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Bedrohte Tierarten im Blick: Dransdorfer Biostation leistet der Wechselkröte wichtige Hilfe

Bedrohte Tierarten im Blick : Dransdorfer Biostation leistet der Wechselkröte wichtige Hilfe

Christian Chmela ist Leiter der Biologischen Station in Dransdorf. Im vergangenen Jahr hätten er und seine Mitarbeiter einiges erreicht – etwa für die Wechselkröte, die in der Nachbarschaft der Station lebt. Aber auch andere Tiere hätten von der Arbeit profitiert. Während der Corona-Pandemie ist eine digitale Bilddatenbank entstanden.

Christian Chmela muss nicht lange überlegen bei der Frage nach dem wichtigsten Projekt der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft im letzten Jahr: „Wir konnten große Erfolge beim Feldhamster feiern“, sagt der Leiter der Einrichtung in Dransdorf. Vor ein paar Tagen hat sie ihren Jahresbericht veröffentlicht. „Der Feldhamster ist vom Aussterben bedroht“, sagt Chmela. Die Art sei in Nordrhein-Westfalen so gut wie verschwunden, die Biostation hilft bei der Wiederansiedlung im Rhein-Erft-Kreis.

Bereits 2016 wurde mit der Zucht der Tiere begonnen, von denen es nur noch ein paar im Raum Zülpich gab. Drei Jahre später wurden dann die ersten 130 Tiere bei Pulheim in die Freiheit entlassen. Die Tiere würden sich mittlerweile gut vermehren und sich ausbreiten. Zudem gebe es Landwirte, die Maßnahmen zu ihrem Schutz umsetzen. „Das ist ein toller Erfolg“, sagt Chmela. „Es ist ein Leuchtturmprojekt, damit sind wir landesweit ganz vorne.“

Letzte Zuflucht Dransdorf?

Und was hat die Einrichtung direkt vor der Haustür erreicht? In Dransdorf ist einer der letzten Orte, an denen die Wechselkröte noch beheimatet ist. „Es ist eine unserer wichtigsten Arten“, sagt Chmela. Auch in Meßdorf und Buschdorf komme sie vor. In Buschdorf habe man sie aber im letzten Jahr nicht nachweisen können. Dennoch sieht Chmela eine positive Entwicklung. „Unsere Maßnahmen greifen jetzt“, sagt er. Dazu zählen etwa Gewässer oder Verstecke, die neu für die Tiere angelegt worden sind.

Mit Blick auf das gesamte Stadtgebiet hält Chmela das Projekt „Villewälder – Wald- und Wasserwelten“ für herausragend. „Das hatte einen gelungenen Abschluss“, sagt er. „Auch über Bonn hinaus sind Impulse entstanden.“ Etwa beim Biotopholzkonzept. In Wäldern wie etwa dem Kottenforst sollen zehn Bäume pro Hektar geschützt werden. Besondere Bäume sollen etwa Spechten und Fledermäusen als Lebensraum dienen. Sie werden mit einer Plakette markiert und Förster sollen bewerten, welche zusätzlichen Bäume in das Konzept aufgenommen werden können. Chmela sagt: „Das Tolle an dem Konzept ist, dass es zeigt: Naturschutz und Nutzung können nebeneinander funktionieren.“

Corona belastet auch die Arbeit der Station in Dransdorf

Die Biologische Station ist eine von mehr als 40 in NRW. Die Einrichtungen wurden Anfang der 1990er Jahre gegründet, um dem Naturschutz vor Ort ein stärkeres Gewicht zu verleihen und zwischen Naturnutzern, behördlichem und ehrenamtlichem Naturschutz zu vermitteln. Trotz der Erfolge sei das vergangene Jahr nicht leicht gewesen für die Einrichtung in Dransdorf. Die Mitarbeiter mussten sich darauf einstellen, unter Corona-Bedingungen zu arbeiten. Die Umstellungen hätten deutlich mehr Arbeit bedeutet, so ist es im Jahresbericht nachzulesen. In Sachen Digitalisierung habe sich aber einiges getan. So können die Mitarbeiter nun von überall auf die Datenbank der Biostation zugreifen.

Ein weiteres Projekt, das die Einrichtung in der Corona-Zeit angegangen ist, ist eine Bilddatenbank. Über die Jahre sei die Zahl der Fotos, die die Arbeit der Station dokumentieren, enorm gestiegen. Mithilfe der Datenbank sollen die Fotos nun leichter zu finden sein. Dazu wurden sie nach und nach mit Schlagworten versehen.