Konzept für Ladeinfrastruktur Ausbau der E-Mobilität in Bonn könnte Fahrt aufnehmen

Duisdorf · Bisher fehlt der Stadt Bonn ein Konzept für den Bau von Ladesäulen für E-Autos. Der Grund: eine offene Stelle. Nun ist sie besetzt, wie aus einer Antwort auf eine große Anfrage der Hardtberger CDU hervorgeht. Darin informiert die Stadt auch über die Zukunft der E-Mobilität im Stadtbezirk.

Der Ausbau der E-Mobilität in Bonn könnte Fahrt aufnehmen.

Der Ausbau der E-Mobilität in Bonn könnte Fahrt aufnehmen.

Foto: Benjamin Westhoff

Der Ausbau der E-Mobilität in Bonn könnte Fahrt aufnehmen. Wie die Verwaltung auf eine Anfrage der Hardtberger CDU mitteilt, hat die Stadt kürzlich eine entsprechende Stelle besetzt. Der neue Mitarbeiter soll sich darum kümmern, dass ein Konzept für die Ladeinfrastruktur erstellt wird. „Derzeit wird die Ausschreibung zur Konzepterstellung vorbereitet“, schreibt die Stadt. „Mit einer Fertigstellung und Abstimmung des Konzepts unter Beteiligung der politischen Gremien kann erst ab dem Ende des laufenden Jahres gerechnet werden.“

Die CDU wollte außerdem wissen, wie viele Ladestationen die Stadt in Hardtberg aufstellen will und an welchen Orten. Darauf antwortet die Verwaltung: Von den 640 öffentlichen Ladepunkten, die die Stadtwerke bis 2025 errichten wollen, soll „ein bedarfsgerechter Anteil“ auf den Stadtbezirk entfallen. Dabei ist zu beachten, dass Ladepunkt nicht mit Ladesäule gleichgesetzt werden kann. Eine Säule kann über mehrere Anschlüsse, sogenannte Ladepunkte, verfügen – in der Regel zwei.

Kurzfristig seien Ladesäulen an folgenden Orten geplant: im Gerberaweg (zwei Ladepunkte), in der Gottfried-Kinkel-Straße (zwei Schnellladepunkte) und in der Villemombler Straße (zwei Schnellladepunkte). In der Straße In der Grächt sowie in der Fahrenheitstraße seien mittelfristig ebenfalls Ladestationen geplant. „Weitere Aussagen darüber wann, an welchen Orten und in welcher Anzahl die Aufstellung von Elektroladestationen im Stadtbezirk Hardtberg geplant ist, können erst nach Fertigstellung des gesamtstädtischen Konzepts getroffen werden“, teilt die Verwaltung mit.

Stadtbezirk hat bisher 18 Ladesäulen

In der gesamten Stadt betreiben die Stadtwerke 330 öffentliche Ladepunkte, weitere 20 würden gerade eingerichtet, teilt SWB-Sprecherin Clarissa Pütz. In Hardtberg gibt es 16 Ladesäulen mit jeweils zwei Anschlüssen. 13 davon bieten normales Laden mit 22 Kilowatt in der Stunde an. Eine Batterie mit 50 bis 70 Kilowatt ist damit in zwei bis vier Stunden aufgeladen. Die stehen etwa in der Rochusstraße 176, am Duisdorfer Bahnhof und auf dem Brüser Berg in der Celsiusstraße 43. Dazu kommen zwei superschnelle Ladesäulen mit 150 Kilowatt Leistung. Pütz teilt weiter mit: „Bereits jetzt lässt sich erkennen, dass die Auslastung der Ladepunkte im Stadtbezirk Hardtberg geringer ist als in anderen Stadtbezirken. Da Hardtberg außerdem der bevölkerungsärmste Stadtteil ist, wird der Anteil der Ladepunkte im Stadtbezirk unterhalb des Anteils in anderen Stadtbezirken liegen.“

Weiter wollte die CDU wissen: Welche Versorgungsunternehmen betreiben bereits Ladestationen? Die Antwort: Im öffentlichen Raum bisher nur die Stadtwerke. So hatte es der Stadtrat 2016 beschlossen. Allerdings fordert das Bundeskartellamt seit Jahren einen offenen Marktzugang, um auch in diesem Bereich Wahlmöglichkeiten und Preiswettbewerb zu ermöglichen.

Dieser Auffassung schloss sich Anfang des Jahres offenbar auch die Verwaltung an. Sie teilte dem Rat mit, dass unter den Regeln, die auch für die SWB gelten, andere Anbieter Ladesäulen aufstellen können. So solle verhindert werden, dass der Ausbau der Ladeinfrastruktur behindert wird. Aus der Antwort auf die CDU-Anfrage geht hervor, dass im letzten Jahr wohl immer mehr Anbieter Interesse daran angemeldet haben, Ladesäulen aufzustellen. Die Vorhaben prüfe die Stadt auf Kriterien wie Standort, Gestaltung und Lärmschutz.

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