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Schulneubau in der Diskussion: Eltern fordern eine neue Mensa für Schule in Endenich

Schulneubau in der Diskussion : Eltern fordern eine neue Mensa für Schule in Endenich

Die alten Containerbauten der Matthias-Claudius-Schule und Platzprobleme beschäftigen die Pflegschaft. Die Eltern wünschen sich weitere Klassenräume für die Endenicher Schule.

Nichts hält länger als ein Provisorium. Ob sich die Stadtplaner vor 50 Jahren gedacht haben, dass die Containerbauten an der Matthias-Claudius-Schule nicht nur die Kinder der Babyboomer-Jahre, sondern auch deren Enkel beherbergen, ist fraglich. Jedenfalls hat sich damals wie heute nichts am Raumbedarf der Grundschule geändert, über den derzeit auch wieder die Politik debattiert. Unter anderem geht es um Raum für eine neue Mensa. Die Stadt sieht jedoch keinen akuten Handlungsbedarf.

Grünen-Stadtratsmitglied Rolf Beu kann sich noch gut daran erinnern, als die Container aufgestellt wurden. „1964 zogen meine Eltern innerhalb Bonns von Kessenich nach Endenich. Damals wurden neben den beiden Backsteinschulbauten aus dem 19. Jahrhundert und dem Neubau aus der Nachkriegszeit mehrere Containerbaracken auf das benachbarte Areal Am Cöllenhof aufgestellt“, erzählt er. Jetzt sind sie nicht nur aus seiner Sicht veraltet. „Sie sollten zeitnah ersetzt werden – durch einen ökologisch und ökonomisch vernünftigen Neubau.“

Kritik gab es zuletzt von der Schulpflegschaft. Demnach sei der Bau einer Mensa und weiterer Klassenräume nötig. SPD und Bürger Bund Bonn griffen diese Punkte auf und stellten Anfragen an die Stadt. Die antwortete mit zwei Stellungnahmen: „Die zur Verfügung stehende Infrastruktur lässt sowohl die Erteilung lehrplankonformen Unterrichts als auch den Betrieb des Offenen Ganztags zu.“

Ob und wann Räume erweitert werden, sei derzeit in der Abstimmung. „Auf Grundlage der kürzlich beschlossenen Bonner Schulbauleitlinie für den Primarbereich erarbeitet die Verwaltung eine Priorisierung der erforderlichen Baumaßnahmen an den städtischen Grundschulen vor dem Hintergrund des weiteren OGS-Ausbaus.“ Dabei werde den jeweiligen „räumlichen Soll-Vorgaben der konkreten Grundschulstandorte die konkrete räumliche Ist-Situation“ gegenübergestellt.

Eine Entscheidung liege zwar noch nicht vor, allerdings überprüfe die Stadt die Mensasituation und ob ein eventueller Ausbau des Offenen Ganztags auch eine Erweiterung auf dem Gelände Am Cöllenhof nötig mache. Mittelfristig würden die derzeitigen Räume ausreichen, sofern vorrangig wohnortnahe Kinder aufgenommen würden.

Eine wichtige Rolle für die Zukunft spielten die Neubauten der näheren Umgebung. „Durch die geplanten Neubauvorhaben des im Einzugsgebietes der GGS Kettelerschule, der GGS Matthias-Claudius-Schule und der KGS Paulusschule liegenden Bauvorhaben Am Vogelsang und Westside werden langfristig steigende Schülerzahlen erwartet“, teilt die Stadtverwaltung dazu mit. Insgesamt rechne man mit zwischen 800 und 1000 neuen Wohneinheiten in diesem Bereich. Wann sie fertig werden, wolle man aber nicht einschätzen.

Einen ungefähren Ausblick zur Gesamtsituation soll die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans 2019/2020 geben. „Sie befindet sich derzeit in der verwaltungsinternen Abstimmung und wird den politischen Gremien in Kürze vorgestellt werden.“