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Weck-Werk in Bonn: Der Bahnübergang bleibt wohl länger zu

Weck-Werk in Bonn : Der Bahnübergang bleibt wohl länger zu

Der für Autofahrer immer noch geschlossene Bahnübergang am Weck-Werk sollte eigentlich zwischen Ende März und Ostern (5. April) wieder öffnen. Doch aus diesem optimistischen Vorhaben wird mit ziemlicher Sicherheit nichts.

Weil die geplante "Vorzugsvariante" aktuell noch mit der Stadt Bonn abgestimmt wird und die reinen Bauarbeiten danach vier bis sechs Wochen dauern, kann die Bahn derzeit keine Aussagen über die Wiederöffnung des Übergangs machen. "Der Zeitplan ist jedenfalls gefährdet", sagte gestern Bahn-Sprecher Dirk Pohlmann.

Das liegt auch daran, dass das zuständige Gremium, die Bezirksvertretung Hardtberg, erst am 17. März tagt. Die Stadt überlegt deshalb zwar laut Presseamt, die politische Genehmigung über eine Dringlichkeitsentscheidung herbeizuführen, damit die Bauarbeiten zügiger beginnen können. Dennoch sagte die Bahn zur Frage, ob das zu schaffen sei: "Richtig ist, dass dies ein Grund ist, warum die Zeitschiene nicht mehr zu gewährleisten ist."

So oder so wird es nach Wiederöffnung des Übergangs Einschränkungen geben, weil die Verkehrsführung geändert wird. Auf diese "Vorzugsvariante", bei der die Rochusstraße/Bundesstraße 56 und die Ladestraße/Übergang baulich voneinander getrennt werden, haben sich Bahn und Verwaltung intern bereits geeinigt.

  • Die Lösung: Nach dem Umbau ist der Übergang nur noch an die bahnparallele Ladestraße angebunden, die zum Bahnhof Duisdorf führt, aber nicht mehr direkt an die B 56 (siehe Grafik). Aus Richtung Duisdorf kommend wird eine haltepflichtige Abbiegespur installiert, an deren Ende man sowohl nach links über den Bahnübergang nach Alfter als auch nach rechts zum Bahnhof abbiegen kann.
  • Die Vorteile: Der Bahnübergang kann dadurch jederzeit sicher geräumt werden. Die vorfahrtberechtigte B 56 muss nicht mehr beachtet werden, es kommt nicht mehr zu Rückstaus auf den Gleisen, hoffen die Planer.
  • Die Nachteile: Es gibt Umwege für einige Fahrbeziehungen, besonders für Autofahrer, die aus Richtung Witterschlick kommen. Für sie gibt es dann auf der B 56 keine direkte Linksabbiegemöglichkeit mehr, um den Bahnübergang zu überqueren. Sie müssen ein Stück weiter fahren, am Pützengarten links abbiegen und quasi einmal um den Hellweg-Baumarkt herum fahren. Dasselbe gilt andersherum für Autofahrer, die aus Alfter kommen und in Richtung Witterschlick fahren wollen.
  • Verkehrszählung: Sie wurde Anfang Dezember nach der Schließung des Überganges in Alfter und Duisdorf durchgeführt. Die Auswertung steht laut Stadt bisher noch aus.
  • Der Engpass: Ein ganz neues Problem stellt sich auf der bisher wenig genutzten Ladestraße, denn deren Fahrbahn ist zu schmal. Wenn sich zwei Lastwagen oder Busse entgegenkommen, dann kommen sie nicht aneinander vorbei. Unter Umständen müsste daher eine Ausweichstelle eingerichtet werden, auf Kosten von einigen Parkplätzen allerdings. Wenn sich Lastwagen und Pkws oder zwei Autos begegnen, ist das Vorbeikommen möglich, hat die Stadt Bonn berechnet.
  • Die Kosten: Über die Höhe hat die Bahn bisher keine Angaben gemacht und sagt zur Übernahme derselben nur so viel: "Maßnahmen, die im direkten Projektzusammenhang stehen (technisch und zeitlich) werden auch durch das Projekt, also die DB getragen." Ob die Bahn also auch die Ausweichstelle baut und bezahlt, ist noch unklar. Sie will dazu im Moment keine Aussage treffen. Die Stadt geht davon aus, dass die Bahn auch für den Bau der Ausweichstelle gerade stehen muss.
  • Der Übergang: Bisher war beim Schließen ein Läutewerk zu hören. Zur besseren Wahrnehmung aus optischer Sicht wird künftig auch ein gelb-rotes Alarmsignal aufleuchten, bevor die Schranken sich senken.