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Duisdorf: Rochusschule bekommt Mensa und Anbau

VHS-Gebäude wird abgerissen : Rochusschule in Duisdorf bekommt Mensa und Anbau

Die Duisdorfer Rochusschule soll einen Anbau und eine Mensa bekommen. Das Städtische Gebäudemanagement will die Bauplanung bis spätestens März vorlegen.

Es tut sich was in Sachen Rochusschule. Die längst fällige Erweiterung ist bei der Verwaltung in Planung. Irritiert waren die Bezirkspolitiker allerdings, dass die Finanzmittel in Höhe von 4,3 Millionen Euro in den Vermögensplan des vergangenen Jahres eingeschrieben waren. „Können uns da Fördermittel verloren gehen. In welchem Stadium der Planung befinden wir uns derzeit?“, wollte es CDU-Planungssprecher Bert Moll genau wissen. Auch die Grünen-Politikerin Gertrud Smid macht sich Sorgen. „Von den insgesamt 90 Millionen Euro, die für Investitionen in Bonn zur Verfügung stehen, können wegen Personalknappheit in der Verwaltung und dem damit verbunden Engpass bei der Planung nur 60 Millionen Euro umgesetzt werden.“

Margit Ventulett, Architektin beim Städtischen Gebäudemanagement (SGB), beruhigte die Bezirkspolitiker. Die Finanzmittel kommen aus der Landesförderung „Gute Schule 2020“. „Das Land wird bei den Fristen großzügig sein.“ Dort sei die Problematik der fehlenden personellen Kapazitäten bekannt“, erläuterte sie. Derzeit befinde man sich noch im Stadium der Vorplanung und Abstimmung. Sie rechne aber damit, dass den Gremien noch in diesem Quartal die konkrete Ausarbeitung vorgelegt werden könne. Ein Grund seien Verzögerungen beim Vergabeverfahren zur Beauftragung der Architekten gewesen, das ursprünglich im Februar 2019 abgeschlossen sein sollte. Doch mittlerweile arbeite das ausgewählte und beauftragte Architektenbüro an der Planung.

Im Vorfeld ist zu hören, dass die Containerklassen am Ende verschwinden und die Rochusschule einen Anbau sowie eine Mensa erhält. Für die optimale Lösung seien verschiedene Varianten geprüft worden. Der bestehende Bebauungsplan und auch der Denkmalschutz lassen nicht jede Gestaltung zu. Das ehemalige VHS-Gebäude soll abgerissen werden, um genügend Platz für einen Anbau zu schaffen.

„Schnellstmögliche Umsetzung“ fordern die Politiker in der Bezirksvertretung. „Der Zustand dauert schon viel zu lange“, moniert Moll.  Raumkonzept und Machbarkeitsstudie seien zwischen Schulamt, Schulleitung und OGS-Träger bereits abgestimmt, hätte die Verwaltung vor einem Jahr erklärt. Der Bürger Bund Bonn (BBB) hatte im Schulausschuss eine Liste von Fragen eingereicht und damit verbunden eine Liste von Mängeln aufgezeigt.

Derzeitige Raumsituation in Rochusschule nicht ausreichend

Ausgangspunkt war die Raumsituation. Steigende Schülerzahlen, nicht zuletzt wegen der umliegenden Neubaugebiete, würden die ohnehin beengten Verhältnisse zunehmend verschlechtern. Vier Klassen würden sich den Raum mit je einer OGS-Gruppe teilen. Das führe zu  zeitlichen Überschneidungen. Der Unterricht müsse in diesen Räumen um 11.30 Uhr enden, weil dann die OGS-Betreuung beginne. Wegen der doppelten Belegung müsse mehr Material in den jeweiligen Räumen untergebracht werden – also mehr Schränke und Regale, die Platz wegnähmen.

Die planerische Herausforderung besteht laut Verwaltung darin, dass der Gebäudebestand Raumzuordnungen vorgebe. Daher sei eine optimale bauliche Einteilung von je zwei Unterrichtsräumen und einem Funktionsraum nicht durchgängig umsetzbar. Der BBB  verwies in seiner Anfrage zudem auf die Bestandsräume, die „teilweise in einem sehr schlechten Zustand sind“. In ihrer Stellungnahme versicherte die Verwaltung, dass auch die vorhandenen Räume – insbesondere im Untergeschoss – bewertet und gestaltet werden, damit sie „uneingeschränkt für die pädagogische Arbeit zur Verfügung stehen“.

Laut Verwaltung besuchen aktuell rund 310 Kinder die Rochusschule  in je drei Parallelklassen. Demnach könnten pro Jahr rund 80 Kinder in den Eingangsklassen aufgenommen werden. Insgesamt sei Platz genug, auch Kinder aus den Neubaugebieten wie etwa der ehemaligen Gallwitzkaserne aufzunehmen. Außerdem liegen im Einzugsgebiet auch Finkenhof- und  Ludwig-Richter-Schule.

Der BBB verwies im Januar 2019 auf die Probleme mit den bestehenden Containerklassen: „Sie sind wegen Nagetierbefall für den dauerhaften Unterricht nicht mehr zumutbar.“ Bereits 2017 hatte die CDU-Fraktion auf die „besorgniserregende Situation“ hingewiesen, dass die Containerklassen „erhebliche, konstruktive Nachteile“ haben, „anfällig für Schädlingsbefall sind und zum Teil Wandplatten aus zementgebundenem Asbest enthalten. Dies ist nicht länger hinnehmbar, und es besteht dringender Handlungsbedarf.“ Im März 2019 hakte die CDU nach. Laut Verwaltung war eine Machbarkeitsstudie unterdessen zum Ergebnis gekommen, dass „eine Erweiterung, aber keine grundlegende Sanierung“ vorgesehen werde. Der in der Stellungnahme anvisierte, voraussichtliche Termin für den Baubeginn, wird allerdings verstreichen. Erst entscheiden die politischen Gremien über die Pläne.