Zwischen Delpstraße und Konrad-Adenauer-Damm Spaziergänger ärgern sich über Partymüll im Finkenhofpark

Hardtberg · Der Finkenhofpark ist ein schöner Ort, den nicht viele kennen. Doch dort werden auch regelmäßig Grillpartys gefeiert und Abfälle liegengelassen. Aber ein Müllproblem sehen tägliche Nutzer nicht.

Totholz und ein "Lebensturm": Die Stadt Bonn bietet im Finkenhofpark Insekten und anderen Tieren Lebensräume.

Totholz und ein "Lebensturm": Die Stadt Bonn bietet im Finkenhofpark Insekten und anderen Tieren Lebensräume.

Foto: Stefan Knopp

Ein idyllisches Fleckchen Erde ist der Finkenhofpark zwischen Delpstraße und Konrad-Adenauer-Damm. Anwohner spazieren die Wege entlang, viele führen ihre Hunde dort aus. Die vielleicht schönste Kirschblüte im Hardtberg und überhaupt eine tolle Blütenpracht findet man dort. Und das Beste ist, dass es kaum einer kennt. Aber wie überall gibt es auch hier diejenigen, die Feuer entzünden und Müll liegen lassen.

Sobald es warm wird, geht das wieder los. Besonders beliebt ist einer Nutzerin der Facebook-Duisdorf-Seite zufolge die runde Plattform nahe der Fußgängerbrücke über den Konrad-Adenauer-Damm. Dort stehen Bänke, die nicht im Boden verankert sind und verstellt werden können, und die Stelle in der Mitte des Pflasterstein-Rondells schreit geradezu danach, dort Lagerfeuer zu machen. Asche und Abfälle bleiben dann liegen, was schon mehrfach beobachtet und fotografisch im Internet festgehalten wurde.

Aufheben statt fotografieren

Während sich in den Kommentaren die einen darüber empören, wie es dort aussieht, und dazu aufrufen, die Party-Leute anzusprechen, schlagen andere vor, den Müll aufzuheben, statt ihn zu fotografieren. Eine Nutzerin wünscht sich, die Sitzgelegenheiten dort kämen weg und die Stadt hätte das Insektenhotel – den sogenannten „Lebensturm“ – dorthin gebaut und nicht auf die Wiese, „damit auch ja kein Hund frei laufen kann“. Allerdings ist keine der Wiesen im Finkenhofpark von der Stadt als Freilauffläche für Vierbeiner freigegeben. Davon gibt es fünf im Stadtgebiet, die Nächstgelegene ist im Derletal.

Bei Hundehaltern im Park – die meisten Menschen, die man dort tagsüber antrifft, fallen in diese Gruppe – ist der Müll eigentlich kein großes Thema. „Da ist mal mehr, mal weniger“, sagt eine Frau. Auch ein junger Mann mit Hund beklagt sich nicht darüber. Zu dem Zeitpunkt sieht der Park auch sehr ordentlich aus, nur auf dem Rondell sieht man noch letzte Spuren der vergangenen Party, aber es wurde anscheinend aufgeräumt. Ein schmales Lastfahrzeug kurvt die Wege entlang, die Insassen leeren Mülleimer, offenbar wird dort regelmäßig für Ordnung gesorgt. Bonnorange bestätigt auf Nachfrage: Die Firma Garex leert ganzjährig einmal in der Woche die Mülleimer und reinigt die Anlage. „Feuerrückstände werden im Umfang der Grünanlagenreinigung beseitigt.“ Das Müllaufkommen sei nicht nennenswert: „Der Finkenhofpark ist uns noch nicht als Hotspot bekannt“, teilt ein Sprecher mit.

Wildblumenwiese soll entstehen

Der „Lebensturm“ und das aufgeschichtete Totholz daneben hatten Parknutzer irritiert. Sie gehören zu einem Projekt der Stadt gegen den Artenrückgang, die angekündigte Infotafel lässt noch auf sich warten. Derweil ist mitten auf der Nachbarwiese ein Bereich mit Flatterband abgesperrt, dort soll eine Wildblumenwiese entstehen.

Eine Treppe führt hinab zu einer weiteren Wiese mit einem faszinierenden Baum in der Mitte. Unter einer Bank hat sich Abfall angesammelt, den aber auch einer der letzten Stürme dorthin gefegt haben könnte. Eine Mutter mit ihrem Kind hält sich dort auf, und auch sie sagt: „Wir haben hier kein Problem mit Müll.“ So unterschiedlich kann die Wahrnehmung sein. Die Fotos auf Facebook sprechen für sich, aber anscheinend funktioniert die Reinigung.

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