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Kirmes in Duisdorf: Ein nicht immer günstiger Spaß für die ganze Familie

Kirmes in Duisdorf : Ein nicht immer günstiger Spaß für die ganze Familie

Zufriedene Schausteller, viele Stammgäste, aber zum Teil auch gesalzene Preise - vor allem, wenn sich Familien amüsieren wollen. Eine Bilanz der Duisdorder Kirmes.

„Es ist eine kleine Kerb, aber die Leute feiern und es gibt immer eine schöne Atmosphäre“, erzählte Frau Kreuser, Leiterin des großen Losstandes auf der Duisdorfer Großkirmes am Sonntag. Von einer Großkirmes kann im Zusammenhang mit den rund ein Dutzend Buden und Fahrgeschäften in der Duisdorfer Einkaufsstraße tatsächlich nicht gesprochen werden – rentiert sich der Duisdorfer Rummel neben Großveranstaltungen wie Pützchens Markt überhaupt noch?

Am heutigen Montag geht die diesjährige Kirmes zu Ende, und alle Schausteller zeigten sich zufrieden mit dem Geschäft und freuten sich schon auf das nächste Mal. „Hier ist es immer gut, ob Frühjahr oder Herbst“, war sich Familie Schaak einig, die jetzt schon in der vierten Generation zwei Kinderkarussells, einen Crêpes-Stand, sowie einige Schießbuden betreibt.

„Wir haben hier Stammgäste, die saßen früher selbst im Kinderkarussell und kommen jetzt mit ihren Kindern wieder“, so Schaak weiter. Die Duisdorfer Kirmes sei eine richtig schöne Familienkirmes, die Gäste immer sehr freundlich und beliebt bei den Schaustellern, lobten die Schaaks.

Familie Meyer, die ihren Ballonschießstand schon in der fünften Generation von Kirmes zu Kirmes transportiert, war froh, dass „die Kinder auch bei schlechtem Wetter raus kommen“ und will auch im nächsten Jahr wieder mit dabei sein.

Für Jugendliche und Achterbahnfans gab es auf der Duisdorfer Großkirmes in diesem Jahr Autoscooter und den „Twister“, ein Karussell, bei dem sich eine Seite während der Fahrt anhebt, sodass die Gäste in einem vergleichsweise gemütlichen Tempo auf und ab fahren. Betreiber Mario Eylart besitzt seinen Twister schon seit 1976 und beobachtet so seit 40 Jahren das Jahrmarktgeschehen in der Region.

„Die Leute haben das Geld für die Kirmes nicht mehr“, bedauerte er. Das frühere „Kirmessparschwein“ sei durch ein „Handy- oder Fernsehersparschwein“ ersetzt worden. Die Einnahmen seien so um die Hälfte gesunken, die Kosten beim Betrieb eines Fahrgeschäfts hätten sich aber im gleichen Zeitraum erhöht, beklagte er.

„Auf den großen Kirmessen haben Betreiber wie ich, mit ruhigeren Fahrgeschäften, gar keine Chance mehr, einen Platz zu bekommen“, da gehe es nur darum „immer wilder und schneller“ zu werden. Tatsächlich war den jugendlichen Besuchern der Twister zu langweilig. Julian und Leon, beide 15, aus Lengsdorf, bevorzugten den Autoscooter. „Und das Essen ist auch immer schön!“

„Du bist ein toller Käfer“ oder „Schmusekätzchen“ stand auf den beliebten Lebkuchenherzen. Am besten verkaufe er aber die gebrannten Mandeln, sagte René Liebe, Mitarbeiter im „Mandelkönig“.

Sowohl Leon und Julian als auch einige Familien beklagten sich über die hohen Fahrtkosten. „Die Preise sind der Wahnsinn“, beschwerte sich ein Familienvater mit zwei Kindern. Es gebe in Duisdorf ein tolles Angebot für Familien, vier Euro pro Fahrt seien aber viel zu teuer.

Für nur 1,20 Euro konnten die Erwachsenen am Bierstand Kölsch konsumieren. Michael Knappe vom Ortsverein Duisdorf sagte aber, ihm sei „kein einziger Betrunkener negativ aufgefallen“. Auch mit massivem Alkoholkonsum unter Jugendlichen, der auf großen Jahrmärkten oft ein Problem ist, hatten die Schausteller keine Ärger gehabt. Ob sich die Duisdorfer Kirmes noch lohnt? Aber ja, heißt es unsiono.