Musikverein Bonn-Duisdorf wird 75 Bonner Orchester spielte 700 Meter unter der Erde

Duisdorf · Der Musikverein Bonn-Duisdorf wird 75 Jahre alt. Und feiert das mit einem Konzert. In der Gesichte des Ensembles gab es einige denkwürdige Auftritte – einer davon 700 Meter unter der Erde.

 1985 spielte der Duisdorfer Musikverein im österreichischen Pürgg.

1985 spielte der Duisdorfer Musikverein im österreichischen Pürgg.

Foto: Stefan Knopp

Letzte Woche hat der Musikverein Bonn-Duisdorf noch den Fassanstich zur Maikirmes begleitet. Für die Musiker war das sicher ein gutes Aufwärmprogramm für das anstehende Jahreskonzert. Das ist ein ganz besonderer Auftritt: Das Blasorchester feiert sein 75-jähriges Jubiläum.

Wenn man die Vorgeschichte mit heranzieht, ist das Orchester sogar noch älter: 1930 bildete sich im Katholischen Jugend- und Jungmänner-Verein St Rochus ein Bläserchor, der auf Veranstaltungen spielte, bis 1938 die Auflösung angeordnet wurde. Nach dem Krieg trommelte Peter Richter die aus dem Krieg heimgekehrten Musikfreunde aus Duisdorf und Umgebung für einen Neuanfang zusammen. Das war am 15. April 1949, und eine Woche später begannen schon die ersten Proben im Pfarrheim der katholischen Jugend. Im Oktober des gleichen Jahres gründete man den Verein, der sich schnell einen Namen in Bonn und Umgebung machte.

Bald gab es auch Auftritte außerhalb der Region: 1969 gab der Verein ein Festkonzert in der Essener Gruga-Halle. 1972 eröffnete er die „Bonner Woche“ in der Hardtberger Bezirkspartnerstadt Villemomble bei Paris, 1976 reiste das Orchester in die USA, 1981 musizierte es beim Kanzlerfest und 2008 sogar „unter Tage“ im Bergwerk Sondershausen: Blasmusik 700 Meter unter der Erde. Zum Vereinsleben gehören auch Fahrten: 1985 ging es nach Pürgg in Österreich, 1990 nach Straßburg und 1997 in den Spreewald.

65 Musiker zählt das Orchester derzeit

Aber den Mitgliedern geht es natürlich nicht in erster Linie um die Orchesterfahrten. 65 Musiker sind derzeit im Verein aktiv, sagt Pressesprecher Steffen Krug, altersmäßig geht das quer durch die Bank. Man spielt bei Kirmeseröffnungen, Platzkonzerten, Weinfesten, in der Kirche und im Karneval: Seit Jahren begleitet der Musikverein Prinz und Bonna bei Shoppingtouren, an Weiberfastnacht im Prinzenbus und bei verschiedenen Karnevalszügen unter anderem auch Rosenmontag. Höhepunkte sind aber die beiden großen Konzerte: Das Jahreskonzert in der Aula des Helmholtz-Gymnasiums steht unmittelbar bevor, und am zweiten Advent spielt das Orchester in der Matthäikirche.

Es gibt scheinbar immer genügend Menschen, die ehrenamtlich in einem renommierten Ensemble Musik machen wollen. Da geht es um das Miteinander: „Im Vereinsorchester harmonieren die verschiedensten Altersgruppen gut miteinander“, erklärt Krug. Aber Können geht vor Alter: Auch Jüngere können mal eine führende Stimme im Register übernehmen. Und das mag auch ein Anreiz sein, besser zu werden, sich mal hervorzutun.

Musiker suchen noch Verstärkung

Und ansonsten reizt es Menschen, als Teil einer Gemeinschaft dazu beizutragen, dass Musik entsteht. „Musik baut Brücken und bringt Menschen zusammen – egal welchen Alters oder Herkunft“, sagt Trompeter Krug. Geprobt wird regelmäßig freitags in Räumen der Musikschule im Hardtberg. Interessierte Musiker sind immer willkommen. Gebrauchen kann man alle Blasinstrumente, aktuell fehlen laut Krug Klarinetten. „Auch das Schlagzeugregister könnte beständige Verstärkung vertragen.“ Es gibt ein Anmeldeformular auf der Homepage www.musikverein-bonn-duisdorf.de. Wer sich von der Qualität des Duisdorfer Musikvereins überzeugen möchte, hat am Sonntag, 5. Mai, beim Jubiläumskonzert Gelegenheit.

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