Kulturzentrum Hardtberg Eichendielen statt Spanplatten

Duisdorf · Die Stadt lässt im Kulturzentrum Hardtberg den Fußboden erneuern. Bis 10. Juni müssen deshalb dort alle Kurse und Konzerte ausfallen.

 Alles ausgeräumt: Im Kulturzentrum ist der Fußboden in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand und wird jetzt erneuert, zeigt Dieter Pinsdorf vom Verein Hardtberg Kultur.

Alles ausgeräumt: Im Kulturzentrum ist der Fußboden in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand und wird jetzt erneuert, zeigt Dieter Pinsdorf vom Verein Hardtberg Kultur.

Foto: Rolf Kleinfeld

Die Konzertreihe des „Hardtberger Frühlings“ ist zu Ende, jetzt kommen die Bauarbeiter für acht Wochen in das Kulturzentrum Hardtberg, um den Fußboden zu sanieren. Nach dem vorerst letzten Auftritt der Gruppe „Antiquariat“ am vorigen Sonntag tritt deshalb nun erst einmal eine „Kultur“-Pause in Duisdorf ein, bevor am Sonntag, 12. Juni, wieder die „Jazz-Sommer“-Reihe beginnt.

Der Saal des im Jahr 1900 errichteten Hauses war gestern bereits leer geräumt, alle Tische und Stühle hatte ein Spediteur abgeholt und eingelagert. Die Empore war abgeklebt, damit kein Staub eindringt und das Bild der „liegenden Venus“ nicht beschädigt wird. Alte Spanplatten aus Nebenräumen wurden entsorgt, das Klavier in die Küche geschoben. Dadurch wirkt der Saal größer als sonst. Vor allem aber konnte man sehen, wie nötig der aus Spanplatten bestehende Boden eine Erneuerung hat.

„Die Spanplatten als Fußboden sind vor rund 40 Jahren provisorisch gelegt worden“, sagt Dieter Pinsdorf vom Verein Hardtberg Kultur. „Dafür haben sie lange gehalten.“ Allerdings hatte der Boden kein Fundament, ist inzwischen völlig zerbröselt und an einigen Stellen eingebrochen. Es gibt Wasserschäden an einigen Wänden, und der Putz hat sich in Höhe der Fußleisten gelöst. „Manche Schäden werden erst jetzt richtig sichtbar, da der Saal leer ist“, so Pinsdorf.

Die Stadt Bonn hat sich als Eigentümerin des Kulturzentrums jetzt zur Sanierung entschlossen. Geplant ist laut Verein, dass ein Betonfundament gegossen wird, das dann mit einem Eichenparkett gedeckt wird. Damit soll auch die gute Akustik des Saales erhalten bleiben, hofft Horst Bachmann vom Verein. „Am 10. Juni soll alles fertig sein“, erklärt er gestern den Zeitplan. „Bis dahin gibt es keine Veranstaltungen und auch alle Kunstkurse fallen aus.“ Ob in dem Zuge auch die Wände des Saals gestrichen werden, steht noch nicht fest. „Dafür wird die Zeit vermutlich zu knapp sein“, vermutet Pinsdorf. „Aber nötig wäre es.“

Danach geht es gleich wieder „in die Vollen“. Der Duisdorfer „Jazz-Sommer“ mit 13 Konzerten an den Sonntagen im Juni, Juli und August beginnt am 12. Juni, drei Ausstellungen finden während dieser Zeit statt und der Saal wird auch wieder als Künstlerwerkstatt in Betrieb genommen. In der Zwischenzeit wird in Kooperation mit Duisdorfer Geschäftsleuten die KulturNacht 2016 vorbereitet, die am 10. September stattfindet.

Ein Traum wäre es für den Verein Hardtberg Kultur, auch einmal den alten Gewölbekeller für kleine Veranstaltungen zu nutzen, der unterhalb des Saals existiert und der früher der Bierkeller der Gaststätte „Zum Stern“ war. Derzeit stehen nur Tische und Bierbänke darin, und die Decke ist vermutlich zu niedrig, als dass man dort Aufführungen machen könnte, ganz zu schweigen von Notausgängen und dem Brandschutz.

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