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Kettelerplatz in Dransdorf: Bürgerinitiative wehrt sich gegen Zahlungen

Kettelerplatz in Dransdorf : Bürgerinitiative wehrt sich gegen Zahlungen

Eine Bürgerinitiative wehrt sich dagegen, dass Anwohner für die Grüngestaltung des Kettelerplatzes in Dransdorf zahlen müssen. Dabei geht es im Kern um die Frage, wann die Straße erstmalig hergestellt wurde.

Den Ritt auf den Paragrafen beherrscht Walter Strunck ebenso wie die Stadt Bonn. Das will der frühere Ortsausschussvorsitzende von Dransdorf die Stadtverwaltung spüren lassen, die von den Anliegern des Kettelerplatzes in einem Radius von 200 Metern Luftlinie Erschließungsbeiträge für den Platz einfordern will – 29 Jahre, nachdem die Stadt der Anlage ihr heutiges Gesicht gegeben hat.

Strunck hat dazu eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen und will den Kampf aufnehmen, notfalls auch klagen. Am Freitagabend erläuterte er einer großen Zahl interessierter Anwohner in der Gaststätte Lambertus-Stube, warum er sich Chancen auf Erfolg ausrechnet.

Wie berichtet, sieht die Stadt das Jahr 1989 als Zeitpunkt der „erstmaligen Herstellung“ der Grünfläche an. 30 Jahre lang durfte sie dafür Erschließungsbeiträge einfordern, und die Zeit läuft Ende dieses Jahres ab. Strunck ist aber überzeugt, dass die erstmalige Herstellung bereits 1964 erfolgte, als die damalige Hauptstadtverwaltung aus einer Landwirtschafts- und Kleingartenfläche eine Grünanlage im damaligen Neubaugebiet schuf. Dazu, so Strunck, habe es einen Bebauungsplan gegeben.

Den Einwand der Stadt Bonn, dass dieser nicht heutigen Anforderungen an einen B-Plan entsprach, lässt er nicht gelten, da der damalige rechtskräftig war. Das heißt, die erstmalige Herstellung des Kettelerplatzes wäre schon 54 Jahre her, nicht 29. Zudem ist Strunck davon überzeugt, dass die Grünfläche komplett auf städtischem Grund und Boden liegt. Ein weiteres Argument: 1976 wurde die Grünanlage formell in einen Platz für den Gemeindebedarf umgewandelt – praktisch sei das aber nie realisiert worden.

Rechnungen werden eingesehen

1988/89 baute die Stadt den Platz um, ebnete ihn ein und säte neuen Rasen aus. Weiterhin wurden ein kleiner Kinderspielplatz und der von Bürgern finanzierte Brunnen errichtet sowie ein neuer Baum gepflanzt. Das, sagte Strunck, sei aber eben nur der Umbau einer bestehenden Grünanlage gewesen, aber keine Ersterschließung. Er zeigte den Anwesenden ein Schreiben der Stadt, in dem die Kosten dafür auf etwa 300 000 Mark angesetzt waren, die aus Haushaltsmitteln zu bezahlen seien. Für die Initiative ein weiterer Beleg dafür, dass die Bürger keine Beiträge zahlen sollten.

Das seien freiwillige Erschließungsleistungen der Stadt für einen Dorf- und Festplatz gewesen – warum sonst hätte die Anlage einen technischen Unterbau mit Drainage und mehr erhalten sollen, fragte er. Und wenn sie doch abrechnungsfähig wären, müsse man zum einen alle Rechnungen dafür einsehen können und zum anderen Struncks Ansicht nach Quadratmeterpreise von 1964 ansetzen, nicht die von 1989.

Strunck führte noch eine Reihe weiterer Argumente auf und fragte zuletzt: „Braucht man als Anlieger den Kettelerplatz zur Erholung und als Gartenersatz?“ Da die umliegenden Grundstücke alle über eigene Gärten verfügten – auch die der Grootestraße, wie man im Internet heute leicht erkennen kann –, lautete seine klare Antwort: „Nein.“ Wenn aber der Kettelerplatz als Festplatz angesehen wird, früher wurde darauf die Kirmes gefeiert, heute stellt die GDKG an Karneval dort ihr Festzelt auf, hätte das ganze Dorf etwas davon. „Und das sollen nun ein paar Anlieger alleine bezahlen müssen?“

Strunck erklärte sich im Auftrag derer, die sich der Initiative anschlossen, bereit, Rechnungen von 1989 einzusehen. „Ich nehme denen jeden Quadratmeter auseinander“, kündigte er an. Betroffen von den Forderungen der Stadt sind nach seiner Schätzung rund 140 Eigentümer.