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Ausstellung in der Waldau: Die Schönheit der Insekten in Bildern

Ausstellung in der Waldau : Die Schönheit der Insekten in Bildern

Die Bonner Künstlerin Sandra Ney stellt derzeit im Haus der Natur ihre Werke aus. Sie hofft, dass Besucher dadurch ihre Angst vor Insekten ablegen.

Wenn andere wild und panisch um sich schlagen und Angst vor Stichen oder Bissen haben, schaut Sandra Ney erst recht ganz genau hin: Insekten faszinieren die Bonner Künstlerin und Wissenschaftlerin schon seit Jahren. „Es sind so besondere Wesen. Sie sind filigran und zart, aber dennoch stark und robust“, sagt sie. Mit ihren feinen Beinen, schimmernden Flügeln und teils reflektierenden Körpern nehmen sie für Ney schon immer eine ganz besondere Stellung in der Natur ein. Daher hat sie ihren Lieblingstieren jetzt eine eigene Ausstellung gewidmet.

Auseinandersetzung mit Mythen und Sagen

Unter dem Thema „Faszination Insekten – Im Alltag, in Mythen, Sagen und eigenen Geschichten“ präsentiert sie derzeit 16 teils großformatige Bilder in einer Ausstellung im Haus der Natur auf dem Venusberg. Dabei setzt sie sich in ihren Werken mit keltischen und schamanischen Mythen und Sagen auseinander, in denen Insekten eine zentrale Rolle spielen.

Während ihres Studiums in Dublin lernte sie die verschiedenen Erzählungen kennen, denn dort wurden die kleinen Wesen in den Naturreligionen verehrt. „In Irland hatten die Menschen schon immer eine tiefe Verbindung und großen Respekt vor Insekten“, erzählt die Künstlerin. Genau diese Erzählungen, die sie bei ihrem Aufenthalt auf der grünen Insel immer wieder hörte, hat sie nun in Acryl auf die Leinwand gebracht.

Als Lebensmittelwissenschaftlerin liegt ihr außerdem am Herzen, auf die Unverzichtbarkeit der Insekten als Bestäuber von Nutzpflanzen und deren Bedrohung durch Pestizide aufmerksam zu machen. „Es ist mir wichtig, dass wir achtsamer mit der Natur und damit unserem Lebensraum umgehen. Ich möchte mit meinen Arbeiten alle dafür sensibilisieren und gleichzeitig die Schönheit von Insekten allgemein aufzeigen“, erklärt sie.

Insekten spielen Hauptrollen in zwei Kindergeschichten

Doch nicht nur mit Farbe und Pinsel kennt sich Sandra Ney aus. Auch das Schreiben bereitet ihr Freude. So hat sie mittlerweile zwei Kindergeschichten geschrieben, in denen natürlich Insekten ebenfalls die Hauptrolle spielen. Passend dazu hat sie mit „Elfibell“ sowie „Der Freudentanz der Göttin“ die passenden Illustrationen gemalt. Auch diese beiden Bilder stellt sie derzeit im Haus der Natur aus.

Aus den bunten Acrylbildern heraus sticht ein Zyklus von vier Bleistift-Kohle-Zeichnungen einer Hornisse. „Ich habe das Tier abends verletzt auf der Kennedybrücke gefunden und es mitgenommen, in der Hoffnung es retten zu können“, berichtet Ney. Das gelang ihr zwar nicht, aber als Naturwissenschaftlerin nutzte sie das tote Tier für weitere Studien.

Unter einem Elektro-Mikroskop betrachtete sie die Hornisse von allen Seiten und fertigte exakte Zeichnungen an. „Dabei konnte ich dann mein Interesse als Wissenschaftlerin mit dem der Künstlerin verbinden“, ergänzt Ney, die in Bonn aufgewachsen ist und hier ihren Lebensmittelpunkt hat. „Ich möchte den Betrachtern meiner Bilder über fröhliche Farben einen positiven Zugang zu Insekten öffnen. Vielleicht überwinden manche dann auch ihre Angst sowie ihre Abscheu“, hofft sie.

Die Ausstellung „Faszination Insekten“ im Haus der Natur kann bis zum 11. Juli (mittwochs, donnerstags, freitags 10-17 Uhr, samstags und sonntags 10-18 Uhr) besucht werden. Der Eintritt ist frei. Die Künstlerin steht am 7. Juli zwischen 14 und 16 Uhr für Fragen und den persönlichen Austausch über ihre Werke zur Verfügung. Interessierte, die mit ihr ins Gespräch kommen wollen, müssen sich bis zum 6. Juli über den Veranstaltungskalender auf der Homepage https://haus-der-natur.bonn.de anmelden.