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Bonn: Patin des Kinderschutzbunds engagiert sich in Familie aus Medinghoven

Ehrenamt beim Kinderschutzbund : Patin engagiert sich in Familie aus Medinghoven

Birgit Groten engagiert sich seit etwa zehn Jahren beim Kinderschutzbund. Als Patin unterstützt sie derzeit eine Familie aus Medinghoven. Sie ist Gesprächspartnerin für die Eltern und Spielgefährtin für die Kinder. Nun sucht der Kinderschutzbund weitere Ehrenamtliche.

An diesem Tag wird das Wohnzimmer zum Spielplatz. Kaum hat sich Birgit Groten auf das rote Sofa gesetzt, wird sie auch schon von Luis belagert. Der Sechsjährige will ihr den Polizei-Truck zeigen, den er aus Lego gebaut hat. Groten schaut sich alles geduldig an. Eigentlich ist sie wegen der Geschwister von Luis bei der Familie in Medinghoven.

Groten engagiert sich als ehrenamtliche Patin beim Kinderschutzbund. Die Paten sollen Familien unterstützen, wenn es psychische Probleme gibt, die sozialen Kontakte fehlen oder gerade einmal Geld knapp ist. „Unsere Bezugspaten übernehmen in den Familien unterschiedliche Rollen: Freunde für die Eltern oder Spielgefährten für die Kinder“, sagt Ulla Baumgärtner. Sie koordiniert das Projekt, das an den Eltern-Kind-Treff in Dransdorf angebunden ist.

Kinderschutzbund sucht Paten

Seit 2000 gibt es die Einrichtung. Das Angebot richtet sich an Kinder im Alter von null bis sechs Jahren. Derzeit sucht der Kinderschutzbund Menschen, die sich als Paten engagieren wollen. Wer Interesse hat, sollte mindestens 1,5 Stunden pro Woche Zeit haben. Manche Paten sind aber auch bis zu sechs Stunden bei den Familien.

Groten nimmt sich eine Stunde pro Woche Zeit. Die 54-Jährige holt dann Luis’ Geschwister Daniel und Susi ab. Die Zwillinge werden bald zwei Jahre alt. Für gewöhnlich geht es dann auf den Spielplatz in der Nähe. An diesem Tag spielt das Wetter aber nicht mit. Bis gerade hat es noch geregnet. Also entscheidet die Mutter der Kinder, dass es heute nicht nach draußen geht. Das Wohnzimmer muss reichen.

Groten ist Ärztin und arbeitet in einer Psychosomatischen Tageklinik. Seit zehn Jahren ist sie Patin und unterstützt Familien. „Ich weiß aus meiner Arbeit, welche Rolle das Aufwachsen spielt“, sagt sie über den Grund für ihr Engagement. Besonders schön sei es, wenn die Familien ihren Einsatz zu schätzen wissen und die Kinder sich freuen.

Paten bleiben maximal zwei Jahre in den Familien

Während Groten mit den Kindern spielt, sitzt die Mutter daneben, zwischendurch nimmt sie ihre Tochter auf den Schoß. „Eigentlich ist das so gedacht, dass ich Zeit für mich habe“, sagt sie. „Wir haben nicht so viel Familie und Freunde, die uns unterstützen.“ In der Zeit, die Groten mit den Kindern unterwegs ist, macht die Mutter sonst Hausarbeit, erledigt Schriftkram oder geht Einkaufen.

Auch für ihren Sohn Luis kommt ein Pate vorbei, für zwei Stunden in der Woche. „Wenn mal andere Leute kommen, ist das auch ganz schön für die Kinder“, sagt die Mutter. Um zu schauen, wer zu einer Familie passt, macht Baumgärtner am Anfang zusammen mit den Paten einen Hausbesuch. „Nicht jeder Pate, ist für jede Familie geeignet“, sagt Baumgärtner. Derzeit engagieren sich in dem Projekt 16 Ehrenamtliche – von Studenten über Lehrer und Ärzte ist alles dabei.

Die Paten bleiben für maximal zwei Jahre in einer Familie, können aber auch darüber hinaus mit den Familien in Kontakt bleiben. Warum ist das so geregelt? „Ich vergleiche das gerne mit Kindern, die laufen lernen“, sagt Baumgärtner. „Anfangs nimmt man sie vielleicht an die Hand, aber dann sollen sie selber laufen.“