten der Pflanzen zu steuern oder die Gesundheit von Bäumen zu erhalten. „Bei dem Schnitt am Friedhof Röttgen handelt es sich um einen solchen zulässigen Form- oder Pflegeschnitt“, betont er.

Anwohner vermisst Pflege am Platz früherer Grüncontainer

Aber nicht nur die Tätigkeit der Mitarbeiter des Grünflächenamtes in den vergangenen Tagen ärgert den Anwohner in der Nachbarschaft. „Das Areal, wo früher die Grüncontainer standen, wird nicht gepflegt und macht einen verwahrlosten Eindruck“, ergänzt er. Diese Kritik kann man im Stadthaus durchaus nachvollziehen. „Der Platz, an dem früher die Grüncontainer standen, ist in der Tat in keinem guten Zustand. Dort gibt es wirklich Wildwuchs“, sagt Schmitz. Für diesen Zustand seien allerdings Hobbygärtner aus der Nachbarschaft mit verantwortlich. „Es wird offenbar noch nicht akzeptiert, dass man dort kein Grün mehr abladen darf. Das Amt für Umwelt und Stadtgrün wird den Platz kurzfristig säubern. Außerdem soll der Abgrenzungszaun versetzt werden, sodass die Fläche künftig zum Friedhofsgelände gehört und besser gepflegt werden kann“, so das Presseamt.

Im Dezember 2015 wurden die Grüncontainer am Friedhof abgebaut. Seit dieser Zeit fahren Hobbygärtner mit Laub, Strauch-, Hecken- und Rasenschnitt sowie Ästen ins benachbarte Ückesdorf, um dort den Grünschnitt entsorgen zu lassen. Bonnorange hatte damals die Sammelstelle in Röttgen geschlossen, nachdem die Container regelmäßig überfüllt waren und der Abfall einfach daneben gelegt wurde. Vor allem Gewerbetreibenden waren dort häufig mit ihren Fahrzeugen sowie Transportanhängern vorgefahren.

Container fehlen Anwohnern

Einige Röttgener können sich mit dieser Entscheidung selbst nach gut fünf Jahren nicht anfreunden. „Es war schon sehr bequem, wenn man ein wenig im Garten gearbeitet hatte und selbst kleinste Menge Grünabfall schnell zum Container bringen konnte“, sagt eine Anwohnerin (73). „Jetzt müssen wir unseren Rückschnitt immer in großen Säcken sammeln, damit es sich lohnt, mit dem Auto zum Friedhof Kottenforst nach Ückesdorf zu fahren.“ Aber da, so sagt sie, müsse man sich an die Öffnungszeiten halten. Denn während die Container in Röttgen früher rund um die Uhr genutzt werden konnten, gelten an der Qualifizierten Grünannahmestelle (GAS) in Ückesdorf genaue Öffnungszeiten. Angefahren werden kann sie montags von 8.30 bis 16 Uhr; dienstags, mittwochs und donnerstags von 13.30 bis 18 Uhr; freitags von 10 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 18 Uhr. Ein Mitarbeiter von Bonnorange ist während der Öffnungszeiten vor Ort.