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5000 Euro von der Stiftung der VR-Bank Bonn: Ein Technikturm voller Überraschungen

5000 Euro von der Stiftung der VR-Bank Bonn : Ein Technikturm voller Überraschungen

Mit Geldern der Stiftung der VR-Bank Bonn hat die Rochusschule ein Bau- und Bastelset für ihre benachteiligten Kinder angeschafft. Förderverein zahlt weiterhin 500 Euro pro Jahr.

Anderthalb Jahre, das ist für Kinder eine halbe Ewigkeit. Was genau er damals alles aus dem „Technikturm“ gebaut hat, daran konnte sich Viertklässler Finn (9) nicht mehr erinnern. „Ich habe einen Bagger mit einem Freund gebaut, aus Metallstücken“, das wusste er noch. Und irgendwas mit Zangen. Aber damals war er in der zweiten Klasse der Rochusschule, da liegt so viel Zeit zwischen.

Den Technikturm, ein Holzschrank in Ritterburg-Design mit vielen Plastikdosen voller Bastel- und Baumaterial, hat die Grundschule in der Duisdorfer Innenstadt schon Anfang 2020 angeschafft – möglich machten es 5000 Euro von der Stiftung der VR-Bank Bonn. Dann konnten die Kinder das Angebot aber kaum nutzen, denn schon kam der erste Lockdown. Danach all die Hygienemaßnahmen: „Die Sachen sind so kleinteilig, dass man sie nicht desinfizieren und weitergeben kann“, erklärte Schulleiterin Birgit Klippel. Und ein Termin für die Spendenübergabe war auch lange Zeit nicht möglich, sagte Erika Lägel, Pressesprecherin der Bank.

Angebot vorrangig für benachteiligte Kinder und solche mit Migrationshintergrund

Der kam jetzt am Dienstag endlich zustande. Die Stiftung, die sich laut Vorstand Rainer Jenniches auf die Kinder- und Jugendförderung fokussiert, ließ sich von Klippels Projektvorstellung überzeugen und gab die benötigten 5000 Euro. Gedacht ist das Angebot vorrangig für benachteiligte Kinder und solche mit Migrationshintergrund. Sie können jetzt in Experimentier-Arbeitsgemeinschaften zum Beispiel während der OGS-Betreuung zeigen, was in ihnen steckt.

Der inzwischen aus Platzgründen auseinandergebaute Technikturm beinhaltet Material für 40 Experimente – zehn für jede Jahrgangsstufe –, bei denen die Schüler spielerisch auch die eigene Lebenswelt erforschen. Sie können einen Kompass bauen und mittels eines großen Magneten die Funktionsweise lernen. Die Kinder bauen Zahnradkonstruktionen und erfahren nebenbei, wo überall Zahnräder zu finden sind – etwa im Korkenzieher und im Eisportionierer. Es gibt einen Laubsägesatz, man kann Seife herstellen und mit Metallstempeln und Hammer den eigenen Namen schlagen. Beim Bauen des Metallbaggers lernen sie den Umgang mit Schrauben, eine 9-Volt-Batterie führt an das Thema Elektrizität heran. Und für alles gibt es auch Anleitungen. „Die Kinder müssen sich das selbst erschließen“, so Klippel. Die Erzieherinnen könnten das nicht für alle leisten.

Stiftung bleibt auch nach Bankenfusion erhalten

Rana (9) hatte mit Milena (9) ein Plastikauto aus ganz vielen Einzelteilen gebaut. „Das war nicht leicht“, sagten sie. „Die Räder sind immer wieder abgefallen.“ Ihnen und Finn macht diese Beschäftigung Spaß, der Technikturm war also eine gute Anschaffung. Den gibt es auch fürs Kindergartenalter und für die Jahrgangsstufen fünf und sechs – und scheinbar nur in Rosa. Der holländische Hersteller wolle damit wohl die Hemmschwelle für Mädchen senken, mutmaßte Klippel. Weil bei den vielen Einzelteilen immer mal wieder etwas nachbestellt werden muss, gibt der Förderverein der Schule jährlich 500 Euro.

Jenniches und die Stiftungsratsvorsitzende Monique Rüdell stellten außerdem klar, dass die Stiftung auch nach der Fusion mit der VR-Bank Rhein-Sieg weiterbestehen wird. Das Kapital werde sich sogar erhöhen – allerdings auch der Einzugsbereich.

Infos auf www.techniktuerme.de