Stadtteilentwicklung Der Brüser Berg hat noch Flächen für Wohnungen

BRÜSER BERG · Die Händler in der Fußgängerzone am Brüser Berg sehen noch Entwicklungspotenzial für den Stadtteil. Unter anderem ist noch Platz für einige Wohnungen.

Wer die Anordnung der Fußgängerzone auf dem Brüser Berg verstehen will, muss einen Schritt zurückgehen in der Geschichte dieses Ortsteils. Dort entdeckt er dann auch das Potenzial, das zwischen Duisdorf und Ückesdorf im Stadtbezirk Hardtberg schlummert. Hier sollte vor Jahrzehnten, als die Planungen des Retortenorts aus den 1970er Jahren umgesetzt wurden, die Hardtbergbahn ankommen. Ein Infrastrukturprojekt, das die Anbindung verbessern sollte, aber nie umgesetzt wurde. Auch wenn es immer noch in der Verkehrsplanung aufgeführt ist. Jedenfalls sieht man das ursprüngliche Vorhaben der Borsigallee heute noch an. Hohe Käfige sind mit Grünpflanzen bewachsen. Die Allee – deshalb der Name – ist außergewöhnlich breit angelegt.

Auf die Hardtbergbahn, die auch Menschen in die Einkaufstraßen bringt, warten die Händler immer noch. Unzufrieden sind sie dennoch nicht mit der Entwicklung der letzten Jahre. Die Leerstandsquote ist überschaubar, auch wenn es Sorgenkinder gibt, wie den ehemaligen Schlecker-Markt, der seit fast zehn Jahren keinen Nachfolger hat. „Vor allem mit dem Amt für Stadtgrün sind wir zufrieden“, erklärt Achim Burchert, Vorsitzender des Unternehmerverbunds Brüser Berg.

Vor einigen Jahren hatten die Händler mal Kommunalpolitiker zu einem Rundgang eingeladen und die zugewachsenen Hecken beklagt. „Seitdem“, sagt Burchert, „hat sich viel verbessert.“ Das Straßenpflaster werde regelmäßig ausgebessert. Es sei sauber in der Fußgängerzone. Wer zwischen Edisonallee, Von-Guericke-Allee und eben der Borsigallee unterwegs ist, findet Friseure, Lebensmittelgeschäfte, Cafés, Restaurants, einen Textildiscounter und die ein oder anderer Überraschung wie ein Elektrogeschäft, das noch selbst repariert, oder ein griechisch-italienisches Geschäft, das Wein, Olivenöl und Keramik in hübscher Atmosphäre anbietet.

8000 statt 25000 Einwohner

Knapp 8000 Einwohner zählt der Stadtteil Brüser Berg. Das ist im Großen und Ganzen auch das Einzugsgebiet der Händler, schätzt Bernhard Schmuck, der ebenfalls im Vorstand des Unternehmerverbunds sitzt. Röttgener und Ückesdorfer kämen eher selten. Schmuck und Burchert haben deshalb durchaus Ideen, die den Brüser Berg auch über die Ortsgrenzen hinaus bekannter machen könnten. Jazz-Konzerte unter den Grünkäfigen beispielsweise oder ein Podest für Kleinkünstler.

Und auch von der Überlegung, die Grünflächen in der Mitte der Borsigallee so aufzubereiten, dass dort Tische und Stühle aufgestellt werden können, haben sich die beiden noch nicht verabschiedet. Das Problem: Die Stadt würde nur Geld dafür in die Hand nehmen, wenn ein Gastronom Flächen tatsächlich buchen würde. Das ist bisher noch nicht der Fall. Der Spielplatz, eine Aneinaderreihung von Steinen, sei als solcher kaum zu erkennen und müsste dringend attraktiver werden.

Zu den verbesserungswürdigen Details gehören aus Sicht der Händler ein überdachtes Häuschen für die Schüler an der Celsiusstraße und die Nachpflanzung eines vor Jahren gefällten Baumes daneben.

Schmuck sieht auf dem Brüser Berg weiteres Potenzial, was die Bevölkerungsentwicklung betrifft. „Schließlich gibt es auf dem Brüser Berg noch Flächen für dringend benötigte Wohnungen“, sagt Schmuck. In Richtung Verteidigungsministerium beispielsweise sei noch Raum vorhaben. Ursprünglich war der „Bonner Balkon“, wie man den Brüser Berg aufgrund seiner Höhenlage gerne nennt, für 25 000 Bewohner angelegt. Zwar löste man sich von diesen Ursprungsplanungen, um Fehlentwicklungen bei der Bevölkerungsstruktur entgegenzuwirken. Aber das Ziel blieb letztlich trotz einer niedriger angepeilten Geschosszahl in den Wohnsiedlungen und Einfamilienhäusern in den Randlagen eine Bevölkerungszahl von 12 000. Davon ist der Ortsteil in Zeiten eines engen und preistreibenden Wohnungs- und Häusermarktes im Bonner Stadtgebiet noch weit entfernt.

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