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Ausstellung der Gruppe Fotospaziergänge: Eine säugende Wildsau im Kottenforst

Ausstellung der Gruppe Fotospaziergänge : Eine säugende Wildsau im Kottenforst

Die Gruppe Fotospaziergänge stellt wieder in der Einkaufszone auf der Borsigallee aus. Bis Ende November zeigt sie 58 Motive aus dem Kottenforst, die schönes zeigt, aber auch vor den Auswirkungen der Dürre nicht die Augen verschließt.

War die letzte Fotoausstellung in der Einkaufszone des Brüser Bergs so beeindruckend oder suchten im Lockdown-Marathon mehr Menschen eine sinnvolle Beschäftigung im Freien? Jedenfalls hat die Gruppe Fotospaziergänge seit dem letzten Jahr sieben neue Mitglieder gewonnen, die gerne herumlaufen und Motive mit der Kamera aufnehmen. Jetzt hat sie wieder eine Ausstellung in der Borsigallee aufgehängt. Bis Ende November sind 58 Fotos von 14 Teilnehmern zu sehen.

Nachdem die 2012 von Anne Hensgen gegründete Gruppe im vergangenen Jahr ihren besonderen Blick auf ihren Bonner Heimat-Stadtteil präsentiert hatte, ging es dieses Mal in den „Hauswald“. Die Fotos zeigen den Kottenforst von seiner schönsten Seite. Ein Bild von einem herbstlichen Waldweg lädt gleich an der Fahrenheitstraße ein, sich auf den Wald einzulassen, und dann sieht man lichtdurchflutete Wälder, eine säugende Wildsau, Pilze, Blumen, eine eingeschneite Bank.

Scharfer Blick auf die Schönheiten der Natur

Am Zaun des Park-Stübchens hängen auf Kinderaugenhöhe weitere Fotos von Tieren, die laut Hensgen beim Nachwuchs auch richtig gut ankommen. Der Hardtbach ist ein beliebtes Motiv, auch die Seen bei Röttgen, besondere Bäume, extreme Nahaufnahmen, aber auch Fotos von Schäden und Verfall durch Dürre, Borkenkäfer und Überschwemmung. „Das schärft den Blick für die Schönheit der Natur“, sagt Hensgen dazu. Und man sieht besondere Stätten im Kottenforst, an denen man gerne mal achtlos vorübergeht. „Ich wohne seit 40 Jahren auf dem Brüser Berg, aber ich kannte weder den Hardtbach noch das Klausenhäuschen“, erzählt Anne Schmoll, eine der Hobbyfotografinnen, die neu dabei sind.

Die Kamera schärft den Blick, ist Herbert Hofer überzeugt, auch einer von den Neuen. „Man sieht viel genauer hin.“ Ebenfalls erst seit diesem Jahr ist Ulrike Kemper. „Man geht sowieso herum und fotografiert“, sagt sie. Da könne man das auch gleich mit einer Gruppe machen. „Das weckt auch den Ehrgeiz.“ Denn auch der Austausch und der Vergleich der Aufnahmen gehören dazu, die technische Fachsimpelei sowieso.

Teilnehmer stimmten anonym über die besten Fotos ab

Die Teilnehmer waren wieder coronakonform alleine oder in Kleingruppen durch den Wald gegangen und hatten abgelichtet, was ihnen gefiel. Der Austausch mit den anderen Mitgliedern der Gruppe lief über Videokonferenz. Alle Teilnehmer schickten ihre Bilder zu Hensgen, die sie anonymisiert an alle zur Bewertung weitergab. Jeder sollte seine 60 Favoriten markieren, danach wurden dann die Bilder für die Ausstellung ausgewählt.

Die Resonanz war bislang laut der Gruppenleiterin überwiegend positiv. Eine Frau habe gefragt: „Kann man das auch kaufen?“ Kann man: Die Bilder werden kurz vor dem Adventsbasar in der Borsigallee am 4. Dezember abgehängt und dort an einem Stand gegen Spende angeboten. Außerdem sind die Motive auf einem Buchkalender abgebildet, der in der Buchhandlung Goethe&Hafis, Borsigallee 26, verkauft wird. Inhaber Jalal Rostami Gooran trat dafür mit seinem eigenen Verlag in Vorleistung. Hensgen geht davon aus, dass es erstmal die letzte Open-Air-Ausstellung der Gruppe ist und man damit nächstes Jahr wieder ins Nachbarschaftszentrum Brüser Berg kann.