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Evangelische Jugend: „Das haben wir noch nie gemacht“

Evangelische Jugend : „Das haben wir noch nie gemacht“

Die Studentin Fiona Paulus ist neue Vorsitzende der Evangelischen Jugend im Rheinland. Die 23-Jährige ist schon lange für die Kirche aktiv.

Frischer Wind aus Bonn weht ab sofort in den Gremien der Evangelischen Kirche im Rheinland. Die Bonner Physikstudentin Fiona Paulus ist zur neuen Vorsitzenden der Evangelischen Jugend gewählt worden. „Ich wünsche Ihnen für die mit diesem Amt verbundenen Aufgaben viel Geistesgegenwart, gute Mitstreiterinnen und Mitstreiter sowie Gottes Segen“, gratulierte der 23-Jährigen Manfred Rekowski, der vormalige Präses vom Niederrhein bis Saarbrücken reichenden Landeskirche. Die Landeskirche und er selbst hätten schon gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Paulus gesammelt, erläuterte Rekowski. „Deshalb bin ich sehr zuversichtlich, dass sich diese konstruktive Zusammenarbeit auch in neuer personeller Formation gut fortsetzen wird.“ Paulus sitzt damit dem beschlussfassenden Organ der Evangelischen Jugend im Rheinland vor, das zweimal im Jahr tagt. Sie folgt im neuen Ehrenamt auf Miriam Lohrengel, deren Stellvertreterin sie in den vergangenen vier Jahren war.

Die Bonnerin hat in den letzten Jahren Schritt für Schritt Zugang zu wichtigen evangelischen „Parlamenten“ geschafft: Im Januar war sie von der Landessynode der Rheinischen Kirche schon zur Synodalen der Evangelischen Kirche in Deutschland gewählt worden. Parallel wurde die Studentin Mitglied im Nominierungsausschuss der Landeskirche. Einen Namen hat sich Paulus vor allem 2019 gemacht, als sie die erste evangelische Jugendsynode überhaupt im Rheinland leitete, mit der die Landeskirche die Mitbestimmung Jugendlicher zu forcieren startete. Mit den Slogans „Junge Erwachsene könnten mal ernst genommen werden“ und „Offenheit für Das-haben-wir-noch-nie-gemacht-Ideen von jungen Leuten“ hatten Paulus und die Delegierten da die Landeskirche aufgemischt.

Seither verschaffen sie und andere Aktive sich von Synode zu Synode mehr Gehör für die Kritik, die Belange und die Bedürfnisse der jungen Generation. Paulus ist überzeugt, dass das größte Potenzial der Evangelischen Kirche bei den Jugendlichen während und nach der Konfirmandenzeit liegt. „Gelingt es in dieser Zeit, Menschen in die Gemeinde einzugliedern, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich auch im Erwachsenenalter mit der Kirche verbunden fühlen, meint die 23-Jährige. Dazu sei erst einmal nicht viel mehr nötig als Vertrauen und eine gute Unterstützung Engagierter durch die Gemeinde. „Junge Menschen sollten sich mit ihren Ideen auf allen Ebenen einbringen können, aber nicht müssen und dabei wissen, dass sie die Gemeinde bereichern.“