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Ehepaar Römer feiert Diamantene Hochzeit: Durchhalten mit Humor und Optimismus

Ehepaar Römer feiert Diamantene Hochzeit : Durchhalten mit Humor und Optimismus

Thea und Dieter Römer sind seit 60 Jahren verheiratet und hoffen, im Sommer ihre Diamantene Hochzeit auch feiern zu können.

Sind schon wieder zehn Jahre vorbei? Es wäre wohl etwas zu viel der Nettigkeiten zu behaupten, dass man den Römers diese Zeit nicht ansehen würde. Aber das Paar, das am Donnerstag Diamantene Hochzeit feiert, hat sich gut gehalten im Vergleich zum GA-Besuch 2011 anlässlich seines goldenen Jubiläums. Vor allem haben sie sich den Humor bewahrt. „Wir sind schöner geworden, die Haut ist glatter“ scherzt Dieter Römer. Das mache die gute Pflege, erklärt seine Frau Thea.

Was hat sich sonst geändert? Der 85-jährige ehemalige Turner ist inzwischen unter die Rollatorfahrer gegangen, „zweite Liga“. Schon damals bei der Goldhochzeit hatten die beiden, die sich schon als Zehnjährige durch das Turnen kennenlernten, diesen Sport an den Nagel gehängt und sich stattdessen aufs Golfspielen verlegt. Das können sie jetzt auch nicht mehr, der KFZ-Meister hat eine Lähmung im rechten Fuß. „Wenn die Nerven kaputt sind, kann man nichts machen.“ Er nimmt es gelassen, tourt normalerweise immer noch jedes Jahr mit seinen alten Turnkameraden in verschiedene Weinregionen Deutschlands: „Da bin ich der Jüngste.“ Aber die anderen seien alle noch topfit.

Fit im Kopf sind die Römers definitiv. Sie haben einander, das war in Corona-Zeiten besonders wichtig. „Wir sind seit einem Jahr in Quarantäne“, sagt Thea Römer, jetzt 84 Jahre alt. Viele Lebensmittel lassen sie sich tiefgekühlt liefern, außerdem wohnt die Tochter über ihnen im Haus, also kommen sie gut zurecht. Vor allem die vier Enkelkinder haben sie lange nicht aus der Nähe gesehen, allenfalls mal im Sommer durchs Fenster auf der Straße. Sie sind aber zuversichtlich, dass das alles mal ein Ende haben wird.

Der Optimismus kommt vor allem von ihr. „Sei dreimal zuversichtlich, bevor du einmal nein sagst“ – den Spruch ihres Großvaters hat sie sich zu Herzen genommen. Und die Römers können zuversichtlich auf Ende März blicken, denn dann haben sie ihren ersten Impftermin.

Humor ist ihnen wichtig. „Hoffentlich wird der uns nicht verlassen“, sagt Dieter Römer. Sie lachen und scherzen gerne und fanden es auch deshalb ganz gut, dass ihr Sohn Jürgen 2015 der Bonner Karnevalsprinz war. „Das war eine sehr schöne Zeit für uns“, sagt Thea Römer. Auch, weil Prinz Jürgen I. in den Sälen immer als erstes auf der Bühne fragte: „Eltern, wo seid ihr?“

Als Zehnjährige beim Turnen kennengelernt

Der Bonner Dieter Römer und die Thüringerin Thea Herbst hatten nach dem Kinderturn-Wettbewerb in Duisdorf, den sie in ihren jeweiligen Sparten gewannen – inklusive Würdigung im General-Anzeiger – den Kontakt gehalten, was letztlich zur Hochzeit führte. Zum Standesamt gingen sie am 18. Februar 1961, weil sie verheiratet sein mussten, um eine Wohnung zu bekommen. Kirchlich legten sie am 5. August in der Schlosskirche an der Universität nach, wo der Pfarrer das Brautpaar unverhofft aufforderte, „So nimm denn meine Hände“ zu singen. Sie zogen 1968 nach Röttgen, wo man sie schnell integrierte. „Wir haben uns sofort wohl gefühlt.“

Die Feier zur Diamantenen fällt vorerst aus, wird aber hoffentlich im Sommer nachgeholt. Ob man sich in fünf Jahren zur Eisernen Hochzeit wiedersieht? „Wir würden uns freuen, wenn wir einiges noch erleben würden.“