1. Bonn
  2. Hardtberg

Weg zum Niederwildviertel: Durch den dunklen Wald zum Bus

Weg zum Niederwildviertel : Durch den dunklen Wald zum Bus

Die Stadt sieht keine Möglichkeit, den Pfad zu beleuchten. Kritik regt sich bei CDU, SPD und Grünen. Aber der Landschaftsschutz könnten den Kommunalpolitikern einen Strich durch die Rechnung machen.

Die Redensart, da zu wohnen, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, können die Anwohner des Niederwildviertels im hintersten Zipfel Bonns wohl schon nicht mehr hören. In der Tat wohnen sie etwa an Fuchs- und Hasenweg, wo es abends ganz schön dunkel ist – vor allem, wenn sie in Richtung Duisdorf wollen. So müssen diese Randbonner eine längere Strecke sowohl vom Brüser Berg hinter der Süd-Wache des Bundesverteidigungsministeriums als auch von Medinghoven durch den Wald fahren, um nach Hause zu kommen, so der CDU-Stadtverordnete Bert Moll. Auch zu Fuß geht es nur über einen finsteren Weg, der nicht befestigt ist. Nach Auskunft der Stadt wird das so bleiben, was Moll nicht verstehen kann. Auch die SPD ist für eine vernünftige Anbindung der Siedlung an Bonn und will sich nun mit den Bürgern treffen (siehe Infotext).

So diskutierten die Politiker der Bezirksvertretung Hardtberg Anfang des Jahres zunächst darüber, ob der Waldweg – eine viel genutzte Verbindung zur Bushaltestelle – zwischen dem Hasenweg und An der Haeschmar nicht asphaltiert werden könnte – eine Idee von Bürgern. Denen ging es darum, dass der Weg das ganze Jahr über von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden kann, entsprechen instand gesetzt wird und dass er in den Instandhaltungs- und Reinigungsplan der Stadt aufgenommen wird. Es handele sich nicht um eine Verkehrsfläche, begründete die Stadt ihre ablehnende Haltung. Eine Asphaltierung des Weges sei aus Gründen des Landschaftsschutzes nicht gewünscht. Eine Sanierung des Schotterbelags würde 12.000 Euro kosten.

CDU und Grüne ließen bei der nächsten Sitzung nicht locker und wiesen nach Gesprächen mit Anwohnern darauf hin, dass der 750 Meter lange Weg auch einfach zu dunkel sei. Die Verwaltung hat nun vorgerechnet, was eine gewünschte Beleuchtung kosten würde. Je nach Ausführung würden 22 Laternen zwischen 55 000 und 100 000 Euro kosten. Die Unterhaltung dann noch mal 4000 Euro jährlich. Hinsichtlich des Naturschutzes sei es aber sowieso fraglich, ob es da eine Beleuchtung geben dürfe. Die Tiere, das verbotene Verlegen von Leitungen im Kottenforst und Lichtverschmutzung sind hier die Hauptargumente. „Der Siedlungsteil selbst ist über beleuchtete Wege von Witterschlick aus versorgt“, teilt die Stadt mit.

„Wir müssen sicherlich die Kosten und die Vereinbarkeit mit den Belangen des Natur- und Landschaftsschutzes im Blick haben, wenn der Weg mit Schotter ausgebaut wird. Ohne Beleuchtung geht dies aber nicht“, sagt Moll und verweist auf die Verkehrssicherungspflicht der Stadt. Die könne auch nicht darauf verweisen, dass es Licht in den Straßen Witterschlicks gebe. Nicht vertretbar findet es der Politiker auch, „dass trotz mehrfacher Vorstöße keine Bereitschaft der Stadtverwaltung erkennbar ist, die freien Grundstücke entlang des Eichhörnchenweges für dringend benötigte Wohnungen als Bauland auszuweisen.“

Ein weiteres Problem: Immer wieder werden Lastwagen von ihren Navigationsgeräten durch den Wald und das Niederwildviertel mit seinen engen Straßen zu den Gewerbegebieten in Witterschlick geleitet. Dies könnte man laut Moll verhindern, wenn bereits an der Ecke Konrad-Adenauer-Damm und Pascalstraße die Zufahrt für Lkw zu An der Haeschmar eingeschränkt würde. Für ihn wäre das der bessere Landschaftsschutz, als den Waldweg nicht auszubauen. Das Wohnviertel liegt in einem Zipfel und gehört offiziell, hinter Medinghoven gelegen, noch zu Duisdorf.