Abfall auf Grünfläche Ärger über Müll nach Grillpartys im Bonner Derletal

Bonn · Das Derletal in Bonn ist ein beliebter Ort für Grillpartys. In der Vergangenheit ist es allerdings immer wieder vorgekommen, dass dort teils große Mengen an Müll hinterlassen wurden. Wer erwischt wird, muss mit hohen Bußgeldern rechnen.

 Die leere Pizzaschachtel ist im Regen aufgeweicht. Warum wurde sie nicht gleich in den Mülleimer ganz in der Nähe geworfen?

Die leere Pizzaschachtel ist im Regen aufgeweicht. Warum wurde sie nicht gleich in den Mülleimer ganz in der Nähe geworfen?

Foto: Stefan Knopp

Verkohlte Würste, Kartons und volle Müllsäcke: Die Reste eines größeren Grillgelages hat ein Spaziergänger vor einiger Zeit nach einem sonnigen Wochenende im Derletal entdeckt. An der Sitzgruppe gegenüber dem Weg an den Kleingärten hatte der anonyme Facebook-Nutzer auch die ausgebrannte Feuerstelle unter dem Baum vorgefunden. Die Verursacher hätten ein „sehr trauriges Verständnis, wie man den eigenen Lebensraum behandelt“. In den Kommentaren darunter findet man viel Zustimmung. Immer wieder liegen an derselben Stelle auch Pizzakartons, die nicht weggeräumt wurden.

Die Bilder werfen kein gutes Licht auf die Situation im Derletal. Wobei es sich dabei um schwarze Schafe handelt, sagt eine Frau, die regelmäßig mit ihrem Hund dort spaziert. Auf den Wiesen würden öfters Grillpartys gefeiert, bestätigt sie. „Da sind viele nette junge Leute dabei.“ Oftmals seien die Stellen am nächsten Morgen auch aufgeräumt. Der Müll werde in der Regel in die umliegenden Abfalleimer gestopft, bis sie voll seien. Manchmal werde er auch daneben liegen gelassen. Später, erzählt sie, sind dann die Mülltüten oft aufgerissen und der Inhalt fliegt herum. Wie das passiert, weiß sie nicht. Ihrer Meinung nach könnten es Tiere sein, die die Müllberge durchstöbern.

Die Lösung? Mehr oder größere Müllbehälter, das könnte sie sich vorstellen. Oder eine Sammelstelle für Grillabfälle. Aus Sicht der Stadt Bonn ist die Lösung klar: „Abfälle müssen selbstverständlich entsorgt werden“, erklärt Markus Schmitz vom Presseamt auf Nachfrage. Dafür gebe es die Abfalleimer, die von Bonnorange mehrmals in der Woche geleert werden.

Geldbußen in Höhe von 50 bis 1000 Euro

Das Grillen wird rechtlich durch das Immissionsschutzgesetz des Landes NRW sowie durch die Bonner Straßenordnung geregelt. Es ist demnach mit geeignetem Gerät erlaubt, das ausreichend Abstand von der Grillkohle zum Boden lässt. Auch ein Gas-Grill ist erlaubt, solange damit die Grünflächen nicht versengt werden. Ein offenes Feuer wie das, was der Facebook-Nutzer fotografiert hat, gilt als Ordnungswidrigkeit, ebenso der Gebrauch von Einweg-Grills und flüssigen Grillanzündern. „Dass sich nicht alle Menschen an diese Verhaltensregeln halten, ist leider bekannt“, so Schmitz.

Wer die Regeln missachtet muss mit einer Geldbuße von 50 bis 1000 Euro rechnen. Beim „Erstverstoß“ werden laut Schmitz grundsätzlich nur 50 Euro fällig, der Betrag werde im Wiederholungsfall verdoppelt. Noch höher wird das Bußgeld, wenn durch das unsachgemäße Grillen Schäden festgestellt werden. In der Praxis ist es laut Schmitz jedoch so, dass der Stadtordnungsdienst bei den Kontrollen vor Ort die sofortige Löschung des Feuers oder aber ein Umsetzen des Grills veranlasst. Mit dieser Präventivmaßnahme beließen es die Ordnungshüter in den Fällen, in denen die Betroffenen der Aufforderung unverzüglich nachkommen.