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Hilfe aus Endenich für Ruanda: Bonner Ärztin ist in Afrika im Einsatz

Hilfe aus Endenich für Ruanda : Bonner Ärztin ist in Afrika im Einsatz

Die katholische Kirchengemeinde St. Maria Magdalena unterstützt die Arbeit der Ärztin Uta Düll. Dort kümmert sie sich unter anderem um die medizinische Versorgung der Bevölkerung und unterstützt arme Familien beim Bau eines stabilen Hauses.

Seit fast 25 Jahren leitet die Ärztin Uta Elisabeth Düll, die mit ihren Eltern und Schwestern mit 16 Jahren nach Endenich gezogen ist und auf dem Hardtberg-Gymnasium ihr Deutsch-Französisches Abitur machte, das „Centre de Santé“ in Gikonko in Ruanda. Dort, im Süden des Landes, kümmert sie sich um die medizinische Versorgung der Bevölkerung, ermöglicht Kindern eine Schulbildung, leistet Ernährungsberatung und unterstützt arme Familien beim Bau eines stabilen Hauses.

Seit vielen Jahren wird sie dabei von der Endenicher Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena unterstützt. Schließlich gehörte Uta Düll viele Jahre zur Gemeinde. Erst Anfang März wurde der Erlös des Fastenessens für die Arbeit der engagierten Medizinerin gespendet. Geld, das dringend benötigt wird: „Auch wenn schon viel erreicht wurde, brauchen wir weiter Hilfe und Solidarität“, äußerte sich Düll im Pfarrbrief.

Täglich werden zwischen 200 und 300 Patienten behandelt

Als einzige Ärztin arbeitet sie mit etwa 50 Mitarbeitern in dem Krankenhaus, in dem täglich rund 200 bis 300 Patienten behandelt werden. Viele leiden an Malaria, haben Infektionen, sind verletzt oder haben Knochenbrüche. Aus der ganzen Umgebung kommen zudem schwangere Frauen in das Gesundheitszentrum, um dort in der Nähe einer Ärztin ihre Kinder zur Welt zu bringen.

Ein Schwerpunkt der Arbeit von Düll ist die Behandlung von Hydrocephalus-Kindern. Jedes Jahr werden in dem Hospital rund 100 Kinder mit einem solchen Wasserkopf operiert. Dabei wird ihnen ein Shunt eingebaut, über den das angestaute Hirnwasser abfließen kann. Dadurch haben sie nach erfolgreicher Therapie die Möglichkeit, sich einigermaßen normal zu entwickeln.

Besonders dankbar ist Düll, dass in Ruanda Blutkonserven per Drohne geliefert werden. Das Land verfügt über zwei Drohnenflughäfen, von wo aus die Gesundheitszentren mit wichtigen Medikamenten sowie Blutkonserven versorgt werden. Düll bestellt dafür per Whatsapp die notwendige Konserve, die dann nach rund 20 Minuten an einem kleinen Fallschirm vor dem Krankenhaus abgeworfen wird. „Mit dem Wagen würde die Lieferung mindestens zwei Stunden dauern. So kann wertvolle Zeit gewonnen und im Notfall vielen Menschen schnell geholfen werden“, erklärt sie. „Ruanda ist ein Land der Visionen“, sagt Düll. „Aber nicht alle kommen bei dem Tempo mit.“

Auch wenn sich die Hauptstadt Kigali derzeit rasant entwickelt, so leben die Menschen auf dem Lande meist immer noch in großer Armut. Ihre Lehmhäuser werden bei den starken Regenfällen regelmäßig beschädigt. Deshalb kümmert sich die Medizinerin auch darum, dass die Menschen auf dem Land mit ihren Familien in vernünftigen Unterkünften leben. Ein einfaches Haus kostet rund 800 Euro – Geld, das so gut wie niemand hat.

Daher sammelt Dr. Uta Düll regelmäßig Spenden für ein entsprechendes Hausbauprojekt. „Ohne die tatkräftige finanzielle Unterstützung der Gemeinde sowie die Einzelspenden wäre das alles nicht möglich“, erklärt die Ärztin. Das Geld aus dem Fastenessen in Endenich kommt beispielsweise den Schulkindern in Gikonko zugute. Davon wird Düll Schulkleidung sowie Schulmaterial besorgen. Denn auch dazu fehlt den Menschen auf dem Land meistens das Geld.