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Bahnhaltepunkt Helmholtzstraße: Bürger wollen Lokführer mit Sektdusche begrüßen

Bahnhaltepunkt Helmholtzstraße : Bürger wollen Lokführer mit Sektdusche begrüßen

Der Durchgang zur Helmholtzstraße ist jetzt da, und lange wird es nicht mehr dauern, bis man unter den Gleisen der Bahnlinie RB23 hergehen kann. Deshalb feierten Anwohner der "Grünen Mitte" gestern die Installation des zweiten Teils der Fußgänger-Unterführung am künftigen Bahnhaltepunkts mit einem kleinen "Richtfest" an Ort und Stelle. Der Spielmannszug Rot-Weiß begleitete das Ganze mit fröhlicher Blasmusik.

In der Nacht zu Sonntag war das 160 Tonnen schwere Ungetüm eingesetzt worden. Das nahezu quadratische Bauteil wurde an zwei 400-Tonnen-Mobilkränen befestigt, in ein fünf Meter tiefes vorbereitetes Loch hinabgelassen und dann in Position geschwenkt. Das war der zeitaufwendigste Arbeitsabschnitt und bedeutete: Die Kranführer mussten Millimeterarbeit verrichten. Das Ganze dauerte etwa 70 Minuten und lief reibungslos, so die Auskunft.

Die zuständige Baufirma Falkenhahn hatte noch in der Nacht die Kräne wieder abgebaut und den verursachten Dreck außerhalb der Baustelle beseitigt. Außerdem hatte das Unternehmen die Getränke für das Richtfest gesponsert - die Anwohner konnten sich in jeder Hinsicht nur bedanken.

Die Nachbarschaftsgemeinschaft Grüne Mitte hängte deshalb am Sonntag ein Banner auf. Darauf stand zu lesen: "Erfüllt wird unsere Bitte, ein Bahnhof für die Grüne Mitte". Für die Neubürger, die dort gebaut haben, wird sich mit Inbetriebnahme des neuen Bahnhaltepunktes ab Dezember ihre Verkehrsanbindung deutlich verbessern.

Der erste Teil der Unterführung auf der Seite der Helmholtzstraße war nicht an einem Stück eingesetzt, sondern vor Ort aufgebaut worden. Das war möglich, weil für die Bauarbeiten ohnehin das entsprechende Gleis eine Zeit lang gesperrt war. Das sei aber auf der Seite zum Meßdorfer Feld hin nicht möglich, hieß es von Seiten der Bahn. Deshalb wurde der dortige Teil der Unterführung im Vorfeld zusammengebaut und, nachdem der letzte Zug in der Nacht durchgefahren war, eingesetzt.

Als nächstes müssen die Rampen zur Unterführung fertiggestellt und Treppen von dort zum Bahnsteig gebaut werden. Zum Feld hin wird außerdem der Bahnsteig eingerichtet. Nach Angaben von Projektleiter Florian Bonn von der Deutschen Bahn soll Mitte Dezember die Haltestelle erstmals angefahren werden.

Für einen der ersten Züge, die dort halten, hat sich Wolfgang Groß von der Nachbarschaftsgemeinschaft schon etwas einfallen lassen: "Wir wollen den Lokführer mit Sekt übergießen."

Das solle ihm ein Willkommen sein und zugleich eine Mahnung: "Denk daran, dass du immer hier hältst." Unter seiner Regie hatte sich die Gemeinschaft bei der Bahn für diese Haltestelle eingesetzt.

Sein nächstes Ziel: Auf dem Haltestellenschild soll tunlichst nicht nur "Helmholtzstraße" stehen, sondern auch "Grüne Mitte". Anwohner und Kommunalpolitiker begrüßten das. Von Seiten der Bahn ist man von dem Zweck aber nicht überzeugt: Am Ende würden noch andere fordern, mit aufs Haltestellenschild zu kommen, etwa das Berufskolleg an der Rochusstraße.

"Das muss doch für den Fahrgast übersichtlich sein", hieß es zur Begründung. Man könne das nicht mit anderen Haltestellen vergleichen, die nach Unternehmen und Straßennamen benannt sind, wie "Deutsche Telekom/Ollenhauerstraße": Die Telekom habe dafür schließlich bezahlt.