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Bonn-Hardtberg: Warum es auf dem Konrad-Adenauer-Damm so häufig kracht

Stadt Bonn reagiert auf Unfälle : Warum es auf dem Konrad-Adenauer-Damm so häufig kracht

Immer wieder hat sich der Konrad-Adenauer-Damm in der Vergangenheit als Unfallschwerpunkt erwiesen. Nun will die Stadt Bonn mit Kontrastblenden an den Ampeln gegensteuern. Der fest installierte Blitzer an der Strecke zeigt inzwischen Wirkung.

Ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit mit gravierenden Folgen: Erst vor ein paar Tagen hat es auf dem Konrad-Adenauer-Damm wieder einmal „gekracht“. Nach Polizeiangaben war dort Mitte Februar eine 59-Jährige offenbar trotz roter Ampel weitergefahren und im Kreuzungsbereich zur Julius-Leber-Straße mit einem anderen Auto zusammengestoßen. Die Folge: drei Verletzte, erheblicher Sachschaden und eine teilweise Sperrung der mehrspurigen Fahrbahn. Noch immer sind die Markierungen zur Unfallermittlung auf dem Asphalt erkennbar.

Kein Einzelfall für Polizei und Stadt. Für sie hat sich die vierspurige Verbindung zwischen Lengsdorf und der Grenze zum Rhein-Sieg-Kreis zur sogenannten Unfallhäufungsstelle entwickelt. Und das an gleich mehreren Punkten. Nicht nur im Kreuzungsbereich Brüser Damm/Julius-Leber-Straße, sondern auch in Höhe der Abfahrt von der A 565 (über der Autobahnbrücke) sowie auf dem Übergang zur Almabrücke in Oedekoven mussten Polizei und Rettungskräfte in der Vergangenheit immer wieder ausrücken.

Der Kreuzungsbereich zur Julius-Leber-Straße, wo sich auch der jüngste Unfall ereignete, ist allerdings nicht das einzige Sorgenkind der Behörden. Dort gab es zwar im vergangenen Jahr vier Unfälle mit Verletzten, wie Frank Piontek von der Polizei bestätigt. Noch gefährlicher war es 2020 jedoch am Ende des Konrad-Adenauer-Damms im Kreuzungsbereich Medinghovener Straße und Almabrücke. Dort gab es fünf Zusammenstöße, wobei in einem Fall ein Schwerverletzter ins Krankenhaus gebracht werden musste. Die Ursachen waren nach Polizeiangaben immer die gleichen: Offenbar hatten die Verkehrsteilnehmer zu spät erkannt, dass der Verkehr zum Stehen gekommen war, und fuhren mit ihren Fahrzeugen auf.

Jetzt hat die Stadt reagiert. Um für mehr Sicherheit an der Autobahnabfahrt zu sorgen, ließ sie auf Empfehlung der Unfallkommission Kontrastblenden an den Ampeln anbringen. Dabei handelt es sich um weiße Umrandungen, die Lichtsignale deutlicher hervorheben. Bisher wurden die Kontrastblenden jedoch nur an einer Stelle montiert. Dennoch zeigen sie bereits Wirkung: „Seitdem wurde dort kein meldepflichtiger Unfall erfasst“, erklärt Marc Hoffmann vom Presseamt.

Durch verschiedene Maßnahmen versuchten Stadt und Polizei in der Vergangenheit immer wieder, die Verkehrssicherheit auf dem Konrad-Adenauer-Damm zu erhöhen. Nachdem es über Monate hinweg regelmäßig mobile Geschwindigkeitsüberprüfungen in Höhe der Ausfahrt zum Verteidigungsministerium sowie kurz vor der Ausfahrt zum Tüv-Gelände gab, steht seit gut einem Jahr im Bereich des Derletals eine stationäre Geschwindigkeitsmessanlage. Immer wieder hatten Radarkontrollen ergeben, dass sich kaum einer an die dort vorgeschriebene Geschwindigkeitsbeschränkung hielt. Weil der Konrad-Adenauer-Damm ab dem Fontainengraben recht abschüssig ist, beträgt die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit nur noch 50 Stundenkilometer. Aber nur selten wurde das Tempo entsprechend gedrosselt. So waren bei einer Zählung im Sommer 2018 gut 70 Prozent der Verkehrsteilnehmer zu schnell unterwegs. Bei einer früheren Geschwindigkeitskontrolle war sogar ein Autofahrer mit Tempo 100 geblitzt worden.

Der fest installierte Starenkasten zeigt mittlerweile Wirkung. Wurden allein im Januar 2020 noch 2238 Autofahrer mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit erwischt, so waren es im Januar 2021 nur noch 569. „Das zeigt, dass die stationäre Geschwindigkeitsanlage einen großen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit leistet“, meint Marc Hoffmann. Auch wenn aufgrund der Corona-Pandemie das Verkehrsaufkommen insgesamt zurückgegangen ist, ist es aus Sicht der Stadt ein Erfolg, dass inzwischen 72 Prozent weniger Tempoverstöße festzustellen sind.