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Lessenicher Kirche wieder komplett: Endlich wieder alles wie früher

Lessenicher Kirche wieder komplett : Endlich wieder alles wie früher

Die katholische Kirche Sankt Laurentius hat diese Woche wieder ihr Turmgesteck bekommen. In der vergoldeten Kugel hoch oben auf dem Turm befindet sich auch ein Geheimnis.

„Der Hahn ist wieder oben!“ Solche Ausrufe vernahm Werner Blume vom Laurentiuskreis am Dienstag öfters. Viele Grundschüler blieben auf dem Weg zur Laurentiusschule an der Kirche stehen und warfen einen Blick nach oben. Schon am Montag gab es immer wieder Zuschauer, vor allem Eltern und Kinder der katholischen Kita, als mit dem großen Steiglifter das neue Kreuz und der vergoldete Wetterhahn montiert wurden.

Am Montagvormittag wurde der Kran aufgestellt. Zunächst musste noch die Halterung für das Kreuz an die Kirchturmspitze angepasst werden: Die neue sei länger als die alte, erklärte Blume. Ab Mittag montierten die Mitarbeiter der Kunstschmiedefirma Hoppen in luftiger Höhe das neue Kreuz, an dem sie gut zwei Monate lang gearbeitet hatten, und den Hahn. Seit Mittwoch ist nun auch die vergoldete Kugel unterhalb des Kreuzes angebracht.

Jetzt sieht der Kirchturm nach fast 20 Monaten wieder so aus wie früher. In der Kugel befindet sich auch eine Urkundenrolle – eine Art Zeitkapsel: Darin ist unter anderem eine Urkunde untergebracht, die den anonymen Spender der Vergoldung dieser Kugel benennt. Außerdem kamen Bilder hinein, die Kinder aus der Kita gemalt haben, eine Darstellung des derzeitigen Zustandes in der Kirchengemeinde und einige Blätter des aktuellen General-Anzeigers.

Damit der Steiglifter an den Kirchturm heranfahren kann, musste die Eibe vor der Kirche gefällt werden. Laut Aussage von Hubert Grote vom Laurentiuskreis war der ohnehin morsch. Der Lessenicher Marc Vandamme ist der Ansicht, dass der Baum eigentlich gesund war. In einem Schreiben an den General-Anzeiger zweifelt er an, dass die Einsparmaßnahmen für einen Kran 2018 bei der Entnahme des alten Kreuzes wirklich rund 30 000 Euro betragen hätten, wie Grote gesagt hatte, wenn die Eibe nicht gewesen wäre. Architekt Vandamme schätzt dagegen, dass man etwa einen Autokran mit 40 Metern Reichweite schon für 900 Euro am Tag hätte bekommen können.

Das alte Kreuz befindet sich derzeit zur Aufbereitung bei der Schmiede Moll unweit der Kirche. Altmeister Ernst Moll hatte schon in den 60er-Jahren die Verzierung dran angebracht. Es soll ja an einer gut sichtbaren Stelle am Kirchengebäude angebracht werden – im Info­flyer zur Kirchturmbekrönung ist schon eine Fotomontage dazu zu sehen. Zu diesem Thema schreibt die Lessenicherin Astrid Rühle-Arkenau an den GA, dass das ganze Ensemble unter Denkmalschutz steht und man nicht mal eben eine Befestigung für das Kreuz anbringen kann. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es erlaubt wird, die klare, romanische Linie zu stören und alte Bausubstanz zu zerstören“, meint sie.

 „Wir sind die ganze Zeit in Kontakt mit Katrin Bisping von der Unteren Denkmalschutzbehörde“, erklärte Blume. Die Fotomontage sei mit einem Bericht an Stadtkonservatorin gesendet worden. Die Aufhängung des Kreuzes sei also mit der Bonner Behörde abgesprochen.