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Fliegende Scheiben im Derletal: Discgolf-Anlage nach vier Jahren endlich eröffnet

Fliegende Scheiben im Derletal : Discgolf-Anlage nach vier Jahren endlich eröffnet

Der Verein Bonnsai-Frisbeesport Bonn hat seine Discgolf-Anlage offiziell eingeweiht. Künftig will man im Derletal auch Tuniere ausrichten. Ein Scheibenverleih soll in das Hardtbergbad kommen.

Im Nieselregen sind im Derletal die Scheiben geflogen. Nach vierjähriger Projektzeit hat der Verein Bonnsai-Frisbeesport Bonn seine Discgolf-Anlage offiziell eingeweiht. Bereits im Oktober 2020 war die Anlage fertiggestellt worden. Zur Eröffnung kamen Vertreter der Stadt Bonn, Unterstützer des Projektes sowie weitere Gäste aus Bonn und Politik. „Mit der Anlage haben wir eine mir vorher unbekannte Trendsportart in Bonn etabliert“, sagte Bürgermeisterin Ursula Sautter vor Ort.

Discgolf sei ein gutes Beispiel dafür, dass man Nachhaltigkeit und Sport gut miteinander vereinbaren könne, so Sautter. Werner Szybalski, 1. Vorsitzender vom Frisbeesport-Landesverband NRW, sprach von einem großen Schritt: „Nach Neuss und Köln wurde mit Bonn die bereits dritte Anlage im Rheinland eröffnet. Ich bin davon überzeugt, dass weitere folgen werden“, sagte Szybalski. Dass im Derletal nun Discgolf gespielt werden kann, sei vor allem der Initiative von Dorothea und Daniel Klein zu verdanken, die seit 2014 ihre Vision verfolgten, betonte Christian Lenz, Vorstandmitglied von Bonnsai.

Dank an Unterstützer in den Gremien

„Großer Dank gebührt auch all den Unterstützern, die seit 2016 ausdauernden Einsatz gezeigt haben“, sagte Lenz. Darunter Christos Katzidis (CDU), der das Anliegen zu einer solchen Attraktion bei der Bezirksvertretung Hardtberg eingebracht hatte. Zusätzliche Unterstützung gab es vom Leiter des Sport- und Bäderamtes, Stefan Günther, der in seiner früheren Station in Bielefeld die Installation einer Discgolf-Anlage begleitet hatte. „Niemand in der Bonner Verwaltung kannte diese Sportart damals und ich habe dann mein Wissen mit eingebracht und wir konnten das Vorhaben relativ schnell auf den Weg bringen“, berichtete der Amtsleiter.

Denn: „Es ist wichtig, dass wir uns auf das breite Feld der Sportentwicklung begeben und auch Anlagen für den nicht organisierten Sport schaffen. Unser Ansatz in Bonn ist, für alle Menschen attraktive Bewegungsangebote zu schaffen und das wird mit so einer Anlage erreicht“, erklärte Günther. Begleitet wurde das Projekt außerdem von Mitarbeitern des Amtes für Umwelt und Stadtgrün und der Naturschutzbehörde durch verschiedene Gespräche und Ortsbegehungen, wie Lenz ausführte. Um die Verkehrssicherheit im Wald zu gewährleisten, wurde 2019 der ursprüngliche Plan von zwölf Bahnen auf einen Kurs von neun Bahnen reduziert.

Gutachten belegt Unbedenklichkeit in Sachen Umwelt

Der Naturschutzbeirat lehnte dennoch das Vorhaben ab und verlangte ein Gutachten, dass die naturschutzrechtliche Unbedenklichkeit des Kurses feststellen sollte. Die Stadt übernahm die Finanzierung des Gutachtens, welches 2019 fertiggestellt wurde. Im Oktober 2020 wurden die Körbe dann installiert. Die Gesamtkosten teilten sich der Verein, die Stadt Bonn und die Sparkasse Köln Bonn.

Nach mutwilligen Beschädigungen durch Unbekannte an den Abwurfschildern musste der gesamte Kurs in diesem Jahr robuster gemacht werden. „Wir haben alle Schäden repariert und die Abwurfschilder stehen seit Juni wieder“, sagte Lenz. Die Kosten trug der Verein dafür selbst.

Seitdem habe es keine Schäden mehr gegeben. Erfreulich sei hingegen, dass die Anlage gut von den Bonnern angenommen werde. „Tagsüber sehen wir hier viele Menschen, die Discgolf spielen“, sagte Lenz. Die Bonner seien interessiert an der Sportart und der Verein verzeichne Mitgliederzuwächse. „Wir wollen, sobald es die Corona-Lage zulässt, im Derletal ein Turnier ausrichten, kündigte Lenz an.

Die Anlage ist öffentlich für jeden zugänglich und darf von allen Sportbegeisterten genutzt werden. Geplant ist außerdem ein Scheibenverleih im Hardtberbad. „Wir sind kurz davor, das einzuführen“, sagte Lenz. Die Scheiben sollen zukünftig gegen eine Kaution und einen „kleinen Aufwandsbetrag“ ausleihbar sein.