Stadtbezirksfest Duisdorfer Straßenfest beginnt mit Public Viewing

Duisdorf · Das Stadtbezirksfest in Duisdorf wird erstmals von Veranstaltungsagenturen geplant. Das Wochenende 14. bis 16. Juni startet mit Gemeinschaftsgefühl beim Fußballgucken auf dem Schickshof. Doch die Initiatoren beschweren sich über mangelnde Unterstützung der Geschäftsleute.

 Die Mischung machts: Das Programm auf den Bühnen gestalten hauptsächlich Hardtberger Akteure.

Die Mischung machts: Das Programm auf den Bühnen gestalten hauptsächlich Hardtberger Akteure.

Foto: Jo Hempel

Jubel von Hunderten Menschen hört man auf der Rochusstraße in Duisdorf nicht oft – eigentlich nie. Doch jetzt bietet sich Gelegenheit auch für dieses ungewöhnliche Erlebnis. Denn zum Auftakt des Stadtbezirksfestes steht Public Viewing auf dem Programm. Es ist ein Termin für den Familienkalender, denn am Wochenende 14. bis 16. Juni ist in der Duisdorfer Fußgängerzone allerhand los.

Die Wirtschafts- und Gewerbegemeinschaft (WGH) ist gerade dabei, das Stadtbezirksfest mit Duisdorfer Gewerbeschau auf die Beine zu stellen, und es gibt schon Höhepunkte zu vermelden. Für Freitag, 14. Juni, ist ein Public Viewing auf dem Schickshof organisiert. Denn die wenigsten wollen sich ab 21 Uhr das Eröffnungsspiel der Europameisterschaft (EM) als Public Viewing entgehen lassen und können nun gemeinschaftlich die Daumen drücken. Die Begrüßung macht Christos Katzidis. Der Duisdorfer CDU-Landtagsabgeordnete ist seit 2022 Präsident des Fußball-Verbandes Mittelrhein. Er und Bezirksbürgermeister Peter Leonhardt sind die Schirmherren des Stadtbezirksfestes. Katzidis ist in München im Stadion und wird live zugeschaltet, bevor die deutsche Nationalmannschaft gegen das Team aus Schottland antritt. „Das ist ein super Einstieg in ein abwechslungsreiches Wochenende“, sagt WGH-Vize Alexander Zablinski.

Gründe für Absage im vergangenen Jahr

Wer sich erinnert: Im vergangenen Jahr wurde das Stadtbezirksfest kurzfristig abgesagt. Am Ende fehlte es auch an Unterstützung durch WGH-Mitglieder und Geschäftsleute. Lediglich rund 30 der etwa 120 WGH-Mitglieder wollten mitmachen. Als Grund gaben die Geschäftsleute unter anderem an, dass es für sie schwierig sei, den verkaufsoffenen Sonntag zu organisieren. Der Einsatz der Mitarbeiter würde zusätzlich Geld kosten. Außerdem müsste Freizeitausgleich gewährt werden, was in einer ohnehin angespannten Personalsituation Probleme schaffen würde. In das vergangene Jahr fällt auch der Rücktritt des Vorsitzenden Lutz Persch. Seither ist der Posten vakant und wird kommissarisch vom zweiten Vorsitzenden, Alexander Zablinski, übernommen.

Das Problem fehlender Unterstützung bei den Aktivitäten der Gewerbegemeinschaft sei nach wie vor gravierend, sagt WGH-Sprecherin Christine Lötters. „Was der Vorstand tut, ist ehrenamtlich und neben unseren jeweiligen Berufen.“ Es sei schwer, ein solches Fest mit einer Handvoll Aktiver zu stemmen. Daher holt sich die WGH in diesem Jahr Unterstützung von Veranstaltungsagenturen. Immerhin haben sich aktuell mehr Mitglieder und Nichtmitglieder für die Teilnahme angemeldet.

Visitenkarte für Ortsfremde

Lötters rätselt, woran es liegen kann, dass Initiativen so schwer in Gang kommen. Denn es bleibt dabei: „Zu wenig machen mit.“ Sie könne verstehen, dass ein offener Sonntag Stress für die Geschäftsleute bedeute, „aber die Gewerbetreibenden an der Rochusstraße sollten Flagge zeigen bei Veranstaltungen.“ Schließlich müsse jeder erkennen, „dass er von der Frequenz auf der Fußgängerzone lebt.“ Aber auch die Gewerbetreibenden in einem größer gezogenen Radius würden profitieren. „Das Stadtbezirksfest bietet großes Potenzial für Händler, Dienstleister, Freiberufler wie Physiotherapeuten, die nicht unmittelbar in Duisdorf ansässig sind, sondern in den anderen Hardtberger Stadtteilen. Auch sie können sich präsentieren und werben. Interessant sei die Schau aber auch für Autohändler, um mit Besuchern etwa über das Thema E-Mobilität ins Gespräch zu kommen, oder auch für Fahrradhändler. Lötters: „Für alle, die sich präsentieren ist es eine Riesenchance, bei Ortsfremden und den vielen Neubürgern im Stadtbezirk eine Visitenkarte abzugeben.“

Wie es mit der Rochusstraße weitergeht angesichts der Konkurrenz durch Onlinehandel, aber auch im Rahmen des Generationenwechsels, ist Existenzfrage Geschäftsleuten. „Da kann man sich nicht darauf verlassen, dass alles weitergeht wie bisher“, sagt Lötters. Und sie wird noch deutlicher: „Nur meckern bringt nicht weiter, aber Ideen und Mitmachen. Die Idee des Stadtbezirksfestes ist zukunftsfähig.“

Vereine können sich vorstellen

Auch für Vereine, die über Nachwuchsmangel und Mitgliederschwund klagen, ist nach Auffassung der WGH das Schauwochenende eine gute Gelegenheit, den Besuchern, Familien mit Kindern, die Jugendarbeit vorzustellen. Fürs Mitmachen erhebt die WGH keine Standmiete. Vielmehr können die Vereine ihre Kasse aufbessern, indem sie Getränke, Waffeln, Würstchen oder anderes verkaufen.

Egal, wie das EM-Eröffnungsspiel ausgeht, das Standbezirksfest geht samstags ab 11 Uhr weiter. Außer der Bühne auf dem Schickshof ist eine zweite vor Kondi‘s Cafe aufgebaut. „Uns ist der Mix aus Bands, die wir einkaufen, und Aktivitäten unserer lokalen Partner sehr wichtig“, betont Zablinski. „Schließlich will die WGH zeigen, was Duisdorf zu bieten hat. Um 14 Uhr werden Rody Reyes und seine Band den Besuchern kubanische Lebensfreude nahe bringen. Salsa, Merengue, Bachata und traditionelle kubanische Musik laden zum Tanzen ein. Anschließend geht es weiter mit Marios Musikschule, YOUnited Dance und der Bonn Square Dance Group – der genaue Zeitplan ist noch in der Abstimmung. Fest steht aber: Ab 19 Uhr spielt Queen May Rock auf dem Schickshof. Zablinski: „Gemeinsam mit unseren Gästen lassen wir den Abend bei Getränken und Fingerfood ausklingen.“ Am Sonntagvormittag ist der Hardtberglauf die Attraktion. Ab 14 Uhr spielen Fiesta Poets.

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