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Dransdorfer Karnevalsgesellschaft veröffentlicht Video: Dransdorfer Jecke feiern im Video

Dransdorfer Karnevalsgesellschaft veröffentlicht Video : Dransdorfer Jecke feiern im Video

Auf den Jubiläumszug müssen die Mitglieder der Großen Dransdorfer Karnevalsgesellschaft noch mindestens ein Jahr warten. Dann soll es zum 50. Mal durch den Ort gehen. Doch ihre gute Stimmung verbreiten sie trotzdem: In einem aktuellen Video machen sie bei der „Jerusalema Challenge“ mit.

 Am Karnevalssamstag wäre der 50. Zug der Großen Dransdorfer Karnevalsgesellschaft (GDKG) gestartet. Doch der muss wie so vieles in diesem Jahr ausfallen. Stattdessen verbreiten die Jecke um Präsident Willi Baukhage auf andere Weise Frohsinn. „Alaaf zosamme“, so begrüßt er die „Fastelovendsfründe“ mit ungetrübtem Optimismus in einem neuen Video, das über die Internetseite des Vereins (www.gdkg.de) abrufbar ist.

Mit dem Holder-Schlepper starteten die Dransdorfer ihren ersten Zug. Foto: Repro Stefan Hermes

Beteiligt haben sich daran der Vorstand der KG, das Damenkomitee, das Dreigestirn, die Kinderprinzessin, die Equipen, der Veranstaltungsausschuss sowie etwa die Tanz- und Prinzengarde mit der sogenannten „Jerusalema Challenge“: An acht verschiedenen Orten in Dransdorf verbreiten sie gute Laune.

Der erste Dransdorfer Zug war 1971 ein Kinderzug. Foto: Repro Stefan Hermes

1971 gab es den ersten Zug

Georg Breuer saß 1971 am Steuer des ersten Karnevalszuges. Später war er Prinz, Bauer und Jungfrau der GDKG. Foto: Repro Stefan Hermes

Einfallsreichtum und Engagement zeichneten die Dransdorfer Karnevalisten schon seit ihrem ersten Umzug aus, der 1971 auf Initiative von Günter Werner – zunächst als Kinderzug geplant – durch die Straßen Dransdorfs verlief. Am Karnevalssamstag wäre der Zug mit etwa 60 Wagen, Fuß-, Tanz- und Musikgruppen an den Start gegangen. Mit einer Länge, die um 14.11 Uhr vom Aufstellungsort an der Ecke Siemensstraße und Auf dem Hügel bis zum Zielpunkt, dem Festzelt auf dem Kettelerplatz, gereicht hätte.

Schon im vergangenen Sommer hatten sich die Verantwortlichen entschieden, dass die KG 2021 auf den Zug verzichten müsse. Zu riskant wäre es gewesen, die auswärtigen Teilnehmer unter Vertrag zu nehmen. Wie sich nun herausstellt, war es eine richtige Entscheidung. Nun wird der 50. Zug – und das ist im Moment nur ein leiser Trost für die rund 600 Vereinsmitglieder – aller Voraussicht nach passend im 50. Jubiläumsjahr der GDKG stattfinden.

Schon der Zug 1971 sei etwas Besonderes gewesen. „Damit war der Karneval in Dransdorf geboren“, schrieb Werner 1973 in einer Festschrift zum einjährigen Bestehen der im Mai 1972 gegründeten GDKG. Zu diesem Zeitpunkt hatte schon der zweite von Werner, der Katholischen Jugend und einigen ortsansässigen Vereinen organisierte Zug stattgefunden. Diesmal hatte Dransdorf zwar noch keine Karnevalsgesellschaft, aber Werners Überredungskunst dürfte es zu verdanken gewesen sein, dass der damalige Wirt der Gaststätte Zur Linde, Franz Neuhalfen, nach dem gemeinsamen Leeren einer Flasche Wein, als Prinz Franz I. zusammen mit Werners Ehefrau Marliese ein erstes Dransdorfer Prinzenpaar stellte. Als Kinderprinzenpaar regierte eine Session lang Neuhalfens Sohn zusammen mit Petra Heyden als Franz Erich I. und Petra I.

Beim Auftakt gab es 70 Mitglieder

Nachdem der erste Zug unter dem Motto „De ieschte Zoog es ene Vesooch“ stand, hieß es nun: „Mir mache wigge“. Zum Karnevalsauftakt am 11.11.1972 zählte die GDKG bereits 70 Mitglieder, besaß einen Elferrat, und auch das Damenkomitee „Laach-Duwe“ stand schon parat. Das erste GDKG-Prinzenpaar waren Prinz Herbert I. (Müller) und Prinzessin Ursula I. (Werner).

„Kaum jemand mochte so recht glauben“, schreibt Werner Knauf, der langjährige GDKG-Präsident und heutige Vorsitzende der „Bönnsche Chinese“, über die Anfänge der GDKG, „dass sich dieser neue Verein in Dransdorf etabliert.“ Zu viele Vorurteile haben ausgeräumt, geeignete Mitstreiter gesucht und jede Menge Aufbauarbeit habe mit Opfern und Mühen geleistet werden müssen. Genau diese Mühen, die letztlich jedoch neben dem Feiern auch das Vereinsleben ausmachen, werden in diesem Coronajahr schmerzlich vermisst.

So sind sich die heutigen Vorstandsmitglieder Olaf Henk, Peter Kühlwetter und Stephan Eikschen darin einig, dass sie froh über die vielen Einzelbesuche in der kontaktlosen Zeit sind, die sie jetzt mit dem Überbringen von aktuellem Orden und der Festschrift für 2021 bei Vereinsmitgliedern und Gönnern der GDKG machen. „Man genießt regelrecht die sozialen Kontakte“, so Henk, selbst wenn diese meist nur alleine und mit vorgeschriebenem Abstand vor der Haustüre stattfänden.

„Normalerweise ist die Ordensverteilung einfacher“, sagt Kühlwetter und lacht, denn da kämen die Vereine und Auserwählten ja zu den Veranstaltungen. Nun sei es doch recht mühevoll, sie alle einzeln zu besuchen. Doch oft bleibe man lange zusammen stehen und tausche Erinnerungen aus.

Als 15-Jähriger den ersten Zug erlebt

Kühlwetter hatte den ersten Dransdorfer Zug als 15-Jähriger erlebt. Der Festwagen entstand in der elterlichen Scheune, und so sei er „automatisch“ dabei gewesen. „Den Tag werde ich nie vergessen“, erzählt er und zögert noch einen Moment, bevor er sich der „guten alten Zeit“ erinnert, in der an diesem Karnevalssamstag zum ersten Mal etwas Alkohol trank. Noch einige Tage später habe er mit den Folgen zu kämpfen gehabt. Und auch sein Vater habe einen feucht-fröhlichen Karnevalstag erlebt. Doch, auch wenn in den Folgejahren kaum noch Alkohol geflossen sei, seien diese „Tollen Tage“ nicht weniger lustig. 2012 wurde Kühlwetter zum Prinz Peter III. proklamiert. Henk war schon acht Jahre zuvor Prinz Olaf I.

Eikschen, der im Vorstand der GDKG für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, hört den Geschichten seiner altgedienten Vereinskameraden aufmerksam zu. Er kam 2011 als „Immi“ vom Niederrhein nach Dransdorf und lernte zunächst über die KG Roter Stern den Karneval kennen. „Bevor ich nach Dransdorf kam“, gesteht er, sei er vor den Karnevalstagen immer geflohen. Heute konstatiert er, dass die GDKG es ihm leicht gemacht habe, „hier Zuhause und Heimat“ zu finden und den Karneval zu feiern. „Das ist Adrenalin pur, gerät der promovierte Geophysiker über seine ersten Erfahrungen in den Fußgruppen ins Schwärmen. „Den ganzen Weg zu gehen, das ist der Hammer“, beschreibt er sein damals neu entdecktes Gefühl für den Karneval. Über den Förderkreis vom Großen Rat ist er zuletzt auf einem Wagen mitgefahren, was allerdings „schon etwas ganz anderes“ gewesen sei, wie Eickschen feststellt.

Motto: „Et wird widder werde“

Auch wenn in diesem Jahr durch den coronabedingten Ausfall des fröhlich bunten Karnevalstreibens nicht einmal die Wahl besteht, ob in der Fußgruppe oder auf dem Wagen, ob am Straßenrand oder im Lokal gefeiert wird, drückt das diesjährige Motto der GDKG die Zuversicht aus, mit der sich nicht nur die Jecken bis in das kommende Jahr trösten können: „Laach doch enns, et wird widder werde.“