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Bushaltestelle Hardtberg: "Malteser Krankenhaus" sollte "Helios Klinikum" heißen

„Malteser-Krankenhaus“ auf dem Hardtberg : Ratsbündnis lehnt Umbenennung der Bushaltestelle an der Helios-Klinik ab

Die Helios-Klinik schlägt vor, die Haltestelle vor der Tür nach dem eigenen Namen zu benennen. Das Ratsbündnis lehnt das im Verkehrsausschuss jedoch ab. Die Kosten für einen neutralen Namen hat die Stadt Bonn zu tragen.

Es mag eine Petitesse sein, wenn Politiker darüber streiten, wie sie eine Bushaltestelle umbenennen. Die Kosten von 3000 bis 4000 Euro sind im Vergleich zum jährlichen Haushaltsvolumen von weit mehr als einer Milliarde Euro marginal zu nennen. Doch bei der Umbenennung der Bushaltestelle „Malteser Krankenhaus“ für die Linien 606 und 607 scheint es um mehr zu gehen. Im jüngsten Ausschuss für Verkehr und Mobilität drehte sich die Diskussion um die Frage, ob der Haltepunkt in der Von-Hompesch-Straße künftig „Hardtberg Klinikum“ oder doch eher „Helios Klinikum Bonn“ heißen sollte.

Beantragt hatte das Helios-Klinikum selbst die Umbenennung aus nachvollziehbaren Gründen. Im November vergangenen Jahres kam mit dem neuen Träger auch ein neuer Name für das Krankenhaus. Sodann wandte sich die Geschäftsführung an die Stadtwerke mit ihren Vorstellungen. „Wir hatten mit dem Trägerwechsel im November 2020 die Umbenennung der Haltestelle in ,Helios Klinikum Bonn’ bei den Stadtwerken Bonn angefragt und dazu auch bereits die vollumfängliche Kostenübernahme erklärt“, teilte Klinik-Sprecherin Christina Fuhrmann mit. Erstaunt sei man nun, dass es dazu nicht kommen soll.

In der Hardtberger Bezirksvertretung und dem Fachausschuss unterstützte zwar die CDU die Umbenennung mit Helios im Namen durch einen entsprechenden Antrag, für den auch FDP und Bürger Bund Bonn im Verkehrsausschuss votierten.

Mehrheitlich setzte sich aber das Bündnis von Grünen, SPD, Linken und Volt durch. Der von ihnen beschlossene Änderungsantrag zielt darauf ab, den neutralen Namen zu wählen. Womöglich hat die genannten Kosten in diesem Fall die Stadt, also der Steuerzahler zu tragen. Fuhrmann jedenfalls antwortete auf die Frage, ob Helios bereit wäre, für den anderen Namen zu zahlen, mit den Worten: „Für die Kosten einer anderweitigen Umbenennung werden wir uns mit den Stadtwerken in Verbindung setzen.“ Stadtwerke-Sprecherin Lea Hoffmann sprach ebenfalls von laufenden Gesprächen. Die von der Stadtverwaltung im Ausschuss genannten Kosten für die Umbenennung wollte Hoffmann „aufgrund unserer Kundenbeziehung zum Klinikum“ nicht nennen.

Dass der Namenswechsel überhaupt mit einem vierstelligen Betrag zu Buche schlägt, erklärte die Stadt wie folgt: „Die Umbenennung einer Haltestelle, insbesondere einer Endhaltestelle, bedeutet einen größeren Arbeitsaufwand, da alle digitalen und sämtliche Printmedien im Verkehrsverbund angeglichen werden müssen.“

Rolf Beu, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen, begründete die Haltung seiner Fraktion mit einem „Ewigkeitsbeschluss“, der auch bei einem erneuten Trägerwechsel weiter Bestand hätte. Herauszuhören war bei ihm ebenso wie bei Gabi Mayer von der SPD, dass das neue Bündnis dazu tendiert, bei künftigen Umbenennungen dieser Art auf Unternehmensnamen gänzlich zu verzichten.

Jürgen Wehlus von der CDU ärgerte sich darüber, dass der Träger offenbar per se „als Kandidat des Wegzugs“ betrachtet werde. Er stellte auch die Frage, ob nun künftige Haltestellen mit Firmenbeinamen wie die Telekom nach Wunsch des Ratsbündnisses wegfallen sollten. Beu erwiderte, es sei doch etwas ganz anderes, ob die Stadt bestehende Namen aufhebe oder künftig neutrale Namen wähle. Wehlus argumentierte weiter, der Name ,Helios Klinikum Bonn’ sei präziser und für Fahrgäste deshalb nicht so leicht mit dem Universitätsklinkum auf dem Venusberg zu verwechseln. Alessandro Balan von der FDP vertrat ebenfalls die Auffassung: „Keep it simple. Der Name Helios Klinikum Bonn ist einfach für alle zu bestimmen.“

Der Beschluss des Verkehrsausschusses hat nur empfehlenden Charakter. Abschließend hat der Stadtrat zu entscheiden.