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Wetterschutz am Duisdorfer Bahnhof: Bahn weigert sich gegen Baumaßnahme

Wetterschutz am Duisdorfer Bahnhof : Bahn weigert sich gegen Baumaßnahme

Die Fahrgäste am Bahnhof in Duisdorf stehen im Regen, bevor sie in die S-Bahn steigen können. Es fehlt ein Wetterschutz. Doch die Deutsche Bahn weigert sich, eine neue Überdachung zu bauen.

Wer Bus fährt, ist am Duisdorfer Bahnhof klar im Vorteil. Denn wenn es regnet, hat der Fahrgast an den Bushaltestellen dort ein Dach über dem Kopf. Davon können die Menschen, die am Bahnsteig der S-Bahnlinie 23 in Richtung Bonn warten, nur träumen, denn hier gibt es keinen Wetterschutz.

Der ist nach Ansicht von Rolf Beu (Grüne), Bert Moll (CDU) und Frank Thomas (FDP) aber dringend nötig, befanden sie schon im vorigen Jahr. Weil hier der Knotenpunkt des ÖPNV im Stadtbezirk Hardtberg sei und der Bahnhof Duisdorf der DB derjenige mit den höchsten Fahrgastzahlen an der gesamten S-23-Strecke sei – auch höher als an den meisten SWB-Stadtbahnhaltestellen, halten die drei einen Wetterschutz am DB-Bahnsteig in Duisdorf für längst überfällig.

Weil sich die Deutsche Bahn weigert, eine Überdachung anzulegen, gibt es jetzt eine Beschlussvorlage des Planungsamt, aus der klar wird: Die Stadt springt auf Wunsch der Ratskoalition ein und stellt 500.000 Euro für 2017 bereit. Mit dem Geld soll die Überdachung am Bahnhof Duisdorf (260.000 Euro) sowie am Haltepunkt Helmholtzstraße je ein zusätzliches Wetterschutzhaus auf jedem Bahnsteig errichtet werden. Für den Haltpunkt Helmholtzstraße in Fahrtrichtung Bonn ist alternativ eine größere Überdachung zu prüfen. Über diese Vorschläge stimmt die Bezirksvertretung am 7. März ab, das letzte Votum hat der Hauptausschuss am 23. März.

Die Bahn beruft sich bei ihrer Weigerung, den Wetterschutz zu installieren, auf Zahlen: Am 31. August 2016 seien 3399 Fahrgäste pro Tag und am 1. September 2016 3181 Fahrgäste gezählt worden – das liege unterhalb der Grenze von 4000 Ein- und Aussteigern pro Tag, weshalb es keine Förderung geben könne. Der Stadt sei es aber freigestellt, auf eigene Kosten die Überdachung zu bauen. Dann aber müsse sie auch die Unterhaltung dafür übernehmen. Und die Kosten dafür sind nicht gering, denn die DB plant rund 10.000 Euro pro Jahr ein. Dabei geht es vorwiegend um Schäden durch Vandalismus.

Unklar ist auch, ob die Stadt mit dem zur Verfügung gestellten Geld in Duisdorf überhaupt hinkommt. „Nach ersten überschlägigen Berechnungen würde eine neue Überdachung analog dem geplanten Haltepunkt UN-Campus rund 260.000 Euro kosten, darin sind noch nicht die Unwägbarkeiten hinsichtlich der Fertigteilbahnsteige, der geringen Bahnsteigbreite und der Lage der Bahnsteige in ihrem unmittelbaren Umfeld und die langfristige Unterhaltung berücksichtigt“, heißt es in der Vorlage. Somit könne mit dem Geld gegebenenfalls nur ein Bahnsteig mit der Überdachung ausgerüstet werden und der Haltepunkt Helmholtzstraße ginge leer aus. Für diesen Halt gilt dasselbe wie für Duisdorf, dort wurden am 26. Juni 2016 nur 1237 Fahrgäste gezählt, was deutlich unter den Kriterien für einen Zuschuss liegt.

Und dann wäre da noch der Ende 2014 in Betrieb genommene Haltepunkt Endenich-Nord am Propsthof. Auch dort will die Stadt für eine vergrößerte Überdachung sorgen. Allerdings gibt es hier laut Bahn das Problem, dass aufgrund der vorhandenen Konstruktion (Bewehrung) eine Erweiterung des Wetterschutzes auf dem Bahnsteig nicht möglich sei.