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Kommentar: Bogen nicht überspannen

Kommentar : Bogen nicht überspannen

Manchmal fragt man sich, warum Dinge, die schon ewig gut laufen, auf einmal neu geregelt werden müssen. In der ganzen Stadt engagieren sich Vereine und Ausschüsse, damit die Kinder an Sankt Martin einen schönen Zug erleben.

Die Helfer stecken viel Engagement in die Organisation und bekommen keinen Cent dafür. Gerade beim ehrenamtlichen Engagement muss man aufpassen, dass man den Bogen nicht überspannt. Wohl nicht nur die Lengsdorfer schütteln jetzt verärgert den Kopf, dass sie sich mit Pachtverträgen und Genehmigungen rumschlagen müssen. Das kostet zusätzliche Zeit und fördert den Frust.

Die Stadtkasse ist leer, das spüren auch die Vereine bei den Zuschüssen. Die Organisatoren bekommen derzeit pro Kind im Zug 50 Cent. Dieses Geld investieren sie komplett, damit das Martinsfest überhaupt gestemmt werden kann. Jetzt sollen sie noch einmal extra 250 Euro als Kaution beiseitelegen. Da fragt man sich, warum die Stadt das Geld bei den Zuschüssen nicht direkt schon abzieht und erst später ausgibt, wenn nach dem Feuer auch tatsächlich alles wieder besenrein ist.

In den vergangenen Jahren hat die Stadt oft selbst alles sauber gemacht. Zumindest war dies im gegenseitigen Einverständnis in Lengsdorf der Fall. Wenn dies nicht mehr möglich ist, hätte wohl - früh genug - ein Anruf bei den Zugveranstaltern gereicht. So sorgfältig, wie sie alles auf die Beine stellen, hätten sie bestimmt auch noch Zeit gehabt, am nächsten Tag die Asche wegzufegen. Das wäre unbürokratisch gewesen.