Ärger über Vodafone Bonner mehr als zwei Wochen ohne Telefon- und TV-Empfang

Dransdorf · Anwohner der Roisdorfer Straße in Dransdorf hatten zuletzt mehr als zwei Wochen keinen Telefon- und TV-Empfang. Was tun, wenn der Netzanbieter nicht reagiert? Die Verbraucherzentrale erklärt, welche Rechte Verbraucher haben und wie man aus dem Vertrag rauskommt.

 In Dransdorf beklagen Bewohner derzeit eine Störung bei Vodafone.

In Dransdorf beklagen Bewohner derzeit eine Störung bei Vodafone.

Foto: Martin Gerten

Kein Fernsehen, kein Telefonempfang: Für die Anwohner der Roisdorfer Straße in Dransdorf war das zuletzt für zwei lange Wochen bittere Realität. Eine 80-jährige Hausbesitzerin, die namentlich nicht genannt werden will, hatte nach eigener Aussage mehrfach Kontakt zu Vodafone aufgenommen. „Das ist hier noch nie passiert, dass man so lange kein Fernsehen hatte", beklagt sie sich. Auch ihr 80-jähriger Mieter, der unter ihr wohnt, sei verärgert über die Kommunikation von Vodafone. Die beiden warteten der 80-Jährigen zufolge trotz eines vereinbarten Termins vergeblich auf die Techniker. Die Seniorin bat zudem ihren Enkel um Hilfe. Die Mitarbeiter von Vodafone wollten ihr zufolge allerdings nicht mit ihm sprechen, da er nicht der Hausbesitzer sei.

Auf GA-Anfrage teilt das Telekommunikationsunternehmen mit, dass für die Störung ein Kabelschaden verantwortlich gewesen sei. Zur Behebung des Schadens seien mehrere Tiefbauarbeiten durchgeführt worden. Für die „vorübergehenden Unannehmlichkeiten“ bittet das Unternehmen um Entschuldigung.

Doch was kann man als Betroffener in solchen Situationen tun? Welche Rechte hat man als Verbraucher? „Ob Komplettausfall oder auch zu langsame Geschwindigkeit, dies kann gemeldet werden“, erklärt Martin Wieler, Berater der Verbraucherzentrale NRW. Die Verbraucherzentrale erklärt, um Entschädigungen zu erhalten, eine schnelle Reparatur zu bekommen oder außerordentlich aus dem Vertrag heraus zu kommen, gebe es einige Dinge zu beachten. Zuerst müsse der Ausfall an der richtigen Stelle gemeldet werden, das heißt bei dem entsprechenden Vertragsanbieter. Dies könne telefonisch oder per Mail gemacht werden. Bei wem sich gemeldet werden muss, stehe meistens in den Vertragsunterlagen. Wieler erklärt, dass einem ab dem dritten Kalendertag nach dem Eingang der Störungsmeldung bei einem Komplettausfall des Telefon- und Internetanschlusses eine Entschädigung zusteht.

Wenn der Ausfall länger anhält, sollte dem Anbieter eine Frist zur Erbringung der Leistung gesetzt werden. Wird die Leistung des Anbieters auch nach Ablauf der angegebenen First nicht vollbracht, kann der Vertrag unter Umständen außerordentlich gekündigt werden. Diese Ankündigung sollte per Brief an den Anbieter gesendet werden, sagt Wieler. Das Schreiben zur Fristsetzung sollte nachweisbar versendet werden. Eine Möglichkeit sei per Einwurfeinschreiben. Außerdem ist im Schreiben „eine Frist von zehn bis 14 Tagen angemessen”, so Wieler. Es könne nämlich immer der Fall sein, dass Reparaturen länger dauern, wenn etwa Leitungen bei Bauarbeiten zu Bruch gegangen sind oder durch andere Ursachen nicht mehr funktionstüchtig sind.

Weitere Tipps zu Verbraucherrechten gibt es auf www.verbraucherzentrale.nrw.

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