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Leerer Fußballplatz des 1. FC Hardtberg: Der gute Geist der Eselarena

Leerer Fußballplatz des 1. FC Hardtberg : Der gute Geist der Eselarena

Bernd Schmidt hält den geschlossenen Fußballplatz des 1. FC Hardtberg in Schuss. Mit den Spielern bleibt er online in Kontakt.

Bernd Schmidt ist aus der Übung. Den Fußball in der Luft halten, das können die meisten Spieler des 1. FC Hardtberg, dessen Vorsitzender er seit einer gefühlten Ewigkeit ist, inzwischen wohl besser als er. Aber momentan können sie es nicht zeigen, jedenfalls nicht auf der „Eselarena“ am Wesselheideweg. Der Sportplatz ist gesperrt, nur Schmidt darf von Vereinsseite darauf, einer muss ja den Platz warten, die Heizung überprüfen und sich über die elektronische Schließanlage aufregen. Er macht sich auch Gedanken darüber, wie er – wenn der Spielbetrieb irgendwann wieder aufgenommen werden kann – vor allem die Jugendlichen von der Couch auf den Kunstrasen bekommt.

Bei den Senioren ist das laut Schmidt kein Problem. „Die sind heiß aufs Spielen.“ Kein Wunder, nach acht Spielen sieht es auf der Tabelle für die erste Mannschaft nach Aufstieg aus der Kreisliga B aus. Aber Schmidt rechnet damit, dass die Saison gestrichen wird, wenn nicht bald weitergespielt wird. Das sei zwar nicht so dramatisch, da man eher sozial als leistungsorientiert sei, aber doch ärgerlich.

Die Erwachsenen hätten es im Herbst nicht so mit der Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen gehabt, so Schmidt. Anders die Kinder: „Die haben größtes Verständnis für Masken und Desinfektion.“ Allerdings hätten sich einige Spieler auch sehr daran gewöhnt, ihre Freizeit auf dem Sofa zu verbringen, mit E-Sport zum Beispiel: Fußball an Konsole oder PC spielen statt auf dem Platz. Da könne es schwierig werden, sie wieder in das Schema Mannschaftssport zu integrieren. Aber die meisten hätten noch Lust auf Bewegung.

Der Verein selbst kann da wenig tun. Man hält Kontakt über soziale Medien und beantwortet Fragen, zum Beispiel, wann es wieder losgeht. Die Antwort motiviert nicht gerade: Man weiß es nicht. Das führe auch zu Unmut. „Die wollen gerne wieder auf den Platz.“ Aber Sorge, dass er die Mannschaften nicht zusammenbekommt, wenn der Spielbetrieb fortgesetzt wird, hat Schmidt nicht. „Nach den Sommerferien dauert es auch immer ein bisschen, bis sie zurück auf den Platz kommen.“ Man könne sich aber darauf verlassen, dass die meisten von Freunden mitgezogen werden.

Immerhin hat der Verein nicht kein Problem mit der Finanzierung wie andere in der Umgebung, die ihre fest angestellten Übungsleiter bezahlen müssen, sagt Schmidt. Denn der 1. FC Hardtberg hat nur ehrenamtliche Trainer. Und für den Platz muss auch nichts gezahlt werden, der Verein hat ein Nutzungsrecht bis mindestens zum Jahr 2045. Ärgerlich ist nur, dass das Jubiläumsfest zum 100-jährigen Bestehen, das vergangenes Jahr eigentlich ganz groß gefeiert werden sollte, ausfiel. Nicht nur wegen des Anlasses: „Dem Verein ist dadurch ein fünfstelliger Betrag durch die Lappen gegangen.“ Geld für die Vereinsarbeit, das man gut hätte gebrauchen können.

Die Feier war zunächst auf Mai dieses Jahres verschoben, aber ob es dabei bleibt, weiß Schmidt nicht. Sie auf den Spätsommer verschieben wäre keine gute Idee, weil sie dann mit dem Duisdorfer Weinfest kollidieren würde. Man könne das Jubiläum auch kurzfristig feiern – wenn, dann wäre es aber eher eine kleine Veranstaltung.