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Unfall zwischen Ückesdorf und Röttgen: Bonner Jägerschaft ist über nicht gemeldeten Wildunfall verärgert

Unfall zwischen Ückesdorf und Röttgen : Bonner Jägerschaft ist über nicht gemeldeten Wildunfall verärgert

Der Vorsitzende der Bonner Jägerschaft spricht von „Tierquälerei.“ Ein schwer verletztes Reh haben Jäger auf der Landstraße zwischen Ückesdorf und Röttgen gefunden. Das Tier war am Montagabend angefahren worden. Der Autofahrer hat die Kollision nicht gemeldet.

Ein schwer verletztes Reh haben Jäger auf der Landstraße zwischen Ückesdorf und Röttgen gefunden. Das Tier war am Montagabend angefahren worden. Der Autofahrer hat die Kollision bislang nicht bei der Polizei gemeldet. Das bringt Lutz Schorn, Vorsitzender der Bonner Jägerschaft, auf die Palme. „Das ist Tierquälerei.“

Vorstellbar ist, dass der Autofahrer unter Schock stand und entsetzt war über den unerwarteten Zusammenstoß und die Folgen. „Man kann den Wildunfall auch nachträglich melden“, betont er. Wenn ein Autofahrer ein verletztes Tier zurücklässt, ohne sich bei der Polizei zu melden, kann ihm eine Anzeige wegen Tierquälerei drohen. Nach der aktuellen Gesetzeslage würde ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro fällig. Der Vorwurf der Fahrerflucht greift indes juristisch nicht. Das Strafgesetzbuch befasst sich mit Unfallbeteiligten und Geschädigten. Tiere werden vor dem Gesetz wie Sachen behandelt.

Schorn macht sich Sorgen, dass es derzeit vermehrt zu Wildunfällen kommen könnte. „Für die Rehe hat jetzt die Paarungszeit begonnen.“ Sie würden blind vor Liebe durch die Gegend laufen und sich dadurch in Gefahr bringen. „In Bonn gibt es viele Straßen, die durch den Wald oder an Feldrainen entlang führen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Reh vor das Auto läuft, steigt.“

Um das zu verhindern, sollte der Mensch umsichtig sein. „Vor allem in den frühen Morgenstunden und in der Dämmerung sollten Autofahrer in Waldstücken entlang der Felder mit der Gefahr einer Kollision rechnen. Dann könnte das eine oder andere Reh gerettet werden“, so Schorn.

Wie sollen sich Autofahrer verhalten? „Geschwindigkeit reduzieren, bremsbereit sein.“ Die Rechnung: Ein 20 Kilogramm schweres Reh hat bei einer Kollision mit Tempo 100 ein Aufschlaggewicht von fast einer halben Tonne. Wer also ein Tier am Straßenrand sieht, sollte Vorsichtsmaßnahmen ergreifen: abblenden, hupen, bremsen und das Lenkrad festhalten, rät der Deutsche Jagdverband. Unkontrollierte Ausweichmanöver könnten im Gegenverkehr oder vor einem Baum enden.

Tritt ein Reh unerwartet auf die Straße, lässt sich der Zusammenprall kaum vermeiden. Autofahrer sollten in dem Fall zunächst die Unfallstelle absichern. Sie sollten ein verletztes Tier nicht berühren. Unfallspuren können mit dem Handy dokumentiert werden. Der Wildunfall wird bei der Polizei gemeldet, auch wenn das Tier nach dem Unfall geflüchtet ist. Die Polizei informiert den zuständigen Jäger, der auch eine Wildunfallbescheinigung für die Versicherung ausstellt.

Der Deutsche Jagdverband hat ein Programm entwickelt, um Schwerpunkte bei Wildunfällen festzustellen und zu dokumentieren. Per App sollen bundesweit Daten erhoben und ausgewertet werden, um gefährliche Straßenabschnitte zu identifizieren.

Die kostenlose App für das Tierfund-Kaster ist für Android oder iOS verfügbar. Weitere Infos und Registrierung auf der Homepage www.tierfund-kataster.de.