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Duisdorf: Schützenhaus im Derletal geflutet - Wettbewerbe abgesagt

Duisdorfer Schützen sagen Wettbewerbe ab : Schützenhaus im Derletal steht unter Wasser

Den entstandenen Sachschaden schätzt der 2. Brudermeister auf 60.000 Euro. Die Vereinsmitglieder können dem Schießsport bis auf Weiteres nicht nachgehen und haben sich von allen Wettbewerben abgemeldet.

Der Starkregen am vergangenen Mittwoch hat die Duisdorfer Schützen schwer getroffen. Unmengen von Wasser sollen den Fußweg des Derletals hinabgelaufen sein und sich zu einen reißenden Fluss geformt haben, berichtet Dieter Augustintschitsch, 2. Brudermeister der Duisdorfer Schützen. Mitglieder, die zeitnah, beunruhigt durch den anhaltenden Regen, am Vereinshaus eintrafen, kamen und mussten mit ansehen, wie das Wasser bereits in den Keller lief. „Da das Schützenhaus an dem Weg steht, lief das Wasser auch dort hinein. Über die außenliegende Schießbahn und durch die Kellerfenster des Hauses fand das Wasser den Weg ins Haus“, schildert Augustintschitsch.

Das Wasser sei schnell angestiegen, sodass wichtige Dinge nicht mehr gerettet werden konnten. „Das Wasser stand rund zwei Meter hoch in der gesamten Schießanlage. Ein Betreten der Kellerräume war nicht mehr möglich. Geräte, Werkraum, Waffentresore, Archiv und Möbel standen vollständig unter Wasser.“ Zur selben Zeit stürzte ein Baum des Stadtwaldes in Richtung Parkplatz und begrub drei Autos der herangeeilten Vereinsmitgliedern.

Der Löschzug der freiwilligen Lengsdorfer Feuerwehr traf anschließend gegen 20 Uhr am Vereinshaus ein und musste zunächst den umgestürzten Baum zerlegen, damit das Einsatzfahrzeug in Stellung gebracht werden konnte. Da das Wasser trotz eifrigem Abpumpen weiter stieg, wurde ein weiterer Löschzug aus Mehlem angefordert, der über stärkere Pumpen verfügte. „Ab 22 Uhr bis in die frühen Morgenstunden wurde dann mit vereinten Kräften gearbeitet und gepumpt. Nach Mitternacht rückte das Deutsche Rote Kreuz an und versorgte die Einsatzkräfte mit Erbsensuppe und Bockwürstchen, was dankbar angenommen wurde“, berichtet Augustintschitsch.

 Michael Vogt (links) und Dieter Augustintschitsch von den Duisdorfer Schützen begutachten den zerstörten Schießstand.
Michael Vogt (links) und Dieter Augustintschitsch von den Duisdorfer Schützen begutachten den zerstörten Schießstand. Foto: Benjamin Westhoff

Gesamtschaden wurde am Morgen sichtbar

Erst um 7 Uhr morgens habe man den Kellerbereich vollständig leer gepumpt bekommen. „Da wurde auch der Gesamtschaden im Schützenhaus sichtbar. Das gesamte Mobiliar, die Werkstatt, der Auswerteraum, alle Spinde, die Computer, der Lagerraum, aber auch die Schießbahnen waren durch die braune Brühe zerstört und nicht mehr brauchbar“, sagt Augustintschitsch.

Den Sachschaden schätzt der 2. Brudermeister auf rund 60.000 Euro. „Alleine unsere Digitale Anzeigetechnik, die wir für das Schießen nutzen, kostet 25.000 Euro – die ist vollständig defekt.“ Eine Versicherung werde für den Schaden nicht aufkommen, heißt es. Älteren Mitgliedern, die das Vereinsheim in den 1970er Jahre einweihten, sollen beim Anblick der Verwüstung den Tränen nahe gewesen sein. „Am Donnerstag waren wir alle sehr niedergeschlagen. Nun sehen wir wieder positiv nach vorne“, sagt Augustintschitsch.

„Alle Anlagen sind defekt“

An Schießsport sei in diesem Jahr aber nicht mehr zu denken. „Alle Anlagen sind defekt, und wir müssen vieles neu machen.“ Der Verein habe sich nun von allen Wettbewerben abgemeldet. Ebenso wenig könne das 110-jährige Bestehen des Duisdorfer Traditionsvereines gefeiert werden. Für die Mitglieder ein Desaster, wollte man doch nach langer Corona-Pause wieder richtig durchstarten.

Glück im Unglück gab es dennoch, denn das Gebäude selbst sei nicht zerstört und auch eine Mietwohnung, die im Vereinsheim untergebracht ist, sei vom Wasser unberührt geblieben. „Es hat nur den Keller getroffen. Ein Handwerker hat die Fassaden geprüft und konnte dort keine gravierenden Mängel feststellen.“

Problematisch sei hingegen die Abwicklung des vielen Sperrmülls, betont Augustintschitsch. „Den ganzen Donnerstag über schleppten Mitglieder des Schützenvereines die nicht mehr brauchbaren Gegenstände aus dem Keller und stapelten sie als Sperrmüll auf der Wiese vor dem Haus. Die noch brauchbar erscheinenden Dinge wurden zunächst gesäubert und müssen nun trocknen.“ Um den Sperrmüll zu entsorgen, hatten sich die Schützen zunächst an den kommunalen Abfallbetrieb Bonnorange gewandt, dem weder die Abholung noch das Bereitstellen eines Containers möglich gewesen sei, so Augustintschitsch. Der Verein hat nun ein Privatunternehmen mit der Entsorgung beauftragt und trägt die Kosten von 600 Euro selbst.

Die St. Hubertus Schützenbruderschaft Duisdorf 1911 e.V. freut sich über Spenden. Weitere Informationen gibt auf der Vereinsseite www.schuetzen-duisdorf.de.