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Bahnübergang am Weck-Werk: Bundesbahn muss mit massiven Protesten rechnen

Bahnübergang am Weck-Werk : Bundesbahn muss mit massiven Protesten rechnen

Der Übergang am Weck-Werk in Duisdorf soll nach den Plänen der Bahn geschlossen werden. Zahlreiche Politiker aus Bonn und Alfter lehnen das vehement ab.

Keine Freunde macht sich die Deutsche Bahn mit ihrem Plan, den Bahnübergang am Weck-Werk Ende 2018 zu schließen und stattdessen eine Unterführung für Fußgänger und Radfahrer zu bauen (der GA berichtete). Im Gegenteil: Politiker auf Bonner und auf Alfterer Seite lehnen das Vorhaben in breitem Konsens ab und ermutigen die Bürger zum Widerspruch.

Bert Moll, CDU (Bonn): „Bürgernahe Planung sieht anders aus. Da der Bahnübergang erst vor Kurzem sicherheitstechnisch auch für den Lkw-Verkehr ertüchtigt worden ist, besteht 13 Jahre nach Abschluss der Kreuzungsvereinbarung mit Alfter und dem Land NRW kein Handlungsdruck, um bereits 2018/2019 den Rückbau des Bahnübergangs und den Bau der Unterführung zu starten. Ich werde die Bürger animieren, wie im ersten Planfeststellungsverfahren ihre Einwände geltend zu machen und gegen die Schließung des Bahnübergangs zu kämpfen.“

Schließung wäre "Katastrophe für Anwohner"

Gabi Mayer, SPD (Bonn): „Der Bahnübergang wird gebraucht. In diesem Sommer, wahrscheinlich ab Juli, läuft die Frist für die Einwendungen im Genehmigungsverfahren. Das ist die Frist, innerhalb derer die Bonner Stadtverwaltung mit Zahlen und Konzepten zu belegen hat, dass der Bahnübergang unverzichtbar ist. Ob sie darauf vorbereitet ist, werden wir sehen. In das Verfahren muss die Stadtverwaltung mit eigenen Zahlen gehen.“

Frank Thomas, FDP (Bonn): „Die Schließung dieses Übergangs wäre eine Katastrophe für Anwohner und die drei produzierenden Betriebe in der Umgebung. Die Planungen können nicht widerstandslos hingenommen werden, der Erhalt des Übergangs ist für den Erhalt industrieller Arbeitsplätze unabdingbar. Die Wirtschaftsförderung und der Oberbürgermeister sind gefordert.“

Gertrud Smid, Grüne (Bonn): „Nicht nur für die Anwohner wäre der Wegfall nachteilig, sondern auch für Fußgehende und Radfahrende. Ein ebenerdiger Weg ist wegen der gleichen Höhe immer komfortabler als eine Unterführung oder Brücke. Nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist, sind die Einflussmöglichkeiten der Stadt Bonn extrem begrenzt.“

Widerstand gegen geplante Schließung ist groß

Oliver Krauß, CDU (Alfter): „Dass die Bürger so frühzeitig informiert werden, ist positiv hervorzuheben. Allerdings wäre eine frühzeitige Abstimmung mit allen Betroffenen mindestens genauso wichtig. Wir können nicht ohne Weiteres Vereinbarungen umsetzen, die mehr als zehn Jahre alt sind. Daher sind alle Betroffenen erneut aufgefordert, ihre Einwände gegen die Schließung vorzubringen.“

Hans G. Angrick, SPD (Alfter): „Die Idee, den Bahnübergang zu schließen und den Schwerlastverkehr der ansässigen Unternehmen in die umliegenden Wohnstraßen zu zwingen, ist ein Stück aus dem Tollhaus. Die Bürger und politisch Verantwortlichen in Bonn und Alfter werden mit aller Kraft gegen diese Pläne arbeiten.“

Michael Schroerlücke, Grüne (Alfter): „Ich finde es nicht dramatisch, wenn der Übergang zugemacht wird. Schon jetzt sind die Schließzeiten sehr lang. Setzt sich die Bahn nicht durch, müsste die Gemeinde womöglich rückwirkend die Almabrücke bezahlen.