Naturschutz in Bonn Das eigene Viertel zum Blühen bringen

Bonn · Das gemeinsame Blühbotschafter-Projekt von „Bonn im Wandel“ und der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft bietet ab dem 8. März die Fortgeschrittenen-Aktionstage in Bonn an. Was man an diesen Tagen lernen kann und wie man auch als Anfänger im eigenen Garten etwas für den Naturschutz tun kann.

Eine Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) an einem speziellen Insektenhotel in einer Obstplantage.

Eine Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) an einem speziellen Insektenhotel in einer Obstplantage.

Foto: dpa/Patrick Pleul

Schottergarten an Schottergarten sieht zwar ordentlich aus, aber für Naturschutz und Artenvielfalt im eigenen Viertel tut es nichts. „Man kann auch in der Stadt was Gutes tun für Insekten, das Klima und das eigene Wohlbefinden“, sagt Tanja Schendel von der Biologischen Station. Vielen Leuten fehle es oft einfach an Ideen und Inspirationen – genau diese Inspiration sollen Blühbotschafter zum Beispiel an den Nachbarn weitergeben.

In den ersten beiden Jahren des Projekts haben die Teilnehmenden der Blühbotschafter-Ausbildung in Bonn und im Rhein-Erft-Kreis gelernt, wie sie Blühflächen anlegen: von Bodenbearbeitung bis Einsäen. Die Aktionstage in diesem Jahr in Bonn richten sich an Fortgeschrittene, heißt an alle Bonner, die gewisse Grundkenntnisse haben, sagt Schendel. Es gehe bei den Treffen auch darum, ein Netzwerk für die Blühbotschafter zu schaffen, damit sie ihr erlerntes Wissen einsetzen können. „Das ist total schön, wenn die Leute sich austauschen und von ihren Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr berichten“, erzählt Schendel. „Und dann tauchen auf einmal neue Vogelarten im Garten auf.“ Naturschutz im Garten und in der Stadt kann nämlich etwas Schönes sein, sagt Schendel, „das darf ruhig etwas wilder aussehen“.

Tipps für den eigenen Garten

Neue Vogelarten im eigenen Garten beobachten können nämlich nicht nur Blühbotschafter. Es gibt auch einfache Tipps für Anfänger, wie man den eigenen Garten natürlicher und als Wohnort heimischer Insekten gestalten kann. Jeder könne zum Beispiel ganz einfach einen Totholzhaufen bauen, mit Schnittgut oder einem alten Stamm. „Da entwickelt sich dann eine individuelle Insektenwelt“, erklärt Schendel. „Das ist oft ein Zusammenspiel: Sind mehr Insekten vorhanden, haben auch die Vögel mehr Nahrung und fühlen sich dadurch wohler“.

Ein Thema der Biostation sei deswegen auch Regio-Saatgut. „Denn die bunten Arten aus Baumärkten sind zwar schön, aber für regionale Insekten sind die regionalen Stauden wichtig“, sagt Schendel. Ein Problem sei, dass diese noch nicht so einfach zu erwerben sind. Oft ist das regionale Saatgut nur in großen Mengen erhältlich – zum Beispiel bei der Biostation. Es ist aber vereinzelt auch möglich, es jetzt schon im Internet in kleineren Mengen zu kaufen.

Kursus für Fortgeschrittene

Die Aktionstage für Fortgeschrittene finden in diesem Jahr an sechs Terminen von März bis August statt. Es geht um die Frage, wie man im eigenen Quartier aktiv werden kann und um die dauerhafte Pflege von Blühflächen. In diesem Rahmen gibt es auch einen Sensen-Schnupperkursus als Anreiz. Denn das traditionelle Sensen ist laut Schendel die insektenfreundlichere Methode im Vergleich zum Rasenmäher. Die Teilnehmenden lernen deswegen, wie man am besten senst, um eine glatte Schnittkante zu erhalten. Das LVR Netzwerk Kulturlandschaft fördert das Projekt. Die Teilnahmegebühr beträgt 60 Euro, ermäßigt 20 Euro.

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