Ab 26. April „Die Duisdorfer Maikirmes ist eine Kindheitserinnerung“

Bonn · Sechs Tage lang gibt es in Duisdorf in diesem Jahr Maikirmes. Damit hat die Veranstaltung expandiert. Corona spielt bei den Schaustellern kaum noch eine Rolle, sagt der zweite Vorsitzende des Bonner Schaustellerverbandes. Trotzdem gingen die Schausteller an ihre Grenzen.

An diesem Freitag startet die Kirmes in Duisdorf.

An diesem Freitag startet die Kirmes in Duisdorf.

Foto: Benjamin Westhoff

„Die Duisdorfer Maikirmes ist eine Kindheitserinnerung“, sagt Friedrich Rüwe. Er ist dort als Schausteller schon in der vierten Generation aktiv, und die fünfte ist mit seiner Tochter auch schon am Start. Im Schaustellersprech, sagt er, ist Duisdorf „ein schöner Platz“: auf einer passenden Freifläche in unmittelbarer Nähe zur Einkaufsstraße, nette Geschäftsleute ringsherum. „Für mich ist das einer der liebsten Kirmesplätze.“

Am Freitag, 26. April, ist es wieder soweit. Um 14 Uhr öffnen die Fahrgeschäfte, die jetzt aufgebaut werden, und um 18 Uhr sticht Bezirksbürgermeister Peter Leonhardt auf dem Europaplatz das Fass an. Dann kann man bis einschließlich 1. Mai den Rummel genießen, und das bedeutet: einen Tag länger als sonst. Es kommen die Attraktionen, die man in Duisdorf schon kennt: Die Kinder-Acht-Schleife und das Karussell sprechen eher jüngeres Publikum an, Jugendliche werden sich für Autoscooter, Hawaii-Swing und Scheibenwischer interessieren. Daneben gibt es die üblichen Spiel- und Essensbuden, Automaten und Rüwes Entenangel-Stand.

Die Schausteller, so Rüwe, kommen auch deshalb gern nach Duisdorf, weil diese Veranstaltung immer noch funktioniert, anders als viele andere Traditionsfeste, die nicht überleben würden, wenn ihnen nicht LuPe Events unter die Arme greifen würde. Die Innenstadtnähe macht es aus, sagt er. Eltern müssen einkaufen und lassen dann ihren Nachwuchs auf dem Karussell seine Runden drehen. Jugendlichen wird genügend geboten, dass sie sich dort gern aufhalten. Und ältere Menschen finden am Getränkestand des Ortsfestausschusses Gesellschaft.

Von Corona erholt

Inzwischen können die Schausteller vermelden, dass sie sich von Corona erholt haben, sagt Rüwe, zweiter Vorsitzender im Schaustellerverband Bonn. Der organisiert die Kirmes, früher leistete das die Veranstaltungs ArGe. Davor war die Stadt zuständig. Die hat früher viele kleine Volksfeste abgehalten, auch in Duisdorf. Vor mehr als 20 Jahren gab die Stadt diese Aufgabe ab, Rüwe vermutet, dass sie sich nicht mehr gelohnt hat. Die Arbeitsgemeinschaft der Bonner Schausteller übernahm, aber nur wenige Kirmessen konnten sich halten, darunter die Duisdorfer. „Das ist eine sehr gut integrierte Traditionskirmes“, sagt Rüwe. „Sie ist gewünscht, gebraucht und gewollt.“

Und damit das so bleibt, bemühen sich die Schausteller trotz Inflation um faire und familienverträgliche Preise, was die Einnahmen schmälert. Rüwe gibt aber auch zu: „Wir sind schon an der Schmerzgrenze angekommen. Energiekosten und Gebühren an die Kommunen dürfen nicht weiter steigen.“

Die Kirmes startet am Samstag, Sonntag, Dienstag und Mittwoch um 12 Uhr, am Montag um 13 Uhr, und geht abends immer bis 22 Uhr. Am Dienstag, 30. April, kann man von der Kirmes direkt zum Tanz in den Mai der Maitreff GBR an der Duisdorfer Freiwilligen Feuerwehr, Am Burgweiher 47-49, gehen. Dieser beginnt um 19 Uhr, Musik legt DJ Kilian auf. Unter 16-Jährige dürfen nur mit Erwachsenenbegleitung rein. Und auch in der Lessenicher Mehrzweckhalle, Meßdorfer Straße 340, kann man mit LuPe Events ab 19 Uhr feiern. Dort spielt die Partyband De Schlingele aus der Nordeifel.

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