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Pechsträhne am Telekom Dome: Diebe stehlen Geräte der Telekom Baskets

Pechsträhne am Telekom Dome : Diebe stehlen Geräte der Telekom Baskets

Der Stahlcontainer mit kostspieligen Gerätschaften wurde zweimal aufgebrochen, alles entwendet und im Internet verkauft. Und: Der Verein beklagt hohen Wasserverlust im Dome. Die Stadtwerke helfen dem Club, die Stadt nicht.

Sie müssen im Schutze der Dunkelheit gekommen sein. Unbekannte Diebe haben die Telekom Baskets um ihre Garten- und Wintergeräte erleichtert, und das bereits zum zweiten Mal. Die Täter und die Hehler sind noch auf freiem Fuß. Doch damit nicht genug: Der Telekom Dome hatte auch noch ein kostspieliges Problem mit Wasserverlust.

Aber der Reihe nach: Um ihr weitläufiges Areal um den Telekom Dome auf dem Hardtberg zu pflegen, besitzen die Baskets für den Sommer Rasenmäher, Kettensäge und Freischneider und im Winter Schneefräsen und Schneeschieber – alles verstaut in einem blauen Stahlcontainer, der auf dem Parkplatz steht. Und natürlich abgeschlossen. Das hinderte die Diebe aber nicht, am 20. Oktober den Container aufzubrechen und die Geräte mitzunehmen. Der Schaden betrug rund 20.000 Euro, so Baskets-Vorsitzender Hans Günter Roesberg.

Täter wurden nicht ausfindig gemacht

Danach passierte zweierlei: Erstens verstärkten die Baskets die Schließeinrichtung, worauf die Diebe im November bei einem weiteren Versuch scheiterten und ohne Beute abzogen. Und zweitens tauchten die gestohlenen Geräte auf einer Internet-Verkaufsplattform auf.

„Den ersten Gedanken, mit dem Verkäufer ein Treffen zur Übergabe auszumachen, haben wir auf dringendes Anraten der Polizei nicht umgesetzt“, berichtet Roesberg. Was die Polizei dann unternahm, bekamen die Baskets nicht mehr mit.

Ermittelt wurde in der Tat, das Verfahren gegen Unbekannt dann aber an die Staatsanwaltschaft abgegeben und inzwischen eingestellt. Zwar habe die Polizei die E-Mail-Adresse der Anbieter der Geräte durch die Internetauktionen gekannt, aber die sei nicht rückzuverfolgen gewesen, hieß es. Dasselbe bei der angegebenen Handynummer.

Die Baskets müssen immer noch sparen

„Die Polizei hat sich viel Mühe gegeben“, berichtet Sebastian Buß, Sprecher der Staatsanwaltschaft, nach Studium der Akten. Aber auf E-Mails habe der Verkäufer nicht reagiert, über Handy war dann ein Scheinkauf eingefädelt worden. „Zur Übergabe ist aber niemand gekommen“, so Buß weiter.

In der Zwischenzeit schlugen die Diebe erneut zu. Am 11. Juli wurde der Container wieder leer geräumt, unter Zuhilfenahme eines hydraulischen Spezialwerkzeugs, um die Schlösser aufzusprengen. Die Baskets stehen jetzt vor der Wahl, die Sicherheit mit noch besserer Schließmechanik, Alarmanlage, Kameras und ständiger Überwachung aufzurüsten oder künftig den Winterdienst und die Grünpflege im Sommer an Privatfirmen zu übergeben. „Wir werden uns wohl für letzteres entscheiden“, kündigt Roesberg an. „Das ist ein Rechenexempel.“

Und sparen und rechnen müssen die Baskets zum zehnjährigen Bestehen ihrer Arena immer noch. Auch bei den Nebenkosten, die plötzlich steil nach oben zeigten. „Im vorigen Jahr ist unser Wasserverbrauch plötzlich fast auf das Doppelte angestiegen“, so Roesberg. Man suchte alles ab, fand aber das Leck nicht. Keine Theorie traf zu, der Wasserverlust ging immer weiter. Ein Schieber wurde eingebaut, worauf man zumindest wusste: Das Wasser ging auf der 400 Meter langen Außenrohrleitung verloren.

3000-Euro-Gutschrift von den Stadtwerken

Schließlich stellte sich bei einem Test heraus: Aus einem der beiden Hydranten floss ständig Wasser. „Das Ausgraben und die Reparatur kostete die Baskets rund 10.000 Euro“, sagte Roesberg. „Hinzu kamen rund 8000 bis 10.000 Euro für das ausgelaufene Wasser.“ Derzeit beobachteten die Baskets, ob alles dicht sei, die Feuerwehr lasse sie erst einmal nicht mehr an ihr Wassernetz.

„Wir haben einen Ermäßigungsantrag an die Stadt und die Stadtwerke gestellt, ob sie uns wegen unbilliger Härte finanziell helfen könnten“, so Roesberg. „Schließlich haben wir ungewollt den städtischen Kanal super mit Frischwasser gespült.“

Ergebnis: Die Stadtwerke reichten eine 3000-Euro-Gutschrift für Frischwasser rüber, die Stadt lehnte eine Reduzierung der (doppelt so hohen) Schmutzwassergebühr ab. Warum so entschieden wurde, wollte das Kassen- und Steueramt nicht sagen. Es berief sich auf die Wahrung der Amtsverschwiegenheit.