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Messe im Telekom Dome: Das wurde Bastlern und Hobbyhandwerkern auf der „BonnKreativ“ geboten

Messe im Telekom Dome : Das wurde Bastlern und Hobbyhandwerkern auf der „BonnKreativ“ geboten

Die Messe „BonnKreativ“ hat am Wochenende viele Bastler und Hobbyhandwerker in den Telekom Dome gelockt. An 85 Ständen konnten die Besucher vieles ausprobieren oder neue Ideen sammeln.

Es braucht viel Kraft, um die Zinken der alten Silbergabel platt zu hämmern. Doch es klappt zur Freude von Helga Bockshecker. Sie verarbeitet hier ihr schön verziertes Silberbesteck zu Nützlichem. „Aus den Gabeln werden Geschirrhandtuchhalter“, verrät sie. Sie hat an einem der Workshops von Frank und Stefanie Meinardus teilgenommen. Die beiden kommen aus dem Emsland und bieten unter anderem Silberschmuck-Workshops an.

Nicht so weit zur Messe „BonnKreativ“ auf den Hardberg hatte es Sylvana Leeser. Sie hat ihr „Scherenglück“-Atelier in Alfter. Hier können Groß und Klein lernen, mit der Nähmaschine umzugehen, um irgendwann eigene, ganz individuelle Kleidung zu nähen, oder auch alles, was nicht mehr passt oder gebraucht wird, einem neuen Zweck zuzuführen.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ein 3D-Drucker von „Stahl3D“ zeigt faszinierten Zuschauern, was alles geht und wie es funktioniert. Viele Stände bieten Wolle, Stoffe, Scheren, Aufnäher, Aufbügler, Perlen, Schablonen, Spezialkleber, Spezialstifte oder auch Spezialwerkzeug an. Lauter Dinge, die Bastler oder Hobbyhandwerker brauchen können, werden auf den Kreativmessen von Marvin Okken angeboten.

„Nutzlos gewordenes“ wird zu Nützlichem umgestaltet

Doch auch Upcycling ist groß im Trend. Hier wird „Müll“ und „Nutzlos gewordenes“ zu Kunst, Deko oder Nützlichem verarbeitet. „Es ist toll, was man aus einer alten Flasche, ein bisschen Farbe und Glitter herstellen kann“, sagt Okken. Heike Schäfer zum Beispiel hat daraus einen Adventskranz gebastelt.

Und wer Wert auf die eigene Herstellung von Nahrungsmitteln legt, bekam ebenfalls Anregungen und konnte an vielen Ständen schon einmal kosten. Nur, wer sein Essen selbst erntet und zubereitet, weiß genau, was drin ist. Bei Susanne Schmitz aus Moers gab es reichlich zum Probieren. Die Leckereien reichten von Olivenöl und fruchtigen Essigsorten über Liköre bis zu Fruchtaufstrichen. Getreu dem Firmennamen „one million fruits“.

Neben zahlreichen Anbietern, die auf so ziemlich allen Kreativmärkten von Halle bis Münster, Gießen und Coburg dem Bonner Veranstalter folgen, gibt es in jeder Stadt zusätzlich einheimische Anbieter. Darunter zählte im Telekom Dome am Basketsring die Bärensammlung von Angelika und Walter Wetzels aus Niederkassel. Die beiden bieten in ihrer „Hobbydee“ selbstkreierte Bastelsets für die Herstellung von Stoffbären an. Bunt aufgereiht lockten die bereits fertigen Modelle nicht nur Kinder an den Stand. Die Auswahl an verschiedenen Variationen füllt ein ganzes Heft.

„BonnKreativ“ gibt es seit sieben Jahren und war von Anfang an so erfolgreich, dass es die Messe aus der Bad Godesberger Stadthalle im Jahr 2020 in den Telekom Dome zog. Das war eine gute Idee. Hier wird es zwar auch eng an den Ständen, doch es finden sich immer Plätze zum Ausruhen, auch wenn, wie Okken sagt, mit 85 Ausstellern jede Ecke besetzt ist. Im vergangenen Jahr machte die Messe eine coronabedingte Pause. „Einige unserer Aussteller haben die Pandemie nicht überstanden. Dafür sind neue dazugekommen“, so Okken.

Ideen für einzigartige Weihnachtsgeschenke

Und weil derzeit viele Menschen besorgt in die Zukunft sehen, geben sie ihr Geld lieber vorsichtig aus. Basteln und handarbeiten muss nicht teuer sein, das hat der Kreativmarkt gezeigt. So gibt es Ideen für schöne, einzigartige „Weihnachts“-Geschenke, Anleitungen für dicke, handgestrickte Wollsocken oder Liköre für kalte Tage und Beispiele für eine sinnvolle Nutzung von längst nicht mehr gefragtem Silberbesteck.