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Regionalbahn 23 Bonn - Euskirchen: Das Chaos hat bald ein Ende

Regionalbahn 23 Bonn - Euskirchen : Das Chaos hat bald ein Ende

Mit dem Ende der Schulferien gehen auch die Bauarbeiten auf der Linie der Regionalbahn 23 zu Ende. Ab Montag (18. August) werden die Züge wieder durchgehend zwischen Bonn und Euskirchen unterwegs sein, teilte ein Bahn-Sprecher dem GA mit.

Dann müssen die Fahrgäste am Duisdorfer Bahnhof nicht mehr in Ersatzbusse umsteigen. Dennoch wird dann noch nicht alles so wie früher sein. Denn der Bahnübergang Bahnhofstraße bleibt weiterhin gesperrt, und zwar noch zwei Wochen lang - bis zum 29. August.

Warum dies so sein wird, obwohl der Bahnverkehr dann wieder planmäßig läuft, begründete der Sprecher mit Sicherheitskriterien. Man müsse weitere signaltechnische Prüfungen erledigen. "Und das ist die übliche Zeit nach solchen Baumaßnahmen."

Auch ansonsten blieb die Bauphase nicht ohne Ärger. Ein Anwohner berichtete von regelrechtem "Lärmterror" an Wochenenden, wenn Züge eine halbe Stunde im Bahnhof Duisdorf standen.

"Manche Lokführer ließen dann die komplette Zeit den Motor laufen", berichtete der Mann. "Schlafen bei geöffnetem Fenster ist dann unmöglich." Die Bahn sprach von Ausnahmefällen. Man habe die Lokführer angehalten, den Motor abzustellen. "Und wir werden das auch noch einmal weitergeben", kündigte eine Sprecherin an.

Einsatz der Dieselmotoren irgendwann passé

Derweil schafft die Bahn die ersten Voraussetzungen für die Elektrifizierung der RB 23, damit der Einsatz von Dieselmotoren hier irgendwann passé ist. Die Strecke gehört zum sogenannten "Kölner Dieselnetz", das den Namen nicht grundlos trägt.

Mit Strom betriebene Züge werden zwar sobald noch nicht auf der Strecke fahren, allerdings hat die Deutsche Bahn beim zweigleisigen Ausbau zwischen Duisdorf und Witterschlick jetzt die ersten baulichen Voraussetzungen für eine mögliche Elektrifizierung getroffen. Wie ein Bahnsprecher erläutert, handele es sich dabei um Vorkehrungen in den Schienen für die "innere Erdung", die bei einer späteren Elektrifizierung notwendig sei.

"Der Zweckverband Nahverkehr Rheinland strebt die Elektrifizierung an", sagt dessen Sprecher Holger Klein. Der NVR, in dessen Auftrag die DB Regio NRW auf der Strecke der RB 23 fährt, hat 2012 mit der Bahn und dem NRW-Verkehrsministerium ein Gutachten zum Bahnknotenpunkt Köln erstellt.

Darin wird auch aufgeführt, zur Verbesserung der Abläufe weite Teile des Dieselnetzes zu elektrifizieren, etwa die RB 23. Unter anderem würde man Kosten sparen, da im Elektrobereich ein breiteres Angebot an Fahrzeugen zur Auswahl stehe. Ebenso hätte die Elektrifizierung eine größere betriebliche Flexibilität, dichtere Taktfolgen sowie eine höhere Betriebsqualität zur Folge, fügt Klein hinzu.

Elektrotriebwagen im Vergleich zu Dieseltriebwagen 1,20 Euro pro Kilometer preiswerter

Der Alfterer Verkehrsexperte Michael Schroerlücke (Grüne) hat schon 2011 eine Berechnung vorgelegt, dass Elektrotriebwagen bei Anschaffung und Unterhalt im Vergleich zu Dieseltriebwagen 1,20 Euro pro Kilometer preiswerter seien. Gehe man von Doppeltraktion aus, sei man schon bei 2,40 Euro, was bei 900.000 Kilometern auf der RB 23 eine Einsparung von mehr als zwei Millionen Euro im Jahr bedeute.

Laut NVR-Sprecher Klein gibt es bisher weder detaillierte Planungen noch einen Zeithorizont. Ebenso offen sei die Frage der Finanzierung. Nach NVR-Angaben betragen die Kosten für die Elektrifizierung der Strecke rund 50 Millionen Euro. In dieser Hinsicht sei die Elektrifizierung der Voreifelbahn für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet.

SPD fordert barrierefreien Bahnhof Duisdorf

"Die Haltestelle Duisdorf muss endlich barrierefrei werden", forderte am Donnerstag die SPD-Landtagsabgeordnete Renate Hendricks. Die Schließung des Bahnübergangs Bahnhofstraße habe gezeigt, dass es dringend erforderlich sei, allen Menschen einen ungehinderten Zugang zu den Gleisen zu ermöglichen.

"Das ist derzeit nicht der Fall und muss schnellstmöglich geändert werden", erklärten Hendricks und ihre Parteikollegin Gabi Mayer. Hendricks hat sich an den Konzernbevollmächtigen der Deutschen Bahn für NRW, Rainer Latsch, gewandt und diesen dazu aufgefordert, die Barrierefreiheit an der Haltestelle herzustellen und dabei auch die Einrichtung von Aufzügen zu überprüfen