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Leseratten folgen den Pfeilen: Bücherei in Lessenich öffnet nach Corona-Pause wieder

Leseratten folgen den Pfeilen : Bücherei in Lessenich öffnet nach Corona-Pause wieder

Die Katholische öffentliche Bücherei Sankt Laurentius in Lessenich lässt ab Sonntag wieder Besucher rein. Aufgrund der Corona-Vorschriften gibt es einige Einschränkungen.

Die Pfeile auf dem Boden müssen noch befestigt und die Neuerscheinungen woanders als bei der Ausleihe platziert werden. Aber sonst ist die Katholische öffentliche Bücherei Sankt Laurentius Lessenich bereit für die Wiedereröffnung nach der Corona-Pause. Am Sonntagvormittag werden die Türen geöffnet, und anders als in der Bücherei an der Duisdorfer Rochuskirche dürfen die Leser auch hinein. Allerdings immer nur drei Kunden gleichzeitig, nachdem sie sich am Eingang die Hände desinfiziert haben.

Wenn Kunden ein ausgeliehenes Medium zurückgeben wollen, lassen sie es im Eingangsbereich auf einem Tisch liegen. Am Ausleihtisch sitzen die Büchereileiterinnen Renate Güsgen und Gabriele Göbel oder ihre Helfer hinter einer Plexiglasscheibe. Viel Zeit zum gemütlichen Stöbern haben die Leser jedoch nicht: Damit die Leute vor der Tür nicht zu lange warten müssen, ist der Aufenthalt in der Bücherei auf rund 15 Minuten beschränkt. Deshalb wird die rote Lesecouch abgedeckt.

Über den Seiteneingang verlassen die Kunden schlussendlich die Bücherei. Dort kommen sie nicht mit anderen Nutzern in Kontakt, und die Tür ermöglicht eine gute Durchlüftung – zwei Voraussetzungen, um überhaupt wieder Kunden zu den Büchern zu lassen. „Das alles verlangt Disziplin von beiden Seiten“, sagte Göbel, die genau wie Güsgen schon seit mehr als 40 Jahren ehrenamtlich in der Bücherei arbeitet.

Für die Bücherei ist es die zweite Wiedereröffnung innerhalb von acht Jahren: Im November 2013 konnte sie nach umfangreicher Sanierung und Umgestaltung wieder öffnen, davor stand das Fortbestehen der Bücherei auf der Kippe. Die Gefahr besteht dieses Mal jedoch nicht, wie alle anderen Büchereien, musste die in Lessenich nur pausieren. Die Leser sind trotzdem an ihre Bücher gekommen – über Renate Güsgen. Sie brachte den Lesern die Bücher während des Shutdowns bis zur Haustür.

Die Büchereileiterinnen haben die Zeit auch genutzt, um ein wenig am Bestand zu arbeiten. Bücher, mit denen Kinder mit elektronischen Lesestiften das Lesen erfahren können, gibt es schon länger. Jetzt haben Güsgen und Göbel auch „Tonies“ zum Ausleihen angeschafft. Das sind kleine Datenträger, die man auf einen Soundwürfel stellt. Dieser spielt dann das Hörbuch oder -spiel ab, das darauf gespeichert ist. Je nach Inhalt hat der Datenträger zum Beispiel die Form von Pippi Langstrumpf, dem König der Löwen, oder Benjamin Blümchen. Die Tonies stellen einen Teil der rund 300 neuen Medien dar, die aus Landesmitteln angeschafft wurden.

Ein Vorteil in Lessenich ist, dass Kinder selbst in der Bilderbücherauswahl stöbern können. Das ist auch in der Bücherei Sankt Augustinus in Duisdorf möglich, die lässt allerdings nur eine Person rein. In der Bücherei Sankt Rochus können Medien nur am Eingang abgegeben und neue entgegengenommen werden. Neue Medien können vorab über einen Online-Katalog ausgewählt und per Mail bestellt werden. Güsgen und Göbel freuen sich auf die Wiedereröffnung. Sie hoffen, dass die Besucher Verständnis für die Regelungen haben, auch für das Warten vor der Tür. Bei schönem Wetter, überlegen die Leiterinnen Stühle für die Warteschlange aufzustellen.