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Kirchpädchen in Bonn-Lessenich: Beliebter Weg ist nur teilweise beleuchtet

Kirchpädchen in Bonn-Lessenich : Beliebter Weg ist nur teilweise beleuchtet

Das Tiefbauamt der Stadt Bonn hat erst vor Kurzem rund 300 Meter des Lessenicher Kirchpädchens saniert und beleuchtet. Beim zweiten Teil des Weges steht der Maßnahme eine Eigentümergemeinschaft entgegen.

Das Lessenicher Kirchpädchen, der schmale Pfad, der von der Roncallistraße vorbei am Lessenicher Dorfplatz – immer dem Alten Bach folgend – bis zur Siedlung Im Brocken führt, ist ein von Spaziergängern wie Schülern und Kindergartenkindern viel genutzter Fußweg.

Dass dieser rund 700 Meter lange Weg zwei Besitzer hat, wird nicht nur zum Ärger der Stadtverordneten Ursula Sautter - vor allem in der Dunkelheit - sichtbar. Während der erste Teil des Weges, der am Dorfplatz beginnend erst im letzten Sommer durch das Tiefbauamt der Stadt Bonn saniert und beleuchtet wurde, ist das letzte rund 300 Meter lange Teilstück zwar gut begehbar, aber durch eine fehlende Beleuchtung nachts nicht ausgeleuchtet, was nach Ansicht von Bonns Zweiter Bürgermeisterin Ursula Sautter (CDU) einer dringenden Beseitigung bedarf. Was beim ersten Teil des Weges, der sich in städtischem Besitz befindet schlussendlich problemlos geklappt hatte, scheint sich bis heute für das letzte Teilstück als schwierig darzustellen.

Wiese entlang des Weges wird als Hundeklo benutzt

Der im Dunkeln liegende Weg gehört zum Grundstück der Eigentümergemeinschaft der Wohnungen an der Ermlandstraße 20 bis 32, die durch Stefan Dahmer von der Vonovia-Wohneigentümerverwaltung (WEG) vertreten wird, die dort auch über eine Wohnung verfügt. Wie Sautter erfahren hat, plant die Eigentümergemeinschaft keinerlei Veränderung des Weges. Der Verwalter ließ sie zudem wissen, dass die WEG kein Interesse habe, den Weg zu beleuchten. Bisher haben die dort Wohnenden offensichtlich keine guten Erfahrungen mit der Nutzung ihres Weges gemacht. So machen mehrere Schilder auf der an den Weg angrenzenden Rasenfläche Hundebesitzer darauf aufmerksam, dass es sich bei der Wiese um keine Hundetoilette handelt. „Dabei könnte es so einfach sein“, so Sautter, „wenn man auch in diesem Teil des Weges Abfallkörbe und Spender für Hundekotbeutel aufstellen würde.“

Stadt kann nicht einfach den zweiten Teil des Weges kaufen

Einiges scheint auf diesem Wegestück erforderlich zu sein, was sich voraussichtlich auch umsetzen ließe, wenn der Weg über städtisches Grundstück verliefe. Bei der Stadt hat man bereits festgestellt, dass das Grundstück nicht im Bereich eines rechtskräftigen Bebauungsplanes liegt und somit auch nicht als öffentliche Verkehrs- oder Grünfläche ausgewiesen ist. Um die Wegestrecke entlang des Alten Bachs durchgehend mit einer Beleuchtung auszustatten, müsste die Stadt die WEG dazu auffordern oder das Angebot machen, dort Leuchten zu installieren und deren Betriebskosten zu übernehmen.

Eine Antwort auf die Frage des GA, wie sich die Stadt dazu verhalten wird, steht noch aus. Bonns Vize-Stadt-Pressesprecher Marc Hoffmann teilte bisher mit: „Sollte die WEG die Fläche, auf der der Weg verläuft, an die Stadt veräußern wollen, müsste eine Übernahme in die Unterhaltungslast der Stadt Bonn ebenso geprüft werden, wie die mögliche Installation einer Beleuchtung.“

Grundstückserwerb sei erfahrungsgemäß schwierig

Erfahrungsgemäß sei ein Grundstückserwerb von Wohneigentümergemeinschaften jedoch schwierig, ließ jedoch bereits Bart Hölscher vom Bonner Amt für Wirtschaftsförderung Ursula Sautter wissen. Auch er verweist darauf, dass bei dem Erwerb die Verkehrssicherungspflichten und der Unterhalt auf die Stadt übergehen würden, was zuvor mit den entsprechenden Fachämtern abzustimmen sei. „Beim Stellen von Forderungen an die WEG“, gibt Sautter ein Gespräch mit dem Verwalter Dahmer wieder, habe dieser bereits angedeutet, dass man Gefahr laufe, dass die Eigentümer den Weg sperren ließen.